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Wenigste geimpfte Spieler: Das Covid-Problem der Premier League

Yannik Möller
Die Premier League bleibt von Corona gezeichnet
Die Premier League bleibt von Corona gezeichnet / Visionhaus/GettyImages
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Die Premier League ist derzeit mit Abstand am stärksten von Corona betroffen. Zuletzt mussten zahlreiche Partien abgesagt und nun auch ein Sonder-Meeting abgehalten werden. Einer der Hintergründe: Die Liga hat die wenigsten geimpften Spieler.


Kaum eine Fußball-Liga leidet derzeit so stark unter steigenden Covid-Fallzahlen wie die Premier League. In England sind einige Vereine betroffen, teils gibt es ganze Ausbruchsherde. Allem Anschein nach dürfte die neue, nochmals ansteckendere Omikron-Variante für diese Probleme sorgen.

Der negative Höhepunkt am vergangenen Wochenende: Lediglich vier der zehn Partien konnten stattfinden. Und auch von den spielenden Teams waren manche noch von Covid-Ausfällen betroffen. Grund genug, für den Montag ein Notfall-Meeting anzuberaumen. Da sich die Vereinsvertreter allerdings für ein Stattfinden des ikonischen "Boxing Day"-Spieltags ausgesprochen haben, wird der nächste Spieltag - den Umständen entsprechend - normal über die Bühne gehen.

Geimpften-Anteil in der Premier League deutlich geringer: Fußball-England im Covid-Chaos

Dass es ausgerechnet den englischen Fußball dieser Tage so hart trifft, ist dabei kein Pech. Einerseits sind die Fallzahlen ohnehin auf einem hohen Niveau. Mehr Betroffene entsprechen somit einer höheren Ansteckungsgefahr. Da sind die Profis selbstredend nicht von ausgenommen. Zumal es auch immer eine Frage ist, wie streng sich an die gegebenen Hygienemaßnahmen innerhalb der Klubs gehalten wird.

Andererseits hat die Premier League auch den geringsten Anteil an geimpften Spielern, was die Top-Ligen Europas betrifft. Zuletzt hieß es aus England, etwas unter 70 Prozent der Profi-Fußballer seien doppelt geimpft. Laut der EFL (English Football League) verweigern sogar etwa weitere 25 Prozent die Impfungen. Das betrifft nicht nur die oberste, sondern die ersten drei Ligen. Zahlreiche Spieler also, die weder einmal geimpft sind noch überhaupt dazu entscheiden wollen. Die allermeisten dieser 25 Prozent dürften also kaum noch zu überzeugen sein.

Burnley v Watford - Premier League
Einige Spiele mussten zuletzt verschoben werden / Robbie Jay Barratt - AMA/GettyImages

Im Vergleich: Die spanische La Liga bietet laut Times einen Geimpften-Anteil von satten 92,8 Prozent auf. Dazu kommen noch etwa weitere vier Prozent, die als genesen gelten. Auch wenn dieser viel größere Anteil nicht per se weitere Ansteckungen innerhalb der Mannschaften verhindert, so sind die Spieler in Fußball-Spanien doch deutlich besser geschützt.

Die Serie A sprach dieser Tage sogar von 98 Prozent doppelt-geimpfter Profis (via Daily Mail). So sind die Ligen viel weniger eingeschränkt. Notfallsitzungen sind dort nicht nötig, ein Aussetzen des Spielbetriebs trotz grundsätzlich hoher Fallzahlen kein derzeit allzu realistisches Szenario.

Dazu sollte nicht vergessen werden, dass in England die Impfungen mit Astrazeneca einen prominenten Teil der Kampagne ausmachten - heutzutage nicht mehr. Ein Impfstoff, der zwar noch immer gut schützt, aber eben doch ein gutes Stück weniger als sie in anderen Ländern Standard waren und noch immer sind. Faktoren, die zusammenkommen und den englischen Fußball ins Corona-Chaos stürzen.

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