VfB Stuttgart

Wataru Endo: Die japanische Passmaschine

Simon Hartmann
Ein Abräumer mit seiner Technik ist sehr selten
Ein Abräumer mit seiner Technik ist sehr selten / Lars Baron/Getty Images
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Vier Scorerpunkte in einer Partie: Allein das schaffen nur ein paar wenige Fußballer in ihrer Karriere. Als zentraler Mittelfeldspieler ist eine solche Leistung aber fast unmöglich - denkste! Der Stuttgarter Wataru Endo schaffte genau dieses Kunststück am 23. Spieltag gegen Schalke 04. Auf acht Millionen Euro wird der Marktwert des Japaners taxiert, sein Wert für den VfB? Unmessbar!

Der 1,78 Meter große Japaner kam als No-Name im Sommer 2019 aus Belgien von St. Truiden. Bei Trainer Tim Walter spielte der Sechser zu Anfang überhaupt keine Rolle. Elf Wochen musste der Neuankömmling auf sein Debüt warten, dieses war gegen Dynamo Dresden. Zwei Wochen später durfte er gegen den KSC sogar beginnen und war von dem an gesetzt und unentbehrlich für die Schwaben.

Wataru Endo, Josef Husbauer
Gegen Dresden debütierte Endo in Deutschland / Pool/Getty Images

Leistungsträger und Festverpflichtung

Endo wurde zum unersetzlichen Dauerbrenner der Württemberger und gibt immer alles auf und auch neben dem Platz. Endo ist kein lautstarker Großkotz, sondern ein Kämpfer, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt. Endo war für 300.000 Euro eigentlich nur als Back-up geliehen. Im Sommer wurde er für 1,7 Millionen Euro gekauft. Er ist inzwischen das vierfache Wert von dem was er insgesamt gekostet hat. Die namhaften Angebote flatterten noch nicht auf den Tisch von Sven Mislintat, das wird sich aber noch ändern. Mit 28 Jahren gehört der Nationalspieler Japans noch lange nicht zum alten Eisen. Gemessen an seiner Klasse ist er sehr erschwinglich, eine geringe zweistellige Ablösesumme würde wohl aufgerufen werden - Schnäppchen.

Ballmagnet und Spielmacher

Zu Anfang seiner VfB-Zeit war Endo ein reiner Zweikampfspieler und ausschließlich für defensivere Aufgaben zuständig. Schnell hat sich gezeigt dass Endo weit mehr als das kann. Kluge Seitenwechsel, schnelle Dribblings und feine Schnittstellenpässe: Endo vereint vieles in einem, lediglich seine Torgefahr war begrenzt. Gegen Schalke traf er dann zu seinem ersten Bundesligator und weil es so schön war legte er direkt ein weiteres nach. Mit dem VfB darf er sogar momentan auf den siebten Platz schielen, dieser könnte unter gewissen umständen zur Europa-League-Quali reichen.

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So viele Freiheiten gestattet nur S04 / THOMAS KIENZLE/Getty Images

Zusammen mit seinem kongenialen Mittelfeldpartner Orel Mangala zieht Endo seit fast eineinhalb Jahren nun die Strippen in der Schaltzentrale des Stuttgarter Spiels. Selbst die Kapitänsbinde durfte er bereits mehrere Male überstreifen, da der nominelle Kapitän Castro öfter frühzeitig den Platz verlässt.

Wataru Endo gekommen als Unbekannter, nun gefeiert als Star!

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