VfL Wolfsburg

"Wir haben offene Augen" - Kovac über die Gründe der Kruse-Ausbootung beim VfL Wolfsburg

Simon Zimmermann
Niko Kovac hat über Max Kruse gesprochen
Niko Kovac hat über Max Kruse gesprochen / RONNY HARTMANN/GettyImages
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Max Kruse absolvierte am Dienstag seine erste Trainingseinheit nach seiner Ausmusterung beim VfL Wolfsburg - überwiegend fernab seiner Teamkollegen. VfL-Coach Niko Kovac hat sich nun erneut zum ungewollten Stürmer geäußert.


Der VfL Wolfsburg dürfte wohl noch ein wenig mit der Situation um den ausgemusterten Max Kruse zu tun haben. Am Dienstag bildete der 34-Jährige quasi seine eigene "Trainingsgruppe zwei" und musste die Torhüter warm schießen.

Wölfe-Coach Niko Kovac, der am vergangenen Samstag nach dem Sieg in Frankfurt die Kruse-Ausmusterung live im TV verkündete, sprach nun mit dem kicker über die Situation mit dem ungewollten Angreifer.

Ein Dauerzustand sei die Trennung im Training von der Gruppe nicht, erklärte Kovac. "Das war nichts Außergewöhnliches. Heute hatten wir 21 Feldspieler, dann hat es einen erwischt. Das war der Max, das ist leider so. Hätten wir heute eine andere Übungsform gehabt, wäre er dabei gewesen", so der Kroate.

In Zukunft könnte es dennoch häufiger der Fall sein, dass Kruse nicht mit der Mannschaft trainieren wird. "Ich muss zusehen, dass wir die Inhalte reinbekommen bei denen, mit denen wir planen", meinte Kovac weiter. Kruse gehört definitiv nicht (mehr) dazu.

Kovac: Kruse-Ausmusterung "reiflich überlegt"

Kovac ging dann auch noch über die Gründe ein, die in Absprache mit Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer zur Ausmusterung geführt haben. "Wir müssen Entscheidungen treffen, von denen wir denken, dass sie uns weiterhelfen. Es war keine Entscheidung, die von jetzt auf sofort gefallen ist, die haben wir reiflich überlegt. Wir haben offene Augen, schauen uns alles an, beobachten gut...", so Kovac vielsagend.

Nach Kruses Reservistenrolle zu Saisonbeginn kam er in der Bundesliga zweimal über 90 Minuten zum Einsatz. Der Routinier konnte nicht sonderlich überzeugen und blieb ohne jegliche Torbeteiligung. Fairerweise galt ersteres aber für den Rest seiner Teamkollegen auch.

Doch schon davor wurde offensichtlich, dass Kovac nur widerwillig auf Kruse setzte. Seiner Meinung nach sind die körperlichen Defizite des 34-Jährigen zu groß, die Arbeit gegen den Ball zu schlecht. Kruses Auftritte außerhalb des Platzes auf seinen sozialen Kanälen trugen sicherlich nicht zur Verbesserung seiner Lage bei.

Am Ende zog der VfL am vergangenen Wochenende einen vorläufigen Schlussstrich. Der sich allerdings noch ziehen wird. An einer Vertragsauflösung scheint Kruse nicht interessiert zu sein. Frühestens im Winter wäre ein Wechsel möglich.

"Es wäre sicherlich hilfreich, aber wenn es nicht so ist, dann ist es nicht so", meinte Kovac hinsichtlich einer Vertragsauflösung. Und schob hinterher: "Wir sind verpflichtet, ihm die Möglichkeit auf Training zu geben. Das machen wir - aber ich muss in erster Linie mit denen arbeiten, die wir am Wochenende brauchen." So wie am heutigen Dienstag...


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