Neustart beim VfB Stuttgart: Wehrle warnt - Labbadia braucht "einen gewissen Nervenkitzel"

Simon Zimmermann
Bruno Labbadia legt beim VfB los
Bruno Labbadia legt beim VfB los / SOEREN STACHE/GettyImages
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Zwischen Ende 2010 und Mitte 2013 war Bruno Labbadia schon einmal gut 2,5 Jahre Trainer des VfB Stuttgart. Nun ist der 56-Jährige zurück im Ländle und soll die Schwaben vor dem Abstieg bewahren. Am Montag wurde Labbadia offiziell vorgestellt.


"Ich sitze hier, weil es dem Verein gerade nicht gut geht. Es ist nicht die einfachste Aufgabe. Aber ich brauche einen gewissen Nervenkitzel und eine Herausforderung", sprach Labbadia zu den anwesenden Pressevertretern.

Nervenkitzel kann er beim VfB in der Tat bekommen. Nach einer schwachen Hinserie liegen die Stuttgarter auf dem Relegationsplatz 16. Nach 15 Spieltagen weist das Punktekonto lediglich 14 Zähler auf. Immerhin: Hertha liegt punktgleich davor, der FC Augsburg auf Platz 14 ist nur einen Zähler entfernt.

"Wir müssen in die Köpfe der Spieler kommen, die Motivation herauskitzeln, den Jungs ein Stück mehr Selbstvertrauen geben", meinte Labbadia weiter. "Ärmel hochkrempeln und Lust auf Fußball entwickeln", laute das Motto nun.

In der Anhängerschaft kam die Verpflichtung des Ex-Trainers nicht sonderlich gut an. Überraschend bekam Labbadia einen recht langfristigen Vertrag bis Sommer 2025. Nach einem gelungen Abstiegskampf soll er den VfB im Bestfall weiter nach oben führen.

Labbadia erklärte, er habe seinen neuen Spielern gesagt, "dass Abstiegskampf keiner braucht. Aber wenn man es schafft, nimmt man extrem viel mit, dann kann man mit dem Klub einen Schritt nach vorne machen. Aber dieser Weg wird sehr steinig".

Ob diese Rechnung aufgeht? Immerhin schaffte es der VfB in der Vor-Saison erst in letzter Sekunde, sich in der Bundesliga zu halten. Fortschritte suchte man eine Spielzeit später bislang vergeblich.

Alexander Wehrle warnt: "Situation ist ernst"

Wie wichtig ein Verbleib im Oberhaus für den Klub ist, skizzierte Alexander Wehrle. Die Situation sei "nicht vergleichbar mit 2019". Der Vorstandsboss machte klar: "Dazwischen liegen eineinhalb Corona-Jahre mit 90 Millionen Euro Verlust. Dazu kommt ein Stadioninvest in Höhe von 130 Millionen. Und ein Abstieg würde 40 Millionen Umsatzverlust bedeuten. Die Situation ist ernst."

"Ein möglicher Abstieg im Jahr 2023 ist nicht vergleichbar mit 2019 oder 2016."

Alexander Wehrle

Neben Labbadia als neuen Trainer verpflichtete der VfB auch einen Mislintat-Nachfolger als Sportdirektor. Fabian Wohlgemuth gab sich mit Blick auf die Rückserie optimistisch: "Wenn wir die Puzzleteile richtig zusammensetzen, bin ich mir sicher, dass wir die Aufgabe positiv bewältigen", so der 43-Jährige, der vom SC Paderborn kam. Die Fakten dürfe man aber "nicht ignorieren", so Wohlgemuth weiter. "Wir sind 16., und haben seit knapp einem Jahr kein Auswärtsspiel mehr gewonnen."

Unter Labbadia soll sich das 2023 wieder ändern.


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