Verkauf verboten: Darum dürfen die Bayern de Ligt nicht vergraulen

Die Zukunft von Matthijs de Ligt ist ein wenig unsicher
Die Zukunft von Matthijs de Ligt ist ein wenig unsicher / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Zuletzt mehrten sich die Gerüchte, wonach Thomas Tuchel und Matthijs de Ligt nicht das beste Verhältnis zueinander haben und der Niederländer den FC Bayern womöglich im Sommer verlassen könnte. Es gibt jedoch vielerlei Gründe, weshalb ein Verkauf des Innenverteidigers ein schwerer Fehler wäre.

1. de Ligt hat Leader-Fähigkeiten

Matthijs de Ligt ist ein Leader. Das hat er bereits in ganz jungen Jahren als Kapitän von Ajax Amsterdam gezeigt und er hinterlegte den Beweis auch in seiner ersten Bayern-Saison. Der Niederländer konnte insbesondere in der vergangenen Rückrunde zeigen, dass er ein fragiles Konstrukt noch einigermaßen zusammenhalten kann. Nicht umsonst wird er von vielen als beständigster Bayern-Spieler der letzten Saison angesehen.

de Ligt ist keiner, der sich versteckt, wenn es nicht läuft, sondern in derartigen Situationen erst recht da ist. Dies gilt auch für die wichtigen Spiele in der Champions League. Der Innenverteidiger hat eine Winner-Mentalität und ist auch in der Lage, von hinten Kommandos zu geben. Daher ist er aktuell der erste Kandidat, dem man zutrauen könnte, auf viele Jahre hin der klare Abwehrchef zu sein.

Nicht vergessen darf man außerdem, dass mit Manuel Neuer und Thomas Müller in nicht allzu ferner Zukunft zwei Leader-Figuren wegfallen. Umso entscheidender ist es, Typen wie de Ligt nicht auch noch zu verlieren.

2. de Ligt macht, was er machen muss: Verteidigen

Immer wieder hörte man aus den Aussagen von Tuchel heraus, dass er mit dem Aufbauspiel von de Ligt nicht ganz zufrieden ist. Hierbei sei gesagt, dass der Niederländer in dieser Kategorie kein Mats Hummels oder David Alaba mehr wird, jedoch auch keineswegs ein Sicherheitsrisiko darstellt.

In der vergangenen Saison war er mit einer Passquote von gut 91 Prozent der zweitbeste Spieler der Bundesliga in dieser Kategorie. Demnach kann man gut damit leben, dass er das ganz große Risiko scheut.

Viel wichtiger ist aber, dass de Ligt in der Defensive seinen Mann steht. Der Niederländer überzeugt mit einem starken Stellungsspiel, einer resoluten Zweikampfführung und einer enormen Kopfballstärke. Er verteidigt schnörkellos, aber in der Regel absolut sicher. Genau diese Qualität benötigt der FC Bayern auch. Manchmal ist es am besten, wenn ein Spieler einfach die Aktionen macht, die er machen muss und machen kann - ohne dabei sonderlich filigran auszusehen.

3. Bayern würde unnötig eine Lücke aufreißen

Es gibt keinen Zweifel daran, dass der FC Bayern neben Kim min-jae und Dayot Upamecano noch einen weiteren Innenverteidiger auf Top-Niveau benötigt. Demnach würde man sich mit einem Verkauf von de Ligt ins eigene Bein schießen und müsste einen mindestens gleichwertigen Spieler holen. Dieses Unterfangen dürfte sich jedoch mehr als schwierig gestalten.

Gerüchte gab es in den letzten Wochen und Monaten immer wieder über Barca-Verteidiger Ronald Araujo. Dieser hat sich jedoch bislang noch nicht mit einer Silbe dazu geäußert, dass er sich einen Wechsel nach München vorstellen könne. Zudem ist der Uruguayer bislang auch den Beweis schuldig geblieben, dass er ein Stabilisator in den ganz großen Spielen sein kann. Hier ist ihm de Ligt gewiss einen Schritt hinaus.

4. De Ligt hat die besten Jahre noch vor sich

Zwar ist de Ligt gefühlt schon eine Ewigkeit im Profi-Fußball mit dabei, jedoch darf man nicht vergessen, dass er mit seinen 24 Jahren noch immer sehr jung ist. So ist er beispielsweise ein knappes halbes Jahr jünger als der eben angesprochene Araujo und fast ganzes ein Jahr jünger als Dayot Upamecano, bei dem man noch immer dazu neigt, ihm Welpenschutz zu erteilen. Hält man sich an die Fakten, ist dies jedoch absolut unbegründet.

de Ligt wirkt zwar körperlich und mental schon sehr ausgereift, jedoch dürfte auch er seine besten Jahre noch vor sich haben. Die meisten Innenverteidiger erreichen ihr Top-Niveau schließlich erst mit Ende 20. Bis dahin bleibt dem Niederländer noch reichlich Zeit.

5. De Ligt bringt einen tadellosen Charakter mit

Matthijs de Ligt es ein Spieler, der sich in seiner gesamten Karriere praktisch nichts zu Schulden kommen lassen hat. Der 24-Jährige arbeitet diszipliniert und professionell und stellt seine eigenen Bedürfnisse nicht über die der Mannschaft.

So mancher Profi hätte in der Hinrunde Stunk erzeugt, wenn er regelmäßig auf der Bank sitzt, obwohl er in der Vorsaison noch ein absoluter Leistungsträger war. Von de Ligt war jedoch kein böses Wort zu hören. Vielmehr ackerte er im Training, um an seinen Schwächen zu arbeiten und ein noch besserer Spieler zu werden.


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