UWCL-Vorschau: Alles oder Nichts für Bayern beim Gruppen-Finale

  • Letzter Gruppenspieltag der Frauen-Champions-League steht an
  • FC Bayern kämpft noch ums Weiterkommen
  • Eintracht bereits ausgeschieden

Bayern siegte zuletzt in der Bundesliga gegen Hoffenheim. Jetzt gibt es ein weiteres wichtiges Heimspiel.
Bayern siegte zuletzt in der Bundesliga gegen Hoffenheim. Jetzt gibt es ein weiteres wichtiges Heimspiel. / Sebastian Widmann/GettyImages
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Der letzte Spieltag der UWCL-Gruppenphase steht vor der Tür. Es geht um alles: Bayern braucht einen Sieg, um ins Viertelfinale einzuziehen, auch in der Gruppe D ist es noch spannend. Frankfurt will sich zuhause gebührend aus dem Wettbewerb verabschieden.

Bayern: Alles oder Nichts gegen Paris Saint-Germain

30. Januar, 21 Uhr: Bayern München - PSG

Gruppensieg oder letzter Platz, umjubelter Einzug in das Viertelfinale oder bitteres Ausscheiden, Euphorie oder Trauer. Bei Bayern ist vor dem letzten Spieltag noch alles offen. Gegen das französische Spitzenteam PSG muss Bayern nun gewinnen, um das Weiterkommen zu sichern.

Paris steht mit neun Punkten an der Spitze der Tabelle, gefolgt von Ajax (sieben), Bayern (sechs) und der AS Rom (fünf). Viel mehr Spannung geht nicht: Drei Teams können noch die Gruppe gewinnen, alle vier können noch weiterkommen. Die beste Ausgangslage hat damit Paris, denn als einziges Team reicht ihnen ein Unentschieden sicher zum Weiterkommen.

Bayern dagegen muss in allen Szenarien siegen. Das ergibt eine interessante Ausgangslage: Wird Paris sich einmauern und auf ein torloses Remis hoffen? Wie viel Offensive wagt Bayern-Trainer Alexander Straus? Von einem Rückstand noch zurückzukommen, würde vermutlich sehr schwierig. Es gilt also, die Balance zwischen Schlagkraft und Sicherheit zu finden.

Keine einfache Aufgabe, aber Bayern kann Paris schlagen. Das haben sie bereits im ersten Champions-League-Spiel der Saison bewiesen. Paradox: Allein das vermeintlich schwierigste Spiel, auswärts gegen PSG, konnte Bayern gewinnen. Die auf dem Papier leichteren Aufgaben gegen Rom und Ajax dagegen bewältigten die Münchnerinnen nicht. Am letzten Spieltag gab es ein höchst dramatisches 2:2 gegen die AS Rom, mit drei Toren in der Schlussphase.

Straus und sein Team werden sich das Hinspiel wohl noch genau anschauen. Der Schlüssel zum Erfolg in Paris war eine solide Defensivleistung. Ein Offensivfeuerwerk brannte Bayern freilich nicht ab, aber das brauchte es auch nicht. Ein Tor von Magdalena Eriksson machte den Unterschied und sorgte für den 1:0-Erfolg.

Defensiv nichts zulassen, das wird auch am Dienstag die Devise sein. PSG hat es beim Hinspiel nicht wirklich auf den Rasen gebracht, aber die Französinnen verfügen über eine sehr schlagkräftige Offensive. Mit Tabitha Chawinga und Marie-Antoinette Katoto hat Trainer Jocelyn Precheur zwei der besten Stürmerinnen überhaupt in seinen Reihen. PSG zeigte sich auch zuletzt torgefährlich, feierte in der Liga ein 6:0 und ein 8:1. Nur zweimal ließ Paris in der Liga Federn.

An Abenden wie diesem, gegen ein gut aufgelegtes Topteam, zeigt sich, wie groß die Lücke zwischen Realität und Anspruch ist. Bayern hat sich im Sommer stark verstärkt. Ein Aus in der Gruppenphase wäre sehr bitter und ein klares Zeichen, sich selbst stärker zu hinterfragen. Andererseits ist das Spiel eine Chance, unter dem Druck über sich herauszuwachsen. Bayern muss für die Mammutaufgabe weiterhin auf Runarsdottir, Eriksson, Guzman, Simon und Zawistowska verzichten.

Frankfurt will versöhnlichen Abschluss vor eigenem Publikum

31. Januar, 21 Uhr: Eintracht Frankfurt - FC Rosengard

Für Frankfurt ist der Druck dagegen weniger groß. In Barcelona hat die SGE das Fußballwunder verpasst, das Ausscheiden steht bereits vor dem letzten Spieltag fest. Frankfurt muss sich nichts vorwerfen und hat gegen das beste Team der Welt alles gegeben. Mehr als die Niederlage selbst schmerzen jedoch die Verletzungen von Kapitänin Tanja Pawollek (Kreuzbandriss) und Géraldine Reuteler (Fußverletzung).

Nach dem 0:2 gegen den Titelverteidiger Barcelona überwog bei Frankfurt trotzdem der Stolz. "Wir haben den Einzug ins Viertelfinale der UWCL nicht heute verloren, sondern schon gegen Benfica Lissabon", sagte Sophia Kleinherne zutreffend. In der ersten Champions-League-Saison musste die Eintracht teils Lehrgeld zahlen, zeigte aber auch viele gute Ansätze.

Ein Highlight waren auch die vielen mitgereisten Fans in Barcelona. Den Fans will die SGE jetzt etwas zurückgeben und gegen den FC Rosengard einen Heimsieg zum Abschluss feiern. Es geht nur um die goldene Ananas - aber Frankfurt will auch mit einem positiven Gefühl rausgehen und den Champions-League-Schwung mit in den Bundesliga-Alltag nehmen.

Alle Begegnungen im Überblick

In zwei Gruppen geht es schon um nichts mehr: In Gruppe A haben sich Barcelona und Benfica qualifiziert, in Gruppe B Olympique Lyonnais und SK Brann. Neben Bayerns Gruppe C hat auch Gruppe D noch Spannung. Chelsea ist bereits qualifiziert, Paris FC braucht gegen die Blues einen Sieg, um doch noch an Häcken vorbeizuziehen.

Alle Spiele werden live und kostenlos auf DAZN übertragen.

Real Madrid - BK Häcken (Dienstag, 30.01., 18:45)

Paris FC - Chelsea (Dienstag, 30.01., 18:45)

Ajax - AS Roma (Dienstag, 30.01., 21:00)

Olympique Lyonnais - Slavia Praha (Mittwoch, 31.01., 18:45)

SK Brann - St. Pölten (31.10., 18:45)

Benfica Lissabon - FC Barcelona (31.10., 21:00)