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Unklare Konstellation im Mittelfeld: Wer könnte den FC Bayern verstärken?

Thiago
Bleibt Thiago das Herzstück im Mittelfeld des FC Bayern? | DeFodi Images/Getty Images

Die Verantwortlichen des FC Bayern äußern sich widersprüchlich über die geplanten Transferaktivitäten für diesen Sommer. Einerseits soll der Kader in der Breite verstärkt werden, andererseits soll nach dem teuren Transfer von Leroy Sané nicht mehr so viel Geld investiert werden. Unklar ist deshalb vor allem, was im Mittelfeld passiert. Ein Quartett könnte den Verein verlassen - doch wen verpflichten die Bayern als Ersatz?

Auf den Außenbahnen haben die Verantwortlichen vorgesorgt. Während Ivan Perisic aufgrund seines hohen Gehalts zu Inter Mailand zurückkehren dürfte, ist mit Leroy Sané der Wunschspieler des vergangenen Transfersommers angekommen. Für eine Ablösesumme knapp unter 50 Millionen Euro kommt der deutsche Nationalspieler von Manchester City - doch weitere Transfers in dieser Größenordnung soll es nicht mehr geben.

Deshalb ist auch eine Verpflichtung von Kai Havertz kein Thema, wie Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge deutlich gemacht hat. Man wolle keine finanzielle Risiken eingehen, das Juwel von Bayer Leverkusen hat allerdings ein Preisschild von 100 Millionen Euro. Statt so viel Geld für einen Spieler auszugeben, sollen geringere Summen in mehr Spieler investiert werden, um in der Breite nachzulegen.

Kai Havertz
Medienberichten zufolge will Kai Havertz in diesem Jahr wechseln. Ein Transfer zum FC Bayern ist deshalb ausgeschlossen. | Pool/Getty Images

Helfen könnten Einnahmen aus dem zentralen Mittelfeld. Corentin Tolisso, Javi Martinez und Thiago gelten als Abschiedskandidaten. Damit geht jedoch auch einher, dass pro verkauftem Spieler mindestens ein Ersatz verpflichtet werden muss.

Dass mehr als ein Spieler verkauft wird, ist jedoch zweifelhaft. Sollte etwa Thiago gehen, dürfte Tolisso bleiben. Neben dem Franzosen blieben dann voraussichtlich Martinez, Mickael Cuisance, Rückkehrer Adrian Fein sowie Joshua Kimmich und Leon Goretzka übrig. Das Problem hierbei ist die Qualität in der Breite: Cuisance hat nach dem Re-Start zwar eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt, ist aber noch weit davon entfernt, einen Stammplatz zu erobern. Ob Fein nach seiner Rückkehr vom Hamburger SV direkt im Konkurrenzkampf mitmischen kann, bleibt abzuwarten. Tolisso hatte in dieser Saison wenig Spielpraxis, fällt seit April verletzt aus; und Martinez hat seinen Zenit überschritten. Doch wer hat die Qualität, um den FC Bayern zu verstärken?

Eine (teure) Option: Ismail Bennacer

Ein potentieller Neuzugang wäre Ismael Bennacer - ein Transfer dürfte sich allerdings kompliziert gestalten. Der 22-Jährige wechselte erst vor einem Jahr für 16 Millionen Euro vom FC Empoli zur AC Mailand, eroberte nach einem durchwachsenen Start einen Stammplatz. Der Linksfuß pflegt einen ähnlichen Spielstil wie Thiago, ist bei den Rossoneri allerdings häufiger an Aktionen gegen den Ball beteiligt. Dafür kreiert er - wie Thiago - zahlreiche Torchancen, weist zudem eine ähnlich hohe Passquote von über 80 Prozent auf (via fbref.com).

Ismael Bennacer
Überzeugt bei der AC Mailand: Ismael Bennacer | Marco Luzzani/Getty Images

Allerdings hat Bennacer noch Luft nach oben, muss sich besonders in Zweikämpfen zügeln. Allein in dieser Saison hat er 13 Gelbe Karten kassiert. Doch dass Hansi Flick Spieler besser machen kann, hat er nicht zuletzt bei Thiago bewiesen. Die Ablöseforderungen sollen laut Sport1 jedoch bei 50 Millionen Euro liegen.

Wird Roca erneut ein Thema?

Ein weiterer Kandidat wäre Marc Roca. Der Spanier ist kein Unbekannter, war bereits vor einem Jahr bei den Bayern im Gespräch. Der 23-Jährige ist bis 2022 an Espanyol Barcelona gebunden, der Stadt-Rivale des FC Barcelona wird allerdings aus der Primera Division absteigen. Aufgrund dessen könnte Roca für eine relativ niedrige Summe gehen.

Noch ist Roca aber nicht auf einem Niveau mit Thiago, Kimmich oder Goretzka. Insofern stellt sich die Frage, ob er wirklich die Verstärkung wäre, die der Rekordmeister benötigt.

Zakaria keine Option

Denis Zakaria dürfte hingegen keine Option sein. Laut Sport1 strebt der Schweizer Mittelfeld-Motor keinen Abschied von Borussia Mönchengladbach an, darüber hinaus erklärte Sportdirektor Max Eberl, ihn in diesem Sommer nicht abgeben zu wollen. "Denis wird in der neuen Saison bei uns spielen und seine Entwicklung vorantreiben", sagte Eberl dem Lokalsender Radio 90.1.