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Musiala und Choupo-Moting überragen: Die Tops & Flops der Bayern-Hinrunde

Dominik Hager
Musiala und Choupo-Moting gehören zu den Gewinnern der Hinrunde
Musiala und Choupo-Moting gehören zu den Gewinnern der Hinrunde / Soccrates Images/GettyImages
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Der FC Bayern hat trotz eines etwas längeren Zwischentiefs eine insgesamt hervorragende Hinrunde mit tollem Offensivfußball und einer stabilen Defensive gezeigt. Einige Spieler haben sich in den vergangenen Monaten besonders hervorgetan, wohingegen andere Luft nach oben ließen. Wir werfen einen Blick auf die Tops und Flops der Hinrunde.


Die Tops der Hinrunde

1. Jamal Musiala

Jamal Musiala
Maja Hitij/GettyImages

Der jüngste Bayern-Stammspieler war in Summe wohl auch der beste Münchner überhaupt. Musiala ist inzwischen kein Talent mehr, sondern ein Weltklasse-Kicker. Der 19-Jährige ist ein Unterschiedsspieler, wie ihn das DFB-Team lange nicht hatte und selbst der FC Bayern nicht alle Tage vorweisen kann.

Der Offensive Mittelfeldspieler konnte mit seiner grandiosen Technik, vielen Toren und zahlreichen Assists glänzen. Besonders beeindruckend war hierbei seine Konstanz. Musiala absolvierte in der gesamten Hinrunde eigentlich keinen einzigen richtig schlechten Auftritt. In den meisten Matches war “Bambi“ on Fire und hat Fußball-Deutschland verzückt. Zwölf Tore und zehn Assistes unterstreichen seine Traum-Hinrunde.

2. Eric Maxim Choupo-Moting

Eric Maxim Choupo-Moting
Lukas Schulze/GettyImages

Der Kameruner war die Überraschung schlechthin auf Seiten des Rekordmeisters. Eigentlich hatte niemand den 33-jährigen Angreifer als "Nachfolger" von Robert Lewandowski auf der Rechnung. Choupo-Moting spielte sich jedoch Mitte der Hinrunde mit einem Gala-Auftritt gegen Freiburg ins Team und lieferte seitdem Woche für Woche voll ab. Seit Choupo-Moting als echte Spitze das Zepter in die Hand genommen hat, läuft es für den FC Bayern wieder richtig rund. Mit elf Toren und drei Vorlagen in 852 Spielminuten hat der Kameruner eine unfassbare Quote vorzuweisen. Der Routinier hilft dem Team aber auch mit seiner fußballerischen Klasse und seiner besonderen Gabe, Bälle festzumachen und zu verarbeiten.

3. Dayot Upamecano

Dayot Upamecano
BSR Agency/GettyImages

In der Vorsaison musste sich Dayot Upamecano einiges an Kritik gefallen lassen. Der junge Innenverteidiger leistete sich zahlreiche Fehler und war trotz seines sichtbaren Potenzials häufig ein Unsicherheitsfaktor. Davon kann in dieser Saison nicht die Rede sein. Der Transfer von de Ligt scheint in Upamecano einen Schalter umgelegt zu haben. Der Abwehrmann arbeitet noch härter und professioneller und hat sich sogar die Hilfe eines Opernsägers geholt, der ihm zu einer kräftigeren Stimme verhelfen soll. Als zentraler Punkt der Viererkette muss Upamecano eben auch deutliche Anweisungen geben können.

Abgesehen von zwei, drei Aussetzern spielte der junge Franzose eine bärenstarke Hinrunde. Mit seiner Zweikampfhärte, seiner Athletik und einem nochmals verbesserten Stellungsspiel, war der Ex-Leipziger regelmäßig ein Fels in der Brandung.

4. Leroy Sané

Leroy Sane
Maja Hitij/GettyImages

Auf Sané wurde nach der letzten Rückrunde ebenfalls ordentlich rumgehackt. Zum Teil war die Kritik aber auch angemessen, zumal der Offensivspieler wahrlich ein schwaches Halbjahr spielte. Auch die vielen Mentalitäts-Diskussionen waren sicherlich nicht aus der Luft gegriffen.

In der Hinrunde hat es Sané nun aber seinen Kritikern gezeigt. Mangelndes Engagement und fehlende Mentalität konnte man dem 26-Jährigen bis auf ein, zwei Ausnahmen nicht vorwerfen. Fußballerisch konnte Sané insbesondere in der Champions League seine Highlights setzen, wo er in vier Spielen vier Tore erzielt hat und zwei Treffer vorbereiten konnte.

Es war beeindruckend mitanzusehen, wie es Sané nach seinem Joker-Dasein zu Beginn der Saison geschafft hat, sich mit starken Leistungen ins Team zu kämpfen. Nun gilt es, die gezeigte Performance auch zu bestätigen.

5. Marcel Sabitzer

Marcel Sabitzer
Jonathan Moscrop/GettyImages

Abgesehen von Julian Nagelsmann und dem Spieler selbst, setzte keiner der Verantwortlichen mehr Vertrauen in den Österreicher. Dazu war seine erste Saison als Bayern-Profi einfach zu schwach. Umso größer war das Erstaunen, als Sabitzer zum Saisonstart Stammspieler wurde. Der Mittelfeldspieler hatte sich in der Vorbereitung mächtig reingekniet und profitierte von der Goretzka-Verletzung. Der Ex-Leipziger glänzte vor allem dadurch, dass er andere glänzen ließ. Regelmäßig hielt Sabitzer Mittelfeld-Leader Kimmich den Rücken frei und spielte seinen Part unaufgeregt und fehlerfrei.

So ganz konnte Sabitzer sein Niveau zwar nicht über die gesamte Hinrunde aufrecht erhalten, wenn man jedoch seine Form mit dem Vorjahr vergleicht, muss man dem 28-Jährigen eine gigantische Verbesserung nachweisen.

Die Flops der Rückrunde

6. Kingsley Coman

Kingsley Coman
BSR Agency/GettyImages

Kingsley Coman war die Enttäuschung im ansonsten großartigen Münchner Offensivverbund. Der Franzose, der in der letzten Saison noch der beste und konstanteste Münchner Flügelspieler war, hatte in dieser Spielzeit enorme Mühe. Aufgrund einer roten Karte aus der Vorsaison, war Coman zum Saisonstart gesperrt und musste mitansehen, wie seine Kollegen fleißig Pluspunkte sammelten.

Der Flügelflitzer fügte sich dann jedoch mit einem grandiosen Auftritt gegen den VfL Bochum ein, bei dem er vier Scorer-Punkte erzielte. Abgesehen davon sprangen wettbewerbsübergreifend nur zwei weitere Scorer heraus. Coman wurde von kleineren Verletzungen zurückgeworfen und fand seinen Rhythmus einfach nie so richtig. Seine Dribblings wirkten gehemmt und wenig zielführend und die Qualität in seinen Flanken und Abschlüssen ließ häufig zu wünschen übrig. Es war schlichtweg keine gute Hinrunde von Coman.

7. Ryan Gravenberch

Ryan Gravenberch
BSR Agency/GettyImages

Der Neuzugang von Ajax hätte eigentlich der große Nutznießer der Goretzka-Verletzung werden können, verlor jedoch das Duell um den Platz in der Startelf gegen Sabitzer. Der junge Niederländer musste sich demnach überwiegend mit Joker-Einsätzen zufrieden geben und selbst diese wurden nach der Goretzka-Rückkehr immer weniger.

Gravenberch fand nie wo wirklich seinen Rhythmus und agierte bei seinen Joker-Einsätzen mitunter verkrampft und zu kompliziert. Gegen Ende der Hinrunde fand der Holländer wieder zu mehr Sicherheit, jedoch konnte er sein Potenzial nur sporadisch auf den Platz bringen. Gravenberch selbst äußerte sich zuweilen unzufrieden mit seiner derzeitigen Situation. Die Nichtnominierung für die WM dürfte seine Laune nur noch verschlechtert haben.

8. Thomas Müller

Thomas Müller
Aitor Alcalde/GettyImages

Als Flop kann man Thomas Müller eigentlich nicht betiteln. Der Raumdeuter fand gut in die Saison und sammelte fleißig Scorer-Punkte. Daraufhin folgte jedoch eine längere Durstrecke, bei der Müller zu einem der Gesichter des Münchner Zwischentiefs wurde. Der deutsche Nationalspieler meldete sich zwar dann mit zwei Scorer gegen Leverkusen zurück, jedoch begann im Anschluss sein Körper zu streiken. Eine Sache, die man von Müller eigentlich nicht kennt.

Während der Müller-Abstinenz starteten die Bayern eine beeindruckende Siegesserie, die zeigte, dass es auch ohne den Routinier geht. Eigentlich war der 33-Jährige immer ein unumstrittener Stammspieler, jedoch dürfte er ein wenig an Standing und Unantastbarkeit verloren haben. Seine Hinrunde war durchwachsen, wohingegen einige Teamkollegen voll abgeliefert haben. Es ist davon auszugehen, dass es für Müller gar nicht so leicht wird, in die Stammmannschaft zurückzukehren.


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