Spanien im WM-Finale! La Roja setzt sich nach aktionsreicher Schlussphase gegen Schweden durch

  • Spanien steht erstmals im WM-Finale
  • Joker Paralluelo schlägt erneut zu
  • Hoffnung bei Schweden währt nur kurz

Wie gegen die Niederlande - erneut war es Einwechselspielerin Salma Paralluelo, die Spanien zur Führung schoss
Wie gegen die Niederlande - erneut war es Einwechselspielerin Salma Paralluelo, die Spanien zur Führung schoss / Phil Walter/GettyImages
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Spanien steht erstmals im WM-Finale! Joker Salma Paralluelo und Olga Carmona erzielten die Treffer für "La Roja" im Halbfinale. Auch wenn Schweden zwischenzeitlich ausgleichen konnte, war der Wille bei Spanien etwas größer, um durch ein 2:1 den ersten Platz für das Finale zu verbuchen. Für Schweden geht es nun ins Spiel um Platz drei.

Eine Partie, die in der ersten Halbzeit noch sehr taktisch geprägt gewesen war, entwickelte sich hin zu einer torreichen Schlussphase. Die eingewechselte Paralluelo konnte wie schon im Viertelfinale gegen die Niederlande treffen. Schweden verteidigte lange diszipliniert und kam vorne durch Rebecka Blomqvist zum Ausgleichstreffer, sie stellten in der 90. Minute jedoch Olga nicht gut genug zu, die unter großem spanischen Jubel den Siegtreffer erzielte.

In der vergangenen Runde hatte Schweden mit Favorit Japan bereits eine spielstarke Mannschaft aus dem Turnier geworfen. Überraschend hatten die Schwedinnen mit einer offensiven Herangehensweise weite Teil der Partie dominieren können und wussten vor allem ihre physische Stärke sowie Größenvorteile bei Standards einzusetzen. Hingegen hatte "La Roja" gegen die großen Niederländerinnen schon die richtigen Mittel parat gehabt. Auch gegen Schweden entschied man sich für die richtige Taktik, um den Abwehrriegel zu knacken.

Alexia Putellas, Filippa Angeldal
Weltfußballerin Alexia Putellas ist nach einer Kreuzbandverletzung noch nicht wieder bei ihrer alten Form angekommen / Catherine Ivill/GettyImages

Während das Team von Peter Gerhardsson nach dem Viertelfinale unverändert in das Spiel gegen die Spanierinnen ging, nahm Jorge Vilda zwei Wechsel vor. Anstatt von Esther González startete Weltfußballerin Alexia Putellas im zentralen Mittelfeld, die im bisherigen Turnier noch nicht richtig zum Zuge gekommen war. Dafür rückte Jennifer Hermoso wieder vorne in den Sturm. Zudem kehrte Olga zurück auf die Linksverteidiger-Position und ersetzte damit Oihane Hernández.

Wie erwartet, startete Spanien mit dem typischen Ballbesitz-Fußball. Schweden zog sich zunächst etwas zurück und agierte abwartend im Mittelfeld-Pressing. Gleichzeitig waren sie bereit, bei Fehlern der Spanierinnen schnell umzuschalten. Einige Male kam durch aufmerksames Auftreten eine Schwedin an den Ball und konnte sofort in den Angriff übergehen. Durch eine ähnliche Situation wurde es auch zum ersten Mal gefährlich, als Stina Blackstenius nach einem Fehlpass von Laia Codina Richtung spanischer Strafraum zulief (4.). Der Fehler konnte jedoch schnell wieder ausgebessert werden.

Auf der anderen Seite wurde es vor dem Tor von Zecira Musovic erstmals nach einer Hereingabe von Olga gefährlich auf den zweiten Pfosten segelte. Die dort wartende Alba Redondo wollte das Leder per Kopf jedoch noch einmal ablegen anstatt direkt abzuschließen (11.). Auf diese Weise konnte eine schwedische Verteidigerin rechtzeitig klären. Olga stand auch wenige Minuten später wieder im Mittelpunkt, als ihr leicht abgefälschter Distanzschuss nur knapp am schwedischen Tor vorbeizischte.

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Die Schwedinnen wurden immer wieder nach Standards gefährlich für die spanische Defensive / SAEED KHAN/GettyImages

Es ergaben sich zunächst nicht allzu viele Chancen für die Spanierinnen. Es bedurfte kleiner kreativer Ideen, wie beispielsweise einer gekonnten Bewegung von Aitana Bonmatí auf der rechten Angriffsseite, worauf eine präzise Flanke in den schwedischen Strafraum folgte. Dort wartete schon Hermoso, kam jedoch nicht mehr mit dem Kopf an den Ball (22.)

Die beste Chance der ersten Halbzeit ergab sich schließlich für Schweden kurz vor der Pause. "La Roja" konnte den Ball links hinten in der eigenen Hälfte nicht richtig klären, wodurch Nathalie Björn zur Flanke kam. Da sich Ona Batlle deutlich verschätzte, kam Fridolina Rolfö zum Abschluss. Torhüterin Cata Coll wehrte den Versuch mit einer schnellen Reaktion ab. Auch wenn die Schwedinnen anschließend die ersten zwei Möglichkeiten per Ecken erhielten, blieb die Partie zur Halbzeit torlos.

Die Schwedinnen kamen voller Tatendrang aus der Kabine und begannen die zweite Hälfte mit deutlich höherem Anlaufen. Dies resultierte in mehr Unsicherheit im spanischen Aufbauspiel, immer wieder schlichen sich kleine Fehler ein, welche das Team von Gerhardsson zum eigenen Vorteil nutzen wollte. Schweden erarbeitete sich immer mehr Spielanteile und kam erneut zu Abschlüssen durch Blackstenius nach guter Vorarbeit von Johanna Rytting-Kaneryd (55.) sowie Rolfös Mix aus Schuss und Flanke (56.).

Fridolina Rolfo
Fridolina Rolfö blieb trotz einiger guter Chancen gegen Spanien torlos / Phil Walter/GettyImages

Das Signal für Spanien, wieder mehr Druck nach vorne zu machen, kam in Gestalt von Salma Paralluelo (57.). Die schnelle Außenstürmerin hatte schon gegen die Niederlande für den spielentscheidenden Treffer gesorgt. Dieses Mal ersetzte sie Putellas, die deutliche Schwierigkeiten hatte, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Paralluelo war auch gleich nach ihrer Einwechslung an der ersten Offensivaktion beteiligt.

Es entwickelte sich immer mehr zu einem sehr unterhaltsamen Spiel - mit abwechselnden Angriffsaktionen auf beiden Seiten. Die besseren Chancen erhielt jedoch Spanien. Zunächst probierte es Mariona Caldentey per Freistoß aus halblinker Position kurz vor dem Strafraum, ein schwedischer Rücken blockte jedoch ihren Schuss (67.). Danach kam Redondo nach Flanke von Hermoso zu einer Doppelchance aus kurzer Distanz. Der zweite Versuch erfolgte sogar aus dem Liegen heraus, streifte aber nur das Außennetz (71.).

Aber wieder war es Paralluelo, die den wichtigen Führungstreffer für Spanien erzielte. In der 81. Spielminute brachte Hermoso eine hohe Flanke aus dem Halbraum in den gegnerischen Sechzehner. Die schwedische Verteidigung konnte das Leder zuerst nicht klären, wodurch die Angreiferin vom FC Barcelona die Möglichkeit dankend annahm und aus kurzer Distanz zur Führung einschoss.

Auch Schweden hatte mittlerweile frisches Personal auf den Platz geschickt. Eine Co-Produktion aus einer Kopfballablage von Lina Hurtig und einem erfolgreichen Abschluss von Rebecka Blomqvist ließ in der Schlussphase noch einmal Hoffnung bei den schwedischen Fans aufkommen (88.).

Allerdings hielt diese Freude nicht sehr lange an, denn fast gleich im Gegenzug legte "La Roja" wieder vor. Nach einem Eckball nahm sich Olga ein Herz und schloss aus der Distanz mit einem Treffer unter der Latte ab - bitter für Schweden, denn der Abschluss sah nicht unhaltbar aus. Trotz letzter schwedischer Versuche blieb es bei dem Ergebnis.

Olga Carmona
Schock für Schweden: Kurz nach dem Ausgleichstreffer legte Spanien erneut in Person von Olga nach / Phil Walter/GettyImages

Spanien wird am Sonntag auf den Gewinner des zweiten Halbfinals treffen - entweder Gastgeber Australien oder Europameister England. Einen Tag zuvor wird Schweden im Spiel um den dritten Platz auf den Verlierer der Partie treffen.