Borussia Mönchengladbach

Sommer und Elvedi überragend - So lief die EM 2020 für die Gladbach-Profis

Christian Gaul
Yann Sommer spielte ein überragendes Turnier
Yann Sommer spielte ein überragendes Turnier / Marcio Machado/Getty Images
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Nach dem Ausscheiden der Schweiz im Viertelfinale gegen Spanien sind bei der EURO 2020 keine Spieler der Borussia mehr im Einsatz. Werfen wir also einen gesammelten Blick auf die einzelnen Vorstellungen der elf Gladbacher bei diesem Turnier.


1. Lászlo Bénes - Slowakei

Thiago Alcantara, Laszlo Benes
Lászlo Bénes war nur kurz zu sehen / Quality Sport Images/Getty Images

Der 23-Jährige war technisch gesehen während der EURO 2020 ein Spieler des FC Augsburg, doch Schwamm drüber. Für die Slowakei saß er während des Auftakt-Sieges gegen Polen 90 Minuten auf der Bank.

Beim 0:1 gegen die Schweden (13 Minuten) und beim 0:5 gegen Spanien (eine Minute) sammelte er immerhin etwas Turnier-Erfahrung und nebenbei seine Länderspiel-Einsätze sechs und sieben.

Das vorprogrammierte Vorrunden-Aus des in die Jahre gekommenen Teams wird der letzte Fingerzeig für die Slowakei gewesen sein, fortan verstärkt auf junge Spieler wie Bénes zu setzen.

Einsätze: 2

Minuten: 14

2. Marcus Thuram - Frankreich

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Marcus Thuram traf gegen Yann Sommer / FRANCK FIFE/Getty Images

Tikus ereilte ein ähnliches Schicksal wie Bénes. Beim 1:0 der Franzosen gegen Deutschland zum Auftakt war er nicht einmal im Spieltags-Kader zu finden, beim 1:1 gegen Ungarn saß er über 90 Minuten auf der Bank und das 2:2 gegen Portugal verpasste er wegen Adduktorenproblemen.

Im Achtelfinale gegen die Schweiz wurde er für die letzten neun Minuten der Verlängerung eingewechselt und traf im Anschluss sogar seinen Elfmeter gegen Yann Sommer - doch Frankreich schied aus und Thuram hatte sich seine persönliche EURO 2020 sicherlich anders erträumt.

Einsätze: 1

Minuten: 9

3. Valentino Lazaro - Österreich

Valentino Lazaro
Valentino Lazaro verletzte sich während des Turniers / DEAN MOUHTAROPOULOS/Getty Images

Der 25-Jährige schaute sich das 3:1 zum Auftakt gegen Nordmazedonien von der Bank aus an. Beim 0:2 gegen die Niederlande kam er für die letzten 20 Minuten in die Partie.

Das letzte Gruppenspiel gegen die Ukraine (1:0) und auch das bittere Achtelfinal-Aus gegen Italien (1:2 n.V.) verpasste er wegen einer Muskelverletzung.

Nach dem Turnier kehrte der für ein Jahr ausgeliehene Lazaro wieder zu Stammverein Inter Mailand zurück, ein Verbleib in Gladbach ist auch wegen seiner Verletzungsanfälligkeit nahezu ausgeschlossen.

Einsätze: 1

Minuten: 20

4. Stefan "Stevie" Lainer - Österreich

Stefan Lainer
Stefan Lainer, der Artist aus der Alpenrepublik / Justin Setterfield/Getty Images

Zum Auftakt erzielte der 28-Jährige das 1:0 gegen Nordmazedonien, als er einen schönen Flugball von Marcel Sabitzer mit einer artistischen Einlage veredelte.

Ansonsten tat er bei der EURO 2020 für Österreich das, was ihn auch bei der Borussia zum absoluten Liebling macht: In allen drei Gruppenspielen rannte er jeweils über 90 Minuten die rechte Seite rauf und runter.

Beim Aus gegen Italien hätte er eventuell auch über die vollen 120 Minuten gehen können, doch musste er sechs Minuten vor dem Abpfiff frischen Kräften weichen.

Besonders im Defensiv-Verhalten zeigte Lainer während des gesamten Turniers eine mehr als solide Vorstellung, sein Tor war die Kirsche auf der Torte.

Einsätze: 4

Minuten: 384

5. Florian Neuhaus - Deutschland

Florian Neuhaus
Florian Neuhaus durfte sich nicht zeigen / CHRISTOF STACHE/Getty Images

Als einer der Gewinner der Vorbereitung auf das Turnier angepriesen musste der 24-Jährige in allen vier Spielen der deutschen Mannschaft 90 Minuten auf der Bank verharren.

Besonders im Hinblick auf die fehlende Kreativität aus dem Mittelfeld war diese Entscheidung des scheidenden Trainers Löw wohl als sehr bemerkenswert einzuordnen.

Neuhaus wird sich unter Hansi Flick jedoch beweisen dürfen, in Zukunft wird er ein fester Bestandteil des Teams werden.

Einsätze: 0

Minuten: 0

6. Jonas Hofmann - Deutschland

Jonas Hofmann
Jonas Hofmann stand nicht einmal im Kader / CHRISTOF STACHE/Getty Images

Ein wenig überraschend schaffte auch der vielseitige 28-Jährige den Sprung zur EURO 2020. Doch das Turnier wird er in weniger guter Erinnerung behalten.

In den ersten beiden Gruppenspielen fehlte Hofmann wegen einer Knieverletzung, danach schaffte er es nicht mehr in den Spieltags-Kader.

Im Vorfeld wurde er von Löw noch als Alternative zu Joshua Kimmich auf der rechten Außenbahn ins Spiel gebracht, doch Hofmann durfte sich nicht präsentieren.

Einsätze: 0

Minuten: 0

7. Matthias Ginter - Deutschland

Matthias Ginter
Matthias Ginter gehörte zum Stamm-Personal / Soccrates Images/Getty Images

Auch bei der EURO 2020 zeigte der 27-Jährige, dass er mittlerweile ein fester Bestandteil der deutschen Auswahl ist. In allen vier Spielen der DFB-Elf stand er in der Start-Elf und wurde dreimal erst Sekunden vor dem Ende ausgewechselt.

In der wenig stabilen deutschen Defensive tat sich auch der Gladbacher Abwehrchef oftmals schwer, seine eigentlichen Qualitäten einbringen zu können, spielte aber insgesamt ein gutes Turnier.

Seine Zukunft bei der Borussia steht derzeit in der Schwebe, auch in der DFB-Auswahl wird er sich unter Hansi Flick neu beweisen müssen.

Einsätze: 4

Minuten: 347

8. Denis Zakaria - Schweiz

Denis Zakaria
Denis Zakaria legte einen unglücklichen Auftritt hin / Marcio Machado/Getty Images

Die Mittelfeld-Krake sollte im Auftaktspiel gegen Wales ab der 66. Minute die knappe Schweizer Führung nach Hause bringen, doch nur acht Minuten später köpfte Kieffer Moore den 1:1-Endstand.

Die nächsten drei Partien versauerte Zakaria komplett auf der Bank, da er nicht an dem Duo Xhaka-Freuler vorbei kam.

Als Xhaka dann im Viertelfinale gegen Spanien gesperrt fehlte, stand Zakaria in der Start-Elf. Nachdem er mit einer seiner ersten Aktionen den Schuss von Jordi Alba ins eigene Tor ablenkte, machte Zakaria durchaus ein gutes Spiel.

In der Verlängerung wurde er dann durch den vermeintlich besseren Elfmeter-Schützen Fabian Schär ersetzt. Das Aus der Schweizer war doppelt bitter für Zakaria, hätte er im Halbfinale aufgrund der Rot-Sperre von Freuler sicherlich neben Xhaka in der Start-Elf gestanden.

Einsätze: 2

Minuten: 124

9. Breel Embolo - Schweiz

Breel Embolo
Breel Embolo musste gegen Spanien früh das Feld verlassen / Anton Vaganov - Pool/Getty Images

Der 24-Jährige startete hervorragend in das Turnier und erzielte beim 1:1 zum Auftakt gegen Wales die Schweizer Führung. Auch in den vier weiteren Partien stand er immer von Beginn an auf dem Feld.

Dabei ließ er jedoch oft seine aus Gladbach bekannte Schwäche im Abschluss vermissen. Allerdings arbeitete er immens viel für das Schweizer Team und rieb sich immer wieder auf.

Die Quittung bekam er dann im Viertelfinale, als er nach einem eher harmlosen Zweikampf an der spanischen Torlinie einen Eckball erkämpfte und danach mit einer Oberschenkelverletzung nach bereits 23 Minuten ausgewechselt werden musste.

Einsätze: 5

Minuten: 368

10. Nico Elvedi - Schweiz

Nico Elvedi, Kylian Mbappé
Kylian wer? - Nico Elvedi hatte nicht nur den Franzosen im Griff / FRANCK FIFE/Getty Images

Der 24-Jährige Elvedi verpasste keine Schweizer Minute der EURO 2020. Besonders im Verbund mit dem Dortmunder Manuel Akanji spielte der Gladbacher ein bockstarkes Turnier.

Besonders zu erwähnen sind hierbei seine Auftritte gegen Kylian Mbappé, den er über die komplette Distanz des Achtelfinales gegen Frankreich quasi abmeldete, und sein Aufbäumen in Unterzahl im Viertelfinale gegen Spanien.

Die Borussia kann sich auf die Schulter klopfen, noch vor der EURO 2020 langfristig mit Elvedi verlängert zu haben.

Einsätze: 5

Minuten: 510

11. Yann Sommer - Schweiz

Yann Sommer
Yann Sommer spielte eine starke EURO 2020 / JUSTIN SETTERFIELD/Getty Images

Nicht nur mit seinem gehaltenen Strafstoß im Achtelfinale gegen Frankreich zeigte Yann Sommer, warum er bei all der Konkurrenz die Nummer Eins im Kasten der Nati ist.

Ausgerechnet an dem Tag, als er zum Schweizer Rekord-Keeper aufstieg, führte Sommer sein Team in das Viertelfinale, wo er dann seine neun Feldspieler mit mehreren Paraden abermals in die Lotterie retten und erneut einen Elfmeter halten konnte - und dennoch erhobenen Hauptes aus dem Turnier flog.

Umso erstaunlicher war dieser Auftritt, da Sommer während der Gruppenphase zum zweiten Mal Vater wurde und deshalb das Team kurzzeitig verließ - und weil er "eigentlich gar keine Elfmeter halten kann".

Neben dem Tschechen Vaclik und Italiens Donnarumma gehörte Sommer zu den besten Torhütern des Turniers, für viele war er sogar der beste Schlussmann.

Einsätze: 5

Minuten: 510

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