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FC Schalke 04

Grammozis bleibt auf Schalke - Angebote für Serdar und Harit

Yannik Möller
Dimitrios Grammozis soll und wird den S04-Neuaufbau anführen
Dimitrios Grammozis soll und wird den S04-Neuaufbau anführen / ROLF VENNENBERND/Getty Images
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Am vergangenen Wochenende hat der FC Schalke sein vorerst letztes Bundesligaspiel bestritten. Nachdem es jüngst immer wieder Gerüchte um eine Trennung von Dimitrios Grammozis gegeben hat, erhält der Trainer aber auch für den Wiederaufstieg das Vertrauen. Derweil gibt es weitere Entwicklungen rund um die Mannschaft.


Die Frage, ob Dimitrios Grammozis weiterhin Trainer bei Schalke 04 bleibt und somit den Neuaufbau vorantreiben darf, stellt sich zwar nicht erst, aber besonders nach dem letzten Spieltag dieser Saison. Die Knappen sind abgestiegen und als schlechtester Absteiger seit Einführung der Dreipunkte-Regel in die Geschichte eingegangen. Insgesamt der drittschlechteste Klub in 58 Jahren Bundesliga.

Aspekte, die natürlich mit Grammozis verbunden sind. Auch der Abstieg als solcher hängt nun mit seinem Namen zusammen - obwohl sein direkter Anteil an diesem Resultat sehr klein ausfällt. Und dennoch: Die Diskussionen, ob er bereits verbrannt sei, ob seine Art und Weise richtig sei, ob er den Verein wieder nach oben führen könne, sie werden bereits seit Wochen geführt.

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis wird Trainer auf Schalke bleiben / Frederic Scheidemann/Getty Images

Laut WAZ steht die Entscheidung in der sportlichen Führungsetage, bestehend aus Vorstand Peter Knäbel und Direktor Rouven Schröder, aber unumstößlich fest: Grammozis bleibt. Es heißt, sie seien von ihrem Coach überzeugt. So darf er "das Gesicht des Neuaufbaus" werden und ganz wichtig: den Kader mit zusammenstellen.

Neben den ersten beiden Verpflichtungen, Danny Latza und Simon Terodde, soll ein dritter kurz bevorstehen: So meldete der kicker am Montag, dass der Transfer von Victor Palsson beinahe perfekt sein soll. Eine Personalie, unbedingt verbunden mit Grammozis. Sie beide kennen sich gut, haben anderthalb Jahre bei Darmstadt 98 zusammengearbeitet.

Victor Palsson
Victor Palsson (30) soll Schalkes dritter Neuzugang werden / Stuart Franklin/Getty Images

So wird der 42-Jährige auch bei den nächsten Spielern ein Wörtchen mitzureden haben. Schließlich wird er derjenige sein, der sie ab dem 14. Juni in der Saisonvorbereitung zu einer erfolgreichen Mannschaft zusammenschweißen muss. Dafür hat er das Vertrauen seiner Vorgesetzten.

Auf Schalke dreht sich das Personalkarussell bisher nur langsam

Neben der Personalie und den damit einhergehenden Risiken warten aber schon die nächsten Gefahren. Und zwar wird die Mannschaft zum Trainingsstart nicht vollständig sein - sehr wahrscheinlich nicht einmal ansatzweise. Schalke braucht mehr finanziellen Spielraum, um gewisse Spieler von sich überzeugen zu können, oder auch um einfach Planungssicherheit zu haben. So können sich selbst ablösefreie Personalien noch ziehen.

Der WAZ zufolge gibt es immerhin bei Suat Serdar und Amine Harit wichtige Fortschritte. Serdar, der die letzten Spiele in der Corona-Quarantäne verbringen musste, sollen schon jetzt drei Angebote von Bundesligisten vorliegen. Sein Potenzial konnte er bei S04 zwar kaum noch ausschöpfen, doch ist es zweifelsfrei vorhanden. Das wissen die Interessenten ebenfalls.

Suat Serdar
Suat Serdar dürfte Schalke als einer der Ersten verlassen können / Christof Koepsel/Getty Images

Auch bei Harit, der nach Schlusspfiff am letzten Spieltag noch einige Tränen verdrückte, könnte es vergleichsweise schnell gehen. Er soll vor allem in Frankreich das Interesse mehrerer Klubs wecken, heißt es weiter. Bei Mark Uth gibt es mit dem 1. FC Köln immerhin ein konkretes Ziel. Wie schnell sich eine Rückkehr realisieren lässt, insbesondere angesichts der Relegation, ist aber eine andere Frage.

Deutlich schwieriger wird es wohl bei Sebastian Rudy werden. Die satten sechs Millionen Euro (!) an Gehalt, die er für die nächste Saison noch bei Königsblau kassieren kann, übersteigen alles, was sämtliche andere Vereine ihm zahlen würden.

Allerdings wird die 2. Bundesliga als neue sportliche Heimat wohl abschreckender wirken, als das Geld anziehend. Schlussendlich dürfte es zu einer Vertragsauflösung und somit zu einer Abfindung kommen. Dann kann der 31-Jährige problemlos wechseln, beispielsweise wieder zur TSG Hoffenheim.


Nur wenige zeitnahe Entscheidungen in Sicht - manche Entscheidungen liegen auf Eis

Bei Spielern wie Omar Mascarell, Matija Nastasic oder Hamza Mendyl läuft es aber nicht unbedingt auf frühzeitige Lösungen hinaus. Die WAZ bespielt sogar das Szenario, dass einige der "Ladenhüter" bis Ende August noch keine neuen Klubs gefunden haben. Zumindest insofern, dass alle Modalitäten geklärt sind.

Da sie allerdings gleichzeitig eine ganze Menge an Gehalt vereinnahmen, hat Schalke es anderweitig schwer, den Kader neu zu besetzen. Es ist weder Geld über für vorzeitige Verpflichtungen, noch kann man sich darauf verlassen, dass diese notwendigen und angedachten Abgänge zu seinem vernünftigen Zeitpunkt über die Bühne gehen.

Klaas Jan Huntelaar
Ob Klaas-Jan Huntelaar noch bleiben wird, könnte sich erst spät entscheiden / Frederic Scheidemann/Getty Images

So soll auch die etwaige Vertragsverlängerung mit Klaas-Jan Huntelaar vorerst auf Eis liegen. Der Stürmer, der eine schlagkräftige Truppe für die Mission Wiederaufstieg gefordert hatte, muss sich gedulden. Uth und Benito Raman sind als Stürmer noch da, sollen aber gehen. Auch bei Ahmed Kutucu und Rabbi Matondo deutet der Bericht an, dass sie bei S04 keine Zukunft mehr haben könnten.

So ist gut zu sehen, wie viele Entscheidungen und Entwicklungen zusammenhängen, um nur einem einzigen Spieler eine nennenswerte Aussage machen zu können. Die Kaderplanungen bei den Gelsenkirchenern gestalten sich dementsprechend kompliziert. Immerhin scheint der Trainer festzustehen, sodass es dabei keine weiteren Unsicherheiten geben dürfte.

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