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2. Bundesliga

Das letzte Duell zwischen Schalke und St. Pauli: Raul, Bierbecher, Pokal-Saison

Yannik Möller
Das letzte Duell ist einige Jahre her
Das letzte Duell ist einige Jahre her / PATRIK STOLLARZ/GettyImages
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Der FC St. Pauli und Schalke bestreiten am Samstagabend das Zweitliga-Topspiel. Das letzte Duell der beiden Klubs ist über zehn Jahre her. Weil es ein so besonderes Spiel war, gibt es noch die ein oder andere Erinnerung daran.


Am Samstagabend empfängt der FC St. Pauli als Tabellenführer den Sechstplatzierten Schalke 04 im noch mal voll ausgelasteten Millerntor-Stadion. Für die zwei Teams ein wegweisendes Duell, geht es für beide doch mittelfristig gesehen um den Aufstieg in dieser Saison.

Das letzte Aufeinandertreffen ist inzwischen über zehneinhalb Jahre her. Dennoch kann man sich aufgrund diverser Vorfälle, großer Spielernamen, einem Spielabbruch und zwei Platzverweisen noch sehr gut an dieses rassige Spiel erinnern. Vor dem Topspiel am Wochenende blicken wir zurück.

Zwischen Raul-Klasse, Platzverweisen und dem Becherwurf: Rückblick auf das Skandalspiel zwischen St. Pauli und Schalke

Es ist der 1. April im Jahr 2011, zugleich der 28. Spieltag der Saison 2010/11 in der Bundesliga. Im Millerntor ist Königsblau zu Gast. Rückblickend ließt sich die Aufstellung teilweise wie eine Zusammenstellung so manch prominenter Klub-Größe. Ralf Rangnick entschied sich damals unter anderem - natürlich - für den 25-jährigen Manuel Neuer im Tor.

Doch nicht nur das: Auch Spieler wie Benedikt Höwedes, Jefferson Farfan oder Raul standen auf dem Platz. Zwischenzeitlich wurde ein 17 Jahre alter Julian Draxler eingewechselt. Namen, die wahrlich nach alten und deutlich besseren Zeiten klingen. Bei St. Pauli liefen ebenfalls bekannte Namen auf: Max Kruse, Fin Bartels, Ralph Gunesch und Ex-Schalker Gerald Asamoah standen in der Startelf.

Raul
Raul traf damals für Schalke zur Führung / PATRIK STOLLARZ/GettyImages

Es war ein rassiges, in vielerlei Hinsichten umkämpftes Spiel. Auch wenn die Spielernamen und auch der Trainer aufseiten der Knappen grundsätzlich einen anderen Stil vermuten lassen. Zum 0:1 traf 'El Señor' nach 26 Minuten, die Vorlage konnte Farfan zugeschrieben werden.

Ab der 66. Minute nahm das Spiel noch mal mehr an Fahrt auf. Zunächst traf der zur Halbzeit eingewechselte Draxler, erneut kam die Vorarbeit durch den Peruaner. Gerade einmal zwei Minuten später sieht Jan-Philipp Kalla, Verteidiger der Gastgeber, die Gelb-Rote Karte. Schon damals ließ sich Schiedsrichter Deniz Aytekin auf keine großen Diskussionen ein.

Weitere zehn Minuten darauf folgte der nächste Platzverweis, wieder trifft es die Kiezkicker - wieder sind die Fans aufgebracht, die Stimmung erhitzt. Bartels muss den Platz verlassen, seine Mannschaft liegt mit zwei Mann in Unterzahl mit 0:2 hinten. Das Spiel schien entschieden zu sein, es müsste nur noch abgepfiffen werden.

Gerald Asamoah
Gerald Asamoah spielte 2010/11 für St. Pauli (Archivbild) / ODD ANDERSEN/GettyImages

Doch ebenjener Abpfiff kam nicht: In der 88. Minute wurde Linienrichter Thorsten Schiffner mit voller Wucht von einem vollen Bierbecher getroffen. Das Gewicht, durch den Wurf nach unten nochmals viel deutlicher zu spüren, trifft ihn im Nacken - kurzzeitig ging er zu Boden, ehe die Besprechung mit Aytekin folgte. Der Entschluss des Gespanns: Die Partie wurde abgebrochen, wenngleich nur noch zwei Minuten auf der Uhr waren.

Die Partie geht als Skandalspiel in die Bundesliga-Historie ein, die drei Punkte blieben wie erwartet auf dem Konto der Gelsenkirchener. Schlussendlich beendet Schalke die Saison lediglich als Tabellenvierzehnter, zwischendurch musste Felix Magath entlassen werden. Rangnick gewinnt den DFB-Pokal und sorgt so für ein versöhnliches Ende.

St. Pauli hingegen muss den Gang in Liga zwei antreten. Und genau an dieser Stelle schließt sich der Kreis: Seitdem konnte der Klub nicht mehr aufsteigen. Häufiger schien der Abstieg in die dritte Liga näher zu sein, als die Rückkehr ins Oberhaus. Mit einem Sieg gegen Schalke, zehn Jahre nach dem Becherwurf, kann der Klub aus Hamburg einen großen Schritt für dieses Ziel machen.

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