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Schalker Personal-Karussell: Der Stand bei Fährmann, Mascarell und Hübers

Yannik Möller
Ralf Fährmann soll ungeachtet seines Gehalts in Liga zwei dabei bleiben
Ralf Fährmann soll ungeachtet seines Gehalts in Liga zwei dabei bleiben / Frederic Scheidemann/Getty Images
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Die Personalplanungen auf Schalke schreiten voran, der Start in der zweiten Liga muss sorgfältig vorbereitet sein. Dazu zählt offenbar auch, dass Ralf Fährmann trotz sehr hohem Gehalt bleiben soll. Auch bei Omar Mascarell gibt es wohl diese Möglichkeiten. Timo Hübers hingegen steht vor einem Verbleib in Hannover.


In diesen Tagen und Wochen entscheidet die neue sportliche Führung von Schalke 04 darüber, welche Spieler aus dem aktuellen Kader gehen können, gehen müssen oder bleiben dürfen und sollen. Während beispielsweise die Abschiede von Amine Harit, Alessandro Schöpf und weiteren beschlossen zu sein scheinen, sollen andere aber gehalten werden.

Und damit sind längst nicht nur Spieler wie Malick Thiaw (19) gemeint, der in Zukunft ein wichtiger Baustein und ein Gesicht beim S04 werden soll. Offenbar ist das auch bei Ralf Fährmann der Fall - und das trotz seines XXL-Gehalts für Zweitliga-Verhältnisse.

Ralf Fährmann
Schalke soll mit Ralf Fährmann in die neue Saison gehen zu wollen / Alexander Hassenstein/Getty Images

Fährmann- und Mascarell-Verbleib möglich - Hübers vor Verlängerung in Hannover?

So berichtet die Bild, dass Peter Knäbel dem Torwart mitgeteilt habe, dass der Klub ihn trotz des Abstiegs halten möchte. Vertraglich ist das einerseits problemlos möglich, läuft sein Arbeitspapier doch noch bis zum Sommer 2023 während es die Gültigkeit für die 2. Liga hat. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass er weiter 2,5 Millionen Euro verdienen soll. Das wäre ein Vielfaches des Durchschnittsgehalts in Liga zwei.

Alleine die Gehaltskosten sind bei anderen Spielern wie Matija Nastasic oder Mark Uth der Grund, weshalb die Knappen sie gerne abgeben möchten, und es darauf auch anlegen werden. Bei Fährmann löst dieser Aspekt anscheinend keine Bauchschmerzen aus.

Omar Mascarell
Ein Abgang von Omar Mascarell scheint noch nicht besiegelt zu sein / Frederic Scheidemann/Getty Images

Doch auch bei Omar Mascarell soll ein Verbleib durchaus möglich sein, so die Bild weiter. Der Spanier verdient etwa drei Millionen Euro pro Saison, und dennoch sollen weitere Gespräche mit seinem Management angedacht sein. Sein Vertrag läuft jedoch nur bis 2022, sodass ein ablösefreier Abgang im nächsten Jahr garantiert wäre, sollte es keine Verlängerung geben. Und das erscheint höchst unwahrscheinlich.

Ohnehin dürfte es bei Mascarell auf einen Abschied hinauslaufen. Schon im noch laufenden Abstiegskampf hatte er verlauten lassen, er wolle ein neues Abenteuer suchen. Dieses Ziel wird nicht deutlich kleiner geworden sein. Nichtsdestotrotz: Sollten beide bleiben und somit ihr Gehalt weiter bekommen, würden sie zusammen schon mehr als ein Viertel des gesamten anvisierten Kader-Etats einnehmen.

Hübers vor Verlängerung bei Hannover 96

Sorgen um ein zu hohes Gehalt scheint sich Schalke bei Timo Hübers hingegen nicht mehr machen zu müssen. Am Innenverteidiger von Hannover 96 hatte der Klub großes Interesse, das auch Union Berlin nachgesagt wurde. Dem Boulevardblatt nach, deutet derzeit jedoch alles auf ein Verbleib und eine Vertragsverlängerung hin.

Timo Hübers
Timo Hübers (re.) scheint bei den 96ern zu bleiben / Stuart Franklin/Getty Images

"Es sieht sehr gut aus", hatte ein Hübers-Vertrauter der Bild eine kleine Wasserstandsmeldung anvertraut. Sollte Hannover das Angebot nochmals nachbessern und dem 24-Jährigen ein Gehalt bieten, das an andere Leistungsträger im Team heranreicht, dürfte es zur Unterschrift kommen. Ein Szenario, das von vornherein alles andere als ausgeschlossen galt.


Kommentar: Fährmann sollte freiwillig auf ein Teil des Gehalts verzichten

Direkt zwei wichtige Punkte vorweg: Dass auch Mascarell für einen Verbleib auf einen satten Teil seines Gehalts verzichten sollte, ist klar. Dass er bleibt erscheint aber, im Gegensatz zu Fährmann, sehr unwahrscheinlich. Gleichzeitig hat Schalke in den letzten Jahren so wenig Professionalität und Fingerspitzengefühl bewiesen, dass eigentlich kein Spieler Teile seines Geldes an den Klub "schenken" sollte.

Und trotzdem: 2,5 Millionen Euro pro Saison sind zu viel, um Fährmann zu behalten. Ja, er ist und bleibt dem Klub verbunden. Er kennt ihn, er kennt die Fans, weiß diese sehr zu schätzen. Wenn man einen Verein so sehr mag, dann möchte man auch gerne bei ihm bleiben. Das ist völlig verständlich und so wäre es keineswegs verwunderlich, sollte es seitens S04 die Chance geben, dass Fährmann auch mit in die zweite Liga geht.

Ralf Fährmann
Ralf Fährmann könnte von sich aus auf etwas Gehalt verzichten / Lars Baron/Getty Images

Bei diesem Schritt könnte er dem Verein aber einen Schritt voraus sein und freiwillig auch weniger Gehalt akzeptieren. Diese 2,5 Millionen Euro müssen nicht auf das durchschnittliche Niveau dieser Liga gedrückt werden, damit ein Verbleib nachzuvollziehen bleibt. Aber "schon" 500.000 Euro, vielleicht sogar eine ganze Millionen weniger, das würde bereits sehr entlastend wirken und neuen Spielraum eröffnen.

Das sieht man am Beispiel Simon Terodde: Der Torjäger soll laut Bild etwa 60.000 Euro im Monat bei den Knappen verdienen, also etwas mehr als 700.000 Euro im Jahr (ohne potenzielle Boni). Ein solcher Spieler wäre also für eine ganze Saison zu finanzieren, sollte ein verdienter Spieler wie Fährmann - der wissen wird, das sein Gehalt für diese Liga sehr, sehr hoch angesetzt ist - etwas zurückstecken.

Ohne einen gewissen Kompromiss wird es kaum gehen. Man sollte aber davon ausgehen können, dass ein etwaiger Teil-Verzicht zumindest ein Thema war, als es zwischen Knäbel und dem Keeper darum ging, wie die Planungen für die nächste Saison aussehen.

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