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FC Schalke 04

Schalke: Der Plan mit Harit, Schöpf und Co. - Grammozis will an Spielidee festhalten

Yannik Möller
Dimitrios Grammozis scheint auf Schalke bereits die nächste Saison zu planen
Dimitrios Grammozis scheint auf Schalke bereits die nächste Saison zu planen / FEDERICO GAMBARINI/Getty Images
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Allerspätestens mit dem inzwischen besiegelten Abstieg beschäftigen sich die Verantwortlichen auf Schalke nicht nur mit dem Szenario der zweiten Liga, sondern mit den konkreten Plänen, wie man sie wieder verlassen möchte. Dazu zählen wichtige Personalentscheidungen und auch die angedachte Spielidee von Trainer Dimitrios Grammozis.


Mit dem Abstieg, aber auch den diversen Randthemen war es schon längst vorhersehbar, dass sich die Mannschaft von Schalke 04 über den Sommer sehr stark wandeln wird. Vom aktuellen Team werden nur wenige und vor allem jüngere Spieler übrig bleiben.

Dass so viele Spieler gehen hat dabei unterschiedliche Gründe. Bei manchen läuft der Vertrag aus, der dann - aus sportlichen wie finanziellen Gründen - nicht mehr verlängert wird. Bei anderen ist das Arbeitspapier für die 2. Bundesliga gar nicht gültig, eine Zusammenarbeit wird nicht erneut vereinbart. Wiederum andere können verkauft werden, wollen mit Liga zwei nichts am Hut haben.

Rouven Schröder
Mit Rouven Schröder als neuem Sportdirektor werden die Planungen nun konkret / RONNY HARTMANN/Getty Images

Derzeit führt Peter Knäbel wichtige Gespräche mit den Spielern. Der Sportvorstand hatte schon zuletzt angekündigt, derartige Unterhaltungen weder zu früh, noch zu spät führen zu wollen. Nun, wo mit Rouven Schröder endlich auch ein Sportdirektor an Bord ist, müssen die Planungen aber konkret werden.

Harit wird gehen, Nastasic und Uth sollen folgen - entschlossenes Vorgehen bei Thiaw

Die Bild berichtet von bereits getroffenen Entscheidungen oder zumindest klaren Tendenzen. So etwa bei Amine Harit, mit dem eine Einigung "unkompliziert" gewesen sein soll. Der einfache Grund: Der 23-Jährige kann sich den Weg in die zweite Liga nicht vorstellen. S04 würde einen Transfer also nicht blockieren. Durch den bis 2024 gültigen Vertrag kann der Klub bei ihm noch auf eine Ablösesumme setzen.

Ein ähnliches Bild soll sich bei Mark Uth und Matija Nastasic zeigen. Theoretisch hätten sie auch für die nächste Saison noch gültige Verträge, doch das Problem ist das fehlende Sicherheitsnetz in diesen: So würden sie trotz des Abstieges weiterhin ihr normales Erstliga-Gehalt (etwa vier und 3,5 Millionen Euro) bekommen - viel zu viel. Somit dürfen sie einerseits gehen, andererseits wird Schalke auch an einem Abgang arbeiten. Tatenlos zusehen wird man angesichts dieser Zahlen nicht. Eine Position, die eine mögliche Ablösesumme deutlich drücken dürfte.

Matija Nastasic
Mit Matija Nastasic scheint auch der dienstälteste Schalker zu gehen / Cathrin Mueller/Getty Images

Bei Alessandro Schöpf läuft es laut Bild-Infos darauf hinaus, dass der zum Saisonende auslaufende Vertrag nicht erneuert wird. Nach ganzen fünfeinhalb Jahren steht beim Österreicher also die Trennung vor der Tür, er wird sich einen neuen Verein suchen müssen.

Ein sehr entschlossenes Vorgehen scheint sich derweil bei Malick Thiaw anzubahnen. Der 19-jährige Innenverteidiger kann über die nächsten Jahre ein sehr wichtiger Baustein der Defensive werden. Dem Bericht zufolge soll er unbedingt gehalten werden.

Malick Thiaw
Malick Thiaw soll als eine Abwehrstütze bei S04 aufgebaut werden / Ronny Hartmann/Getty Images

Obwohl er bis 2024 an Königsblau gebunden ist, ist der erhoffte Verbleib aber keine sichere Sache. Zwar soll ihm dieser Plan der Sport Bild nach bereits im persönlichen Gespräch mit Knäbel erklärt worden sein, doch der Berater-Wechsel dieser Tage könnte für etwas Nervosität sorgen. "Angeblich", führte das Magazin am Mittwoch aus, habe er sich dadurch mögliche Angebote einholen wollen. Bei ihm steht also ein klarer Plan, der aber längst nicht sicher umzusetzen sein wird.


Grammozis plant weiterhin im 3-5-2: Terodde und Dursun als Doppelspitze?

Wer viele Spieler abgeben muss, der braucht auch eigene Verpflichtungen. Mit Simon Terodde und Danny Latza hat es die ersten beiden gegeben, weitere sollen und müssen folgen. Schon Anfang dieser Woche erklärte die Bild, trotz Terodde sei Serdar Dursun noch immer ein Thema.

Diese Personalie scheint Schalke weiterhin zu beschäftigen, so soll es zuletzt eine Art Geheimtreffen zwischen dem Stürmer von Darmstadt 98 - der auch mit dem HSV in Verbindung gebracht wird - und Dimitrios Grammozis gegeben haben. Beide kennen sich gut, haben bereits zusammengearbeitet.

Serdar Dursun
Ein Transfer von Serdar Dursun ist weiterhin angedacht / Stuart Franklin/Getty Images

Der Grund für dieses Treffen, sowie für diesen weiterhin angedachten Transfer ist dabei die geplante Spielidee für die nächste Saison, in der der Wiederaufstieg als Ziel gilt. Demnach sei es der Plan seitens des Trainers auch in der kommenden Spielzeit in einem 3-5-2-System mit Doppelspitze zu spielen. Und genau dieses Sturmduo sollen Terodde und Dursun bilden. Darüber sollen sich die beiden bereits unterhalten haben.

Sollte dieser zweite Stürmer-Transfer gelingen, hätte dies also zwei direkte Folgen. Für Hamburg würde es bedeuten, dass man weder den eigenen Angreifer halten, noch den Wunschnachfolger bekommen konnte. Ein herber Schlag für einen direkten Aufstiegskonkurrenten. Schalke hingegen würde erneut und weiterhin auf ein (offensives Flügelspiel) verzichten und primär versuchen, über Wucht zu kommen.

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