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FC Schalke 04

Grammozis über Schalkes desolaten Zustand und die Planungen für Liga zwei

Yannik Möller
Dimitrios Grammozis spricht über seine bisherige Zeit auf Schalke
Dimitrios Grammozis spricht über seine bisherige Zeit auf Schalke / Matthias Hangst/Getty Images
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Zum Saisonabschluss zieht Dimitrios Grammozis ein erstes Fazit zu seiner bisherigen Zeit auf Schalke. Dabei erklärt er, dass die Mannschaft "nicht konkurrenzfähig" und konditionell am Boden gewesen sei. Für die nächste Saison gibt er sich planungssicher und optimistisch.


Elf Spiele stand Dimitrios Grammozis für Schalke 04 an der Seitenlinie. Auch wenn er zwei Siege einfahren konnte, so holte auch er nur mickrige 0,64 Punkte pro Spiel. Der Abstieg hängt unweigerlich mit seinem Namen zusammen, hat er ihn doch begleitet - auch wenn die Schuldfrage anders aussieht.

"Ich habe eine Mannschaft vorgefunden, die mental am Boden war und konditionell große Probleme hatte."

Dimitrios Grammozis, via Sport Bild

Der ganz kleine Hintergedanke, den Abstieg eventuell noch abzuwehren, wurde offenbar nur nach außen geäußert. Bei seiner Ankunft erwartete den Trainer nämlich ein katastrophales Bild, wie er im Gespräch mit der Sport Bild erklärt: "Ich habe eine Mannschaft vorgefunden, die mental am Boden war und konditionell große Probleme hatte."

Sead Kolasinac
Gegen Mainz fanden sich viele Schalker am Boden wieder - so auch Sead Kolasinac / Pool/Getty Images

So nimmt er seine erste Partie gegen Mainz 05 als Beispiel: "Da war die Frage nur noch: Welcher Spieler kann mit welchen Krämpfen noch etwas länger durchhalten? Das war kein gutes Bild, wir waren nicht konkurrenzfähig." Deutliche Worte vom 42-Jährigen, der sich aber stets vor das Team stellte und öffentlich keine große Kritik zulassen wollte.

Dafür hat er auch seine Gründe: "Es hätte in dem Moment nichts gebracht, die Mannschaft in der Öffentlichkeit zu zerlegen. Wir haben ja auch gewusst: Wir brauchen die Jungs. Wegen der Verletzungsmisere haben wir kaum Alternativen, die wir aufbieten können. Ich habe für mich deshalb entschieden, dass ich die Mannschaft nach außen schütze."

Die Ansprache zur Mannschaft sah intern aber ganz anders aus. Grammozis betont, dass die Defizite deutlich angesprochen wurden: "Was aber klar getrennt werden muss von der internen Kritik. Da wurde Tacheles geredet."

Dimitrios Grammozis
Intern soll "Tacheles" geredet worden sein, bekräftigt Dimitrios Grammozis / LEON KUEGELER/Getty Images

Schalke braucht "ganz viel Mentalität und Spieler, die mit Druck umgehen können" - Grammozis will auch das Spielerische nicht vernachlässigen

Dass auch er selbst schon jetzt im Fokus stehe, speziell im Hinblick auf die nächste Saison und den anvisierten Wiederaufstieg, weiß er: "Grundsätzlich muss man als Trainer Ergebnisse liefern, danach werden wir beurteilt - und das ist auch in Ordnung." Allzu sehr zu Herzen nehme er sich eine solche Stimmung aber nicht, stattdessen ist er klar fokussiert: "Ich habe klar im Kopf, was ich mit meiner Mannschaft spielen möchte."

Um diese Planungen umsetzen zu können, benötigt S04 jedoch noch zahlreiche Spieler. Für Grammozis ganz oben auf der Liste: "Wir brauchen ganz viel Mentalität und Spieler, die mit Druck umgehen können." In diese Sparte dürfte auch Victor Palsson fallen, den der Coach noch sehr gut von Darmstadt 98 kennt. Schalke hat die Verpflichtung am Dienstag bestätigt, die Ablösesumme soll zwischen 500.000 und 700.000 Euro liegen.

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis möchte und muss auf Schalke mehr als Ballbesitzfußball setzen / Pool/Getty Images

Ein weiterer Aspekt: "Grundsätzlich muss die Mischung im Kader passen. Sowohl von der Altersstruktur her als auch von den Spielertypen." So sei auch eines ganz klar: "Nur kämpfen allein reicht nicht, wir brauchen auch Jungs, die richtig Fußball spielen können."

Zu einer Prognose zur nächsten 2. Bundesliga ließ er sich ebenfalls überreden. "Das wird die brutalste, intensivste und interessanteste 2. Liga, die es je gab. Ich glaube, viele Fans werden in der nächsten Saison eher die 2. Liga beobachten als die erste", so der Wuppertaler.

"Wir werden eine ganz andere Rolle haben", blickt Grammozis voraus. "Wir werden - überspitzt formuliert - von der Konkurrenz gejagt werden. Das Spiel gegen uns wird der Höhepunkt für viele Vereine sein. Sie werden uns viel den Ball überlassen, und wir müssen einen deutlich dominanteren Fußball spielen, Lösungen mit dem Ball finden."

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