FC Schalke 04

Schalke drohen schwere Wochen - Grammozis gegen Darmstadt gefordert

Yannik Möller
Schalke stehen schwere Wochen bevor
Schalke stehen schwere Wochen bevor / Dean Mouhtaropoulos/GettyImages
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Schalke musste zuletzt zwei Niederlagen in Folge verkraften. Die Fassade der erfolgreichen letzten Wochen bröckelt, und das deutlich sichtbar und auch zurecht. Dem Team stehen schwere Wochen bevor - Trainer Dimitrios Grammozis ist gegen Ex-Klub Darmstadt gefordert.


Erst das unnötige, gleichzeitig jedoch verdiente Aus im DFB-Pokal am Dienstag. Am Freitagabend dann eine ebenso unspektakuläre wie eigentlich gerechte 0:1-Pleite in Heidenheim. Es braucht nicht beschönigt zu werden: Schalke 04 hat eine ziemlich beschissene Woche hinter sich. Ein großer Kontrast zu den Wochen zuvor.

Die beiden Niederlagen waren aber keine unglücklichen Ausnahmen. Leicht überspitzt formuliert hat S04 in diesen zwei Partien genauso gespielt wie bei den Zu-null-Siegen davor: offensiv wie immer unkreativ, ohne Plan und nahezu komplett ohne Gefahr. Defensiv zwar stabil und als Team aufgespielt, aber auch nie wirklich gefordert.

S04 ohne erkennbaren Plan - ohne Ouwejan und Terodde wirkt Grammozis aufgeschmissen

Schon während der ersten Erfolgswelle durfte nicht vergessen werden, dass gegen drei Aufsteiger aus der dritten Liga und ein an dem Tag sehr schlechtes Hannover 96 gewonnen wurde. Spiele, die auch erstmal gewonnen werden müssen. Allerdings auch Aufgaben, die Königsblau meistern muss, wenn in der 2. Bundesliga oben mitgespielt werden soll. Und dieses Ziel gibt der Kader definitiv her.

Nun steckt Schalke also in einer Formkrise. Das hat auch nichts mit nun zwei zwar bitteren, aber auch erstmal wenigen Niederlagen zu tun. Das bezieht sich allen voran auf das spielerische Auftreten der Gelsenkirchener. Und das war zu keinem Zeitpunkt in der bisherigen Saison so vollends überzeugend, dass Siege völlig ohne Probleme oder zwischenzeitlich zweifelsfrei mögliche Ausgleiche der Gegner möglich waren.

Blendi Idrizi, Marcin Kaminski
Nicht nur am Dienstag hingen die Köpfe bei S04 / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Insbesondere im Spiel mit dem Ball hat S04 keinen erkennbaren Plan. Gegen Heidenheim war das wieder zu beobachten. Gerade einmal vier (ungefährliche) Bälle flogen auf das Tor des gegnerischen Keepers. Eine Großchance wurde sich mal wieder nicht erspielt. Kurzum: nimmt ein Gegner Thomas Ouwejan und Simon Terodde aus dem Spiel, dann sind die Knappen völlig ungefährlich.

Dieses 0:1 war so enttäuschend und zuweilen erschreckend, es hätte wohl lieber am heutigen Sonntag stattgefunden. Das wäre es zumindest mit der Grusel-Nacht in Einklang zu bringen gewesen. So gab es nur die enttäuschen Gesichter der Fans.

Dementsprechend steht Dimitrios Grammozis im Fokus. Das hat gar nicht nur etwas mit den letzten beiden Spielen zu tun, sondern mit der grundsätzlichen Entwicklung der Mannschaft. In nicht einem einzigen Liga-Duell war ein klarer Plan zu erkennen. Es wird einen geben, davon ist auszugehen. Aber er ist entweder falsch, sodass er nie aufgeht - oder er kriegt ihn seinen Spielern gegenüber schlichtweg nicht vermittelt.

Schalke startet in die Wochen der Schwergewichte: St. Pauli, Nürnberg und Co. warten

Das wird nun umso mehr zum Problem. In den nächsten Wochen warten nämlich so manche Schwergewichte auf den S04. Werder Bremen, so ertraglos die bisherige Saison auch sein mag, spielt einen klaren, dazu offensiven Ball. Sie werden Schalke ebenso gefährlich werden wie der FC St. Pauli und der 1. FC Nürnberg. Diese drei Gegner warten noch.

Das trifft auch auf Darmstadt 98 zu. Am kommenden Sonntag geht es gegen den Ex-Klub von Grammozis. Die Lilien stehen auf dem sechsten Tabellenplatz, gerade einmal zwei Punkte hinter den Knappen. Auch sie werden eine große Herausforderung.

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis gerät unter Zugzwang / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Nun also kommen die wirklich großen Aufgaben. Auf sie trifft man mit zwei Niederlagen und ohne Plan im Rücken. Eine gefährliche und nicht zu unterschätzende Ausgangslage. So wie es aktuell aussieht könnte Schalke dann schnell an Anschluss zur Top drei verlieren. Und da gehört diese eigentlich sehr starke Mannschaft hin.

Laut Sky-Reporter Dirk große Schlarmann könnte es für Grammozis, wenn gegen Darmstadt nicht (überzeugend) gewonnen wird, langsam aber sicher ungemütlich werden. Dieser Status ist seitens einiger Fans längst erreicht. Durchaus denkbar, dass auch Sportdirektor Rouven Schröder allmählich etwas nervös wird. Immerhin gibt es trotz der letzten Siege so gut wie gar keine Anzeichen, dass die größeren Gegner gut bespielt werden können, oder dass der Coach urplötzlich doch noch ein spielerisch sichtbares Gerüst aufgebaut bekommt.

Inzwischen zählt auch das Argument der neuen Mannschaft nicht mehr. Es sind bereits zwölf Spiele gespielt, die Winterpause nur noch ein paar Wochen entfernt. Die Konkurrenz um den Aufstieg, also Pauli, Regensburg, der SC Paderborn oder auch die Nürnberger verfolgen einen klaren, bislang erfolgreichen Weg - ihr Plan ist klar zu erkennen.

Mit etwas Pech - oder besser: ohne ein wenig Glück - verliert Schalke bis Mitte Dezember also den Anschluss an die Spitze. Dann ist S04 nicht nur punktetechnisch etwas abgeschlagen, auch die Stimmung wird dann leiden. Nicht nur innerhalb der Mannschaft, sondern vor allem seitens der Fans. Das (fast ganz) volle Stadion erlaubt es den Anhängern schließlich wieder, sich bemerkbar zu machen.

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