Schalke-Coach Grammozis nach Elfer-Aufreger: "Vielleicht muss er den Schiedsrichter-Schein nochmal machen"

Tal Lior
Die umstrittene Elfmeter-Szene beim Zweitliga-Topspiel
Die umstrittene Elfmeter-Szene beim Zweitliga-Topspiel / Stuart Franklin/GettyImages
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Es herrscht weiterhin große Verwunderung über den gestrigen Elfer-Pfiff beim Zweitliga-Spiel zwischen Schalke 04 und Werder Bremen. Die Entscheidung führte zum Last-Minute-Ausgleich der Hanseaten, weshalb die Gäste aus Gelsenkirchen nach dem Spiel deutliche Worte über die Schiedsrichterleistung fanden.


Werder Bremens Roger Assalé ging in der Nachspielzeit nach einer leichten Beinberührung von Schalkes Henning Matriciani im Strafraum zu Boden, Schiedsrichter Tobias Stieler ließ die Partie weiterlaufen. Als der Unparteiische daraufhin überraschend vom VAR an den Monitor gebeten wurde, entschied er sich nach langer Betrachtung für den Elfmeter-Pfiff.

Die oft sehr vorsichtig urteilenden Experten von "Collinas Erben" analysierten die Szene und kamen zum Entschluss, dass es den "Strafstoß nicht hätte geben sollen", was aber sogar die meisten Werder-Anhänger zugeben.

Noch deutlichere Worte gab es von Cheftrainer Dimitrios Grammozis (via Funke Medien): "Wir hatten die Gelegenheit, uns die Bilder auf der Bank anzugucken. Mir fehlen einfach die Worte." Der Deutsch-Grieche schrie deshalb noch während des Spiels den Schiedsrichter an und musste dafür mit der gelben Karte verwarnt werden.

Gegenüber der Presse stellte Grammozis anschließend in Frage, ob Stieler überhaupt für den Schiedsrichterjob die nötigen Qualifikationen mitbringt: "Er hat mir gesagt, dass der Spieler am Fuß getroffen wurde und es ein klarer Elfmeter sei. Vielleicht muss er den Schiedsrichter-Schein nochmal machen, das ist ja nicht normal. Er hat das Fifa-Wappen auf seinem Trikot drauf."

Was sagte aber Sportdirektor Rouven Schröder zur Szene? Für den Kaderplaner gehörte dies zu den "krassesten Fehlentscheidung, die ich je gesehen habe." Aus der Sicht von Werder-Interimstrainer Danijel Zenkovic gab es derweil keinen Grund zur Aufregung: "Dafür gibt es einen VAR. Der hat die Situation entschieden und danach gibt es in meinen Augen nicht mehr viel zu diskutieren."

Dass zehn Stunden vor dieser Szene Werder-Cheftrainer Markus Anfang wegen des Verdachts der Impfzertifikat-Fälschung zurücktreten musste, haben viele nach diesem Aufreger fast schon wieder vergessen...

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