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FC Schalke 04

Die 04 Schalke-Gewinner vom Tor-Spektakel gegen Sandhausen

Yannik Möller
Florian Flick konnte sehr viel Input liefern (Archivbild)
Florian Flick konnte sehr viel Input liefern (Archivbild) / Thomas Eisenhuth/GettyImages
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Schalke überzeugte gegen Sandhausen mit einem unterhaltsamen Sieg und fünf Toren in einer Halbzeit. Vier Spieler haben sich beim 5:2-Sieg am vergangenen Wochenende besonders hervorgetan - ganze drei von ihnen rutschten neu in die Startelf und könnten in den kommenden Wochen weiter gute Karten haben.


Nach wettbewerbsübergreifend vier Spielen ohne Sieg, davon drei Niederlagen, konnte Schalke 04 sich am vergangenen Wochenende wieder freuen. Der 5:2-Sieg gegen den SV Sandhausen war ebenso spektakulär wie schlussendlich verdient. Alle sieben Tore fielen in Halbzeit zwei, wobei die ersten 15 Minuten der ersten Hälfte die wohl spielerisch beste Viertelstunde der bisherigen S04-Saison war.

Natürlich muss dieser Erfolg vernünftig eingeordnet werden. Der Gegner war der Tabellensiebzehnte, der vor allem defensiv häufig nicht zweitligatauglich auftritt. Ein Spiel, das auch gewonnen werden musste. Und trotzdem konnte die Art und Weise etwas Hoffnung für die weitere Saison geben - insbesondere weil das Team gezeigt hat, dass es einen schnellen und offensiv variablen Ansatz umsetzen kann.

Dabei haben sich vier Spieler besonders positiv hervorgetan. Alle vier haben ihre eigene besondere, kleine Story zum Spiel. Drei von ihnen sind erstmals wieder in der Startelf gewesen oder haben gar ihr Startelf-Debüt in der 2. Bundesliga gefeiert. Der Vierte im Bunde hätte eigentlich auf der Bank Platz nehmen sollen.


Die 04 Gewinner gegen Sandhausen

1. Florian Flick

Die Startelf-Berufung von Florian Flick war die überraschendste Personalentscheidung. Victor Palsson war trotz seiner spielerischen Schwächen unter Dimitrios Grammozis bislang gesetzt.

Doch der Tausch war die genau richtige Entscheidung. Durch den erhöhten Ballbesitzanteil brauchte S04 einen Sechser, der spielerisch viel Input liefern kann. Dafür ist Flick deutlich besser geeignet als Palsson. Auch war er viel häufiger anspielbar als sein isländischer Teamkollege.

Der 20-Jährige erledigte seinen Job sehr souverän. Fast alle seiner langen Zuspiele fanden den Mitspieler, 83 Prozent seiner Pässe kamen an. Somit hatte er die beste Passeffizienz samt am meisten überspielte Gegenspieler. Auch die Mehrheit seiner Zweikämpfe konnte er gewinnen - dort gab es also keinen Nachteil.

Nach einer eher schwachen Anfangsphase in der Saison konnte Flick so unter Beweis stellen, dass er die bessere Wahl ist, wenn es darum geht, auch in Ballbesitz eigene Akzente setzen zu können.


2. Rodrigo Zalazar

Rodrigo Zalazar kehrte nach zwei Spielen endlich wieder in die Startelf zurück - wie von so vielen Fans gefordert. Ob dieser Schritt nur kam, weil Danny Latza ausfiel oder ob der Kapitän auch so ersetzt worden wäre - geschenkt.

Zalazar machte erneut ein gutes Spiel, zeigte sich sehr engagiert und war in gefühlt jeder Offensiv-Szene von Bedeutung. Seinen ersten Liga-Treffer hatte er sich nicht nur verdient, weil er der Schalker mit den meisten Torschüssen war.

Vier wichtige Schlüsselpässe spielte er, leitete somit diverse Torchancen ein. Am Boden blieb er mit fünf von acht gewonnenen Zweikämpfen zeitgleich auch ballsicher.

Ein weiterer Startelf-Rückkehr, der eindrucksvoll bewiesen hat, wieso sein Bankplatz in den letzten Wochen ein grober Fehler war. Das war eigentlich auch so schon klar - doch der Auftritt gegen Sandhausen hat das nochmal eindrucksvoll unterstrichen. Zalazar gehört in die erste Elf des S04.


3. Marvin Pieringer

Marvin Pieringer
Auch Marvin Pieringer zeigte sich in guter Verfassung (Archivbild) / BSR Agency/GettyImages

Marvin Pieringer wäre wohl auch ungeachtet des Ausfalls von Simon Terodde in die Startelf berufen worden. Der 22-Jährige bekam erstmals die Chance, sich richtig zu zeigen. Und die hat er genutzt, wenngleich er als Stürmer bei einem Sieg mit fünf Toren nicht selbst hat treffen können.

Er zeigte sich sehr lauffreudig, übernahm dabei die wichtige Terodde-Aufgabe als offensive Anspielstation. Zahlreiche Zuspiele konnte er festmachen und weiterleiten, womit er nicht nur Gegner binden sondern auch Räume schaffen konnte.

So konnte er seine Mitspieler mehr in Szene setzen, als sie umgekehrt ihn. Dennoch hat er gezeigt, dass der Ausfall von Terodde nicht direkt in einen gefühlt nicht anwesenden Sturm mündet.

Pieringer hat sich durch dieses Spiel weitere Chancen verdient. In den nächsten dann deutlich schwierigeren Duellen wird er dann nicht nur als Anspielstation funktionieren müssen, sondern bestenfalls auch als effizienter Torjäger.


4. Marius Bülter

Im bisherigen Saisonverlauf gab es nur sehr wenige Schalker, die als mehr gesetzt galten, als Marius Bülter. Dennoch: Wäre Terodde gegen Sandhausen nicht ausgefallen, hätte er wohl vorerst von außen zuschauen müssen.

Stattdessen überzeugte er als Antreiber und als Doppeltorschütze - darunter ein sehr sehenswerter und technisch anspruchsvoller Hackentreffer. Mindestens einen weiteren Treffer konnte er vorbereiten, manche Portale werten auch den zweiten Assist beim Ecken-Eigentor.

So hat er sich nicht nur gegenüber dem Trainerteam einen erneuten Vertrauensvorschuss verdient. Dieses Spiel war auch ein wichtiges Zeichen für ihn selbst.

Für die kommenden Wochen dürfte diese Leistung nötiges Selbstbewusstsein geben. Dass er seine Chancen ohne Probleme nutzen konnte, ist zudem ein wichtiges Zeichen für die kommenden Spiele. Dann wird es nicht so viele Möglichkeiten geben.

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