FC Schalke 04

Schalke 04 und die Sechser: Ein Stammspieler und mehrere Abgänge?

Yannik Möller
Danny Latza
Danny Latza / BSR Agency/GettyImages
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Bis zuletzt hat Schalke 04 noch einen Spieler für das defensive Mittelfeld gesucht - und in Alex Kral hat man ihn gefunden. Allerdings gibt es noch weitere Kontrahenten für diese Rolle, die Frank Kramer möglicherweise nur einfach besetzen wird. Dabei geht es auch um den potenziellen Kapitän Danny Latza.


In den bisherigen Testspielen hat sich gezeigt, dass Schalke zumeist nur mit einem richtigen Sechser agiert. Das defensive Mittelfeld ließ Frank Kramer bislang nur einfach besetzen, sodass zwischen der Viererkette und einem eher offensiven Mittelfeld mit drei Spielern nur ein einzelner Akteur auf der Sechs auflief.

Entsprechend groß ist der Konkurrenzkampf auf dieser Position. Er wird noch härter, da mit Alex Kral nun ein weiterer Sechser verpflichtet wurde. Es war der Wunsch von Trainer und Sportdirektor, noch jemanden zu verpflichten, der diese Rolle als Stammspieler übernehmen könnte.

Doch so unklar es noch ist, ob sich Kral auch durchsetzen wird, ist die Frage noch offen, wie sehr sich Danny Latza, Victor Palsson, und Florian Flick anbieten können. Alle drei wollen sich zeigen, keiner möchte per se den Verein verlassen.

Sogar Spieler wie Tom Krauß würden für diese Position noch in Frage kommen, doch fühlt er sich - genauso wie beispielsweise Dominick Drexler oder Rodrigo Zalazar - in offensiven Rollen deutlich wohler.


1. Alex Kral

Kral ist zwar noch ganz frisch auf Schalke, während er am Donnerstagvormittag seine erste Trainingseinheit absolviert hat, doch soll er wenn möglich der Stammspieler im defensiven Mittelfeld werden.

Dass er dafür die Qualität hat, hat auch Trainer Kramer bereits betont. Sollte S04 weiterhin mit nur einem klaren Sechser aufspielen, wird er über kurz oder lang die meisten Startelf-Einsätze bekommen.

Aber: Er wird sich frühzeitig zeigen müssen. Latza hat gute erste Wochen in der Vorbereitung hinter sich, das ist zum aktuellen Zeitpunkt ein Vorteil.

Bringt Kral jedoch seine Fähigkeiten auf dem Platz, wird er vor dem wahrscheinlichen Captain in der ersten Elf stehen.

Aktuelle Startelf-Wahrscheinlichkeit: 70 Prozent


2. Danny Latza

Danny Latza
Danny Latza / Andreas Rentz/GettyImages

In den bisherigen Tests konnte sich Danny Latza im Vergleich zur Vorsaison in den Fokus spielen. Verschiedenen Medien zufolge soll er - wie Teamkollege Palsson - einen guten Eindruck hinterlassen haben.

Dazu besteht die Chance, dass er weiterhin auch der Kapitän bleibt. Zwei Faktoren, die für regelmäßige Einsatzzeiten sprechen.

Das Spielen mit alleinigem Sechser, zumindest bislang, drängt aber auch ihn tendenziell eher auf die Bank. Schließlich dürfte Kral als potenzieller Stammspieler zu S04 gewechselt sein. Zwischen den beiden ist zunächst ein offener Zweikampf zu erwarten.

Latza jedoch scheint - trotz gutem Input bisher - die leicht schlechteren Karten zu haben, wenn auf mehr als die ersten paar Partien geschaut wird.

Aktuelle Startelf-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent


3. Victor Palsson

Victor Pálsson
Victor Pálsson / Andreas Rentz/GettyImages

Keine Frage: Von allen vier Spielern, die primär für das defensive Mittelfeld in Frage kommen, ist Palsson der spielerisch schwächste. Das ist weder eine Überraschung, noch böse gemeint - sondern bewiesene Realität.

Geht es um das Spiel mit dem Ball, um ein sauberes, sicheres Passspiel sowie um wichtige Steckpässe in die vorderen Reihen, ist der Isländer nicht die beste Wahl.

Dafür überzeugt er regelmäßig in seinen Zweikämpfen, allen voran in der Luft. Es heißt, in der bisherigen Saisonvorbereitung habe er das Trainerteam überzeugen können.

Die Krux: Allerdings eher als Innenverteidiger-Option, als auf der Sechs. Im Mittelfeld wird er wohl eher nicht eingeplant, zumindest nicht als Stammspieler. Das Interesse seitens D.C. United aus den USA weckt offenbar (noch) keinen besonderen Reiz bei ihm. Somit wird er vermutlich bleiben, aber keine tragende Rolle spielen.

Aktuelle Startelf-Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent


4. Florian Flick

Florian Flick
Florian Flick / Andreas Rentz/GettyImages

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat Flick noch in der U23 aufgespielt. Erst seit etwa einem Jahr ist er ein klarer Bestandteil bei den Profis. Das zeigt sich auch an den bisherigen Startelf-Einsätzen, von denen er im letzten Jahr zwar ordentliche 15 bekam, davon allerdings mehrere in der Verteidigung.

Als Sechser ist er bislang noch nicht allzu häufig für Schalke aufgelaufen. Und wenn er es tat, fiel mit Latza zumindest eine Alternative aus. Dennoch: Er ist eine spielerisch starke und grundsätzlich ballsichere Option, die Kramer voraussichtlich nicht vernachlässigen wird.

Trotzdem ist bislang nicht zu erwarten, dass er in den vermuteten offenen Zweikampf zwischen Kral und Latza wird eingreifen können. Wahrscheinlicher ist es, dass er eine Reihe hinter beiden stehen und auf Einsätze geduldig warten wird.

Gegenüber Palsson sollte er aber einen Vorteil haben. Dafür ist er spielerisch zu stark und mit einer guten Übersicht für das Spielgeschehen ausgestattet. Verlassen wird er Königsblau daher auch vermutlich nicht.

Aktuelle Startelf-Wahrscheinlichkeit: 30 Prozent


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