FC Schalke 04

Schalke 04: Die Gewinner und Verlierer des Saisonstarts

Yannik Möller
Tom Krauß
Tom Krauß / Christof Koepsel/GettyImages
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Angesichts des Aufsteiger-Status und der geringen Mittel ist es schwierig, den Saisonstart von Schalke 04 als schlecht zu bezeichnen. Wirklich positiv ist er aber auch nicht verlaufen. Das zeichnet sich auch in der Mannschaft ab: Es gibt zwar ein paar Gewinner des Saisonstarts, aber ungleich mehr Verlierer.


Die Gewinner des S04-Saisonstarts

1. Maya Yoshida

Maya Yoshida
Maya Yoshida / Dean Mouhtaropoulos/GettyImages

Mit dem Abgang von Ko Itakura und anschließend auch von Malick Thiaw musste Maya Yoshida frühzeitig in die für ihn angedachte Rolle des Abwehrchef rücken. Das hat der Japaner auch schnell geschafft, bereits in der Vorbereitung zeigte er sich als neuer Abwehr-Leader.

Auch in den ersten Pflichtspielen untermauert er diesen Eindruck. Zwar fällt er bisweilen nicht ganz so stark und abgeklärt auf, wie etwa Itakura es tat. Und trotzdem hat er sich frühzeitig als neuer Defensiv-Chef etabliert.

2. Henning Matriciani

Henning Matriciani
Henning Matriciani / Christof Koepsel/GettyImages

Bei kaum einem Spieler ist die Spanne zwischen der Erwartung zu Saisonbeginn und der tatsächlichen Rolle so groß, wie bei Henning Matriciani. Die allermeisten Fans rechneten mit ihm als Nummer drei auf der Rechtsverteidiger-Position, hinter Cedric Brunner und Mehmet-Can Aydin.

Stattdessen steht er unter Frank Kramer direkt hinter Brunner. Als dieser zuletzt ausfiel, stand er zweimal hintereinander in der Startelf. Aydin hingegen musste mehrfach in die U23 ausweichen.

Zwar ist Matriciani längst kein Stammspieler, und doch konnte er sich im Saisonstart ein Standing erarbeiten, das deutlich besser ist, als zunächst erwartet.

3. Dominick Drexler

Dominick Drexler
Dominick Drexler / Francesco Pecoraro/GettyImages

Ein ähnliches Bild wie bei Matriciani ergibt sich auch bei Dominick Drexler. Angesichts der zahlreichen Mittelfeld-Neuzugänge schien er in dieser Saison eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Stattdessen stand er in jeder bisherigen Partie, abgesehen von seinen zwei Spielen Rot-Sperre, auch in der Startelf. Währenddessen muss Florent Mollet um einen Kaderplatz kämpfen, Rodrigo Zalazar sitzt auf der Bank und die Leihe mit Lee wurde sogar abgebrochen.

Kramer vertraut voll und ganz auf den 32-Jährigen. Er konnte sich als Stammspieler etablieren und gehört dadurch ganz klar zu den bisherigen Gewinnern.

4. Tom Krauß

Tom Krauss
Tom Krauß / Christof Koepsel/GettyImages

Tom Krauß ist der einzige Mittelfeldspieler auf Schalke, der bislang jede einzelne Partie von Beginn an starten durfte. Nicht verwunderlich, kann er aufgrund seiner starken und bislang beständigen Leistungen durchaus als bester Sommer-Neuzugang bezeichnet werden.

Während auch seine Statistiken hervorzuheben sind, wird das Vertrauen seitens Kramer sehr deutlich. Dass er als neuer Spieler und mit erst 21 Jahren direkt in den Mannschaftsrat geschickt wurde, ist dafür ein klares Zeichen.

Kaum ein Spieler hat seinen Stammplatz bei Königsblau derzeit so sicher wie Krauß. Auf ihn kann momentan schlichtweg nicht verzichtet werden.


Die Verlierer des S04-Saisonstarts

5. Marcin Kaminski

Marcin Kaminski, Frank Kramer
Marcin Kaminski mit Frank Kramer / Christof Koepsel/GettyImages

Noch inmitten der Vorbereitung betonte Marcin Kaminski seinen Ehrgeiz, nicht nur in Liga zwei, sondern auch in der Bundesliga weiterhin zum Stammspieler-Ensemble zu gehören. Diesen Schritt hat er aber nicht geschafft.

Trotz der Abgänge von Itakura und Thiaw musste er sich frühzeitig unterordnen. Dass er zuletzt verletzt ausfiel, hilft ihm dabei nicht. So kann sich Sepp van den Berg festspielen, während Leo Greiml auch immer näher an die erste Elf heranrückt.

Stand jetzt ist zu erwarten, dass er zumindest im Laufe der Hinrunde nur noch als Einwechselspieler zum Einsatz kommen wird.

6. Thomas Ouwejan

Thomas Ouwejan
Thomas Ouwejan / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Abgesehen von Simon Terodde war für die erfolgreiche Vorsaison kaum jemand so bedeutsam wie Thomas Ouwejan. Sowohl seine Standards und Flanken, als auch sein Einfluss aufs generelle Spiel waren für S04 sehr wichtig.

Durch die Viererkette, wo er sich durch den Stil von Kramer in einer eher defensiveren Rolle wiederfindet, ist dieser Einfluss aber stark zurückgegangen. Dazu hat Tobias Mohr zuletzt bewiesen, dass auch er die linke Seite anführen kann.

Der Niederländer wird zwar zeitnah wieder zur Startelf gehören, doch muss er dafür sorgen, dass er wieder mit positivem Input auffällt. Bislang war er nur als Mitläufer dabei.

7. Mehmet Aydin

Mehmet Can Aydin
Mehmet-Can Aydin / Cathrin Mueller/GettyImages

Die Verpflichtung von Brunner war für Mehmet Aydin ein Rückschlag. Immerhin hatte der neue Trainer einen alten Bekannten nach Gelsenkirchen geholt, der frühzeitig vor ihm gesetzt war.

Doch blieb es nicht nur dabei, dass er nicht zur ersten Garde gehören würde. Kramer sieht seine defensiven Fähigkeiten als nicht ausgereift genug an, sodass Aydin bislang keinerlei Chancen auf Spielzeit bekommt. Sogar Matriciani steht dahingehend vor ihm.

Zwar wird betont, dass die zwischenzeitlichen Einsätze für die U23 von Vorteil und keine Strafe sind. Und doch wurde dadurch umso deutlicher, wie abgeschlagen Aydin unter Kramer tatsächlich ist.

8. Danny Latza

Marcus Thuram, Danny Latza
Danny Latza / BSR Agency/GettyImages

Danny Latza spielte eine gute Saisonvorbereitung, während er zudem im Amt des Kapitäns bestätigt wurde. Es schien so, als würde sich der gebürtige Gelsenkirchener nicht erneut aus der ersten Elf drängen lassen - so wie es im Vorjahr geschehen war.

Und doch muss der Teamleader vorrangig wieder von der Bank aus dafür sorgen, dass die Erfolge kommen und die Stimmung intern positiv bleibt. Lediglich in einem Spiel stand Latza in der Startelf. Die letzten drei Partien kam er erst gar nicht zum Einsatz.

Spieler wie Florian Flick, Alex Kral und insbesondere Tom Krauß stehen deutlich vor ihm. Den Saisonstart wird sich der Captain sicherlich anders vorgestellt haben.

9. Florent Mollet

Rodrigo Zalazar, Florent Mollet
Florent Mollet mit Zalazar / Cathrin Mueller/GettyImages

Für kaum einen Transfer wurde Rouven Schröder in diesem Sommer so sehr gelobt, wie für den von Florent Mollet. Dass der Techniker für einen vergleichsweise niedrigen Preis geholt wurde und er zugleich hohe Qualität mitbringt, sorgte für mehr Hoffnung, was die spielerischen Auftritte betrifft.

Die bittere Realität: Nach sieben Spieltagen kommt der Franzose auf gerade einmal 59 Minuten an Einsatzzeit. An den letzten beiden Spieltagen war er nicht einmal mehr Teil des Kaders. Er musste die Partien von der Tribüne beziehungsweise vor dem TV-Gerät verfolgen.

Ein klares Signal vom Trainer: Der feine Fuß von Mollet ist derzeit nicht gefragt. Natürlich spielt auch das Training eine Rolle, und doch hätte Schalke ihn bereits mehrfach gut gebrauchen können.

10. Rodrigo Zalazar

Rodrigo Zalazar
Rodrigo Zalazar / BSR Agency/GettyImages

Von Rodrigo Zalazar wurde selbstverständlich eine gewichtige Rolle in der Stamm-Mannschaft erwartet. Stattdessen setzt Kramer bevorzugt auf Drexler. So kommt der 23-Jährige bis dato auf lediglich vier Startelf-Einsätze.

Nicht eine einzige Partie hat er länger als bis zur 71. Minute gespielt. Entweder, er wurde spätestens dann ausgewechselt, oder erst spät eingewechselt. Dass er gegen den BVB gerade einmal für neun Minuten auf den Platz geschickt wurde, sorgte bei einigen Fans für Unmut und Unverständnis.

Der Trainer erklärte zuletzt, er wolle primär auf seine Wucht durch die Einwechslung setzen. Doch ergibt das recht wenig Sinn, wenn die Spiele bis zu diesem Zeitpunkt bereits verloren sind, oder er ihn nur für ein paar Minuten auf das Feld schickt.

11. Sebastian Polter

Sebastian Polter
Sebastian Polter / Christof Koepsel/GettyImages

Verbunden mit der Hoffnung, neben Simon Terodde für einige Tore sorgen zu können, wurde Sebastian Polter verpflichtet. Immerhin hatte er in der Vorsaison gleich zehn Treffer für den VfL Bochum erzielen können. Keine schlechte Anzahl für einen Aufsteiger.

Hält er seinen bisherigen S04-Durchschnitt, also sechs Spiele für einen Treffer zu brauchen, wird er voraussichtlich gerade einmal auf die Hälfte der Vorjahres-Tore kommen.

Natürlich leidet er als Stürmer unter dem nahezu komplett fehlenden Offensivspiel. Allerdings wirkt er in seinen Aktionen auch vor dem Strafraum äußerst unglücklich. Nur selten kann er die Bälle festmachen, häufig verliert er ihn und wichtige Zweikämpfe noch dazu. Bislang, so das ernüchternde Fazit, wären die 1,5 Millionen Euro anderweitig besser investiert gewesen.


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