Frauenfußball

Von Arsenal zu Villareal: Saison-Zusammenfassung der fünf großen Frauenligen - Teil 1: WSL

Helene Altgelt
Chelsea Women v Manchester City Women - Vitality Women's FA Cup Final
Chelsea Women v Manchester City Women - Vitality Women's FA Cup Final / Bryn Lennon/GettyImages
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In Deutschland ist der VfL Wolfsburg gerade Pokalsieger geworden und hat damit das Double geholt. Bayern und Frankfurt sind auf den weiteren Champions-League-Plätzen gelandet. Mit wem könnten sie nächste Saison in einer Gruppe landen? Ein Blick auf die Meister, Überraschungen und Absteiger der fünf großen Frauenligen Europas.

Teil 1: die englische FA Women's Super League


Knappes Rennen: Chelsea vor Arsenal Meister

England is blue: In der englischen Frauenliga hat der FC Chelsea zum dritten Mal hintereinander den Meistertitel gewonnen. Aber wie auch schon letzte Saison war es eine knappe Angelegenheit. Erst am letzten Spieltag wurde die Meisterschaft entschieden, Chelsea brauchte einen Sieg gegen Manchester United. Zur Pause lag das Team von Emma Hayes noch mit 1:2 hinten, drehte das Spiel aber und durfte wieder feiern. Matchwinnerin war mit zwei Toren die Australierin Sam Kerr, die als Torschützenkönigin auch den "Golden boot" gewann.

Damit wurde der FC Arsenal auf Platz zwei verwiesen. Die Gunners hatten in der Mitte der Saison einen Durchhänger und ließen im Winter einige Punkte liegen, etwa gegen den Lokalrivalen Tottenham und Schlusslicht Birmingham. Auch im FA Cup zog Arsenal, unter dem neuen Trainer Jonas Eidevall gegen Chelsea den Kürzeren. Trotzdem war die Saison über weite Strecken zufriedenstellend, der Trainerwechsel brachte sichtbar frische Luft in das Spiel des Teams und in den Topspielen konnte Arsenal besser mithalten als in den letzten Jahren. Die Vertragsverlängerung von Topstürmerin Vivianne Miedema sorgte außerdem für gute Laune in Nordlondon.

Manchester City entreißt United den dritten Platz

Den dritten Platz schnappte sich nach einem starken Schlussspurt Manchester City, obwohl sie von vielen nach einem desaströsen Beginn bereits abgeschrieben wurden. Nach fünf Spieltagen standen die Skyblues mit einer mageren Ausbeute von vier Punkten auf dem neunten Platz, kamen dann aber immer besser in Form. Im zweiten Pokalfinale, dem Continental Cup, besiegte City den Meister Chelsea und so dürfte das Saisonfazit doch noch relativ milde ausfallen, auch wenn City von der angepeilten Meisterschaft ein ganzes Stück entfernt war.

Rivale Manchester United, erst 2020 in die erste Liga aufgestiegen, blieb damit der undankbare vierte Platz. Nur die ersten drei Plätze berechtigen zu der Teilnahme am internationalen Geschäft, wobei der Zweit- und Drittplatzierte, genau wie in Deutschland, noch die Qualifikation zur Champions League überstehen müssen. Dort könnten Arsenal und Manchester City also auf Teams wie Real Madrid oder Eintracht Frankfurt treffen.

International erging es den drei englischen Teams diese Saison weniger gut. Vorjahresfinalist Chelsea scheiterte in einer schweren Gruppe mit Wolfsburg und Juventus bereits in der Vorrunde. Manchester City hatte es nichtmal in die Gruppenphase geschafft und war in der Qualifikation an Real Madrid gescheitert. Der FC Arsenal stand als letzter englischer Vertreter im Viertelfinale, dort war aber nach einer mauen Leistung im Rückspiel gegen Wolfsburg die Endstation.

Birmingham abgestiegen - Everton enttäuschend - Tottenham überrascht

Am anderen Ende der Tabelle kämpften Birmingham und Leicester um den Klassenerhalt. Anders als in Deutschland steigt nur ein Team in die zweite Liga, die Championship, ab. Der Aufsteiger aus Leicester hatte schließlich die Nase vorne. Noch 2014 stand Birmingham im Halbfinale der Champions League, seitdem werden dem Club aber immer wieder mangelnde Investitionen in das Frauenteam vorgeworfen.

Ebenfalls in den Abstiegskampf hereingezogen wurde Everton, was vor der Saison wohl kam jemand vorhergesagt hätte. Nach einem soliden fünften Platz hatte sich der Club aus Liverpool im Sommer mit zahlreichen internationalen Spielerinnen verstärkt und wollte die Champions-League-Plätze angreifen. Stattdessen wurde es eine chaotische Saison mit fast so vielen Trainerentlassungen (3) wie Siegen (5). Nächste Saison müssen sie gegen Aufsteiger Liverpool zeigen, dass sie immer noch die Nummer eins an der Merseyside sind.

Auch eine Überraschung, allerdings eine positive, war Tottenham. In den letzten Saisons waren die Spurs eher am unteren Tabellenende vorzufinden gewesen, aber 2021/22 waren sie lange Zeit sogar im Rennen um den dritten Platz. Im Endspurt ging ihnen dann etwas die Puste aus, trotzdem war es eine bemerkenswerte Spielzeit, in der sie auch zum ersten Mal in der Geschichte einen Punkt im Nordlondon-Derby gegen Arsenal holten. In der Transferperiode wird sich Tottenham sicherlich nach einer guten Stürmerin umschauen, da die Chancenverwertung in dieser Saison das größte Problem war.

Auch die anderen Vereine werden im Sommer einige große Transfers einfädeln. Lineth Beerensteyn etwa, deren Vertrag bei Bayern diese Saison ausgelaufen ist, wird als Kandidatin bei einigen englischen Klubs gehandelt.


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