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Bayern München

Reschke enthüllt: Nagelsmann sollte bereits 2015 nach München wechseln

Dominik Hager
Apr 9, 2021, 10:39 AM GMT+2
Michael Reschke enthüllt Verhandlungen mit Nagelsmann aus dem Jahr 2015.
Michael Reschke enthüllt Verhandlungen mit Nagelsmann aus dem Jahr 2015. | Joshua Sammer/Getty Images
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Für den Fall, dass Hansi Flick die Bayern nach Saisonende verlässt, steht ein Name definitiv hoch im Kurs. Die Rede ist von Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann, der in seiner jungen Trainerkarriere schon beachtliche Erfolge erzielt hat. Im Sport1-Podcast "Meine Bayern-Woche" berichtet Michael Reschke, dass es bereits in der Vergangenheit Verhandlungen mit dem 33-Jährigen gegeben habe.

Julian Nagelsmann wäre als Nachfolger von Hansi Flick sicherlich so etwas wie eine Königslösung. Dass die Bayern überzeugt von dessen Qualitäten sind, ist ohnehin bereits bekannt. Was jedoch wenige wissen, ist die Tatsache, dass die Münchner bereits im Jahr 2015 Verhandlungen mit dem jungen Trainer geführt haben. In seiner Zeit als Technischer Direktor war es die Aufgabe von Reschke, die Transferaktivitäten und die Scouting-Abteilung der Münchner zu optimieren. Dabei sollte er insbesondere den Trainermarkt im Auge haben und wurde auf den damaligen Trainer der U19 von Hoffenheim aufmerksam. Demnach erschien dieser an der Säbener Straße und verhandelte mit Reschke und Uli Hoeneß. "Er sollte bei Bayern München U19-Trainer werden. Die Gespräche waren super, Uli war komplett begeistert und wollte das dann auch auf jeden Fall umsetzen", erinnert er sich.

FC Bayern macht Rückzieher vor Dietmar Hopp

Doch wie bei fast jedem Geschäft gab es auch in diesem Fall einen Haken. Uli Hoeneß wollte nämlich zuerst grünes Licht von Dietmar Hopp haben, zu dem er ein gutes und enges Verhältnis pflegt. "Dann hat er Dietmar Hopp angerufen und er hat gesagt: 'Uli, bei allem Respekt. Wir werden den auf keinen Fall freigeben. Wir haben viel mit ihm vor. Der muss in Hoffenheim bleiben'", erinnert sich Reschke. Somit war die Angelegenheit für alle Beteiligten erledigt. "Er wäre aber gerne gewechselt. Es hat ihn damals komplett gereizt als jemand, der Bayern-Fan ist und eine enge Bindung zu dem Klub hat", so der 65-Jährige.

Reschke adelt Nagelsmann: "Das ist ein Juwel auf dem Trainermarkt"

Julian Nagelsmann
Wird Julian Nagelsmann neuer Bayern-Trainer? Von den Qualitäten des 33-Jährigen scheint jeder überzeugt zu sein. | Alexander Hassenstein/Getty Images

Aufgegeben haben Reschke und Hoeneß den jungen Coach jedoch nie, zumal dieser in München einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. "Uli hat seinen Weg total intensiv verfolgt. Er war auch sehr angetan vom Gespräch, aber hat die Hopp-Meinung komplett respektiert. Er hat für Julians Weg einen großen Respekt", so der frühere Technische Direktor der Münchner. Zwar liegt die Trainersuche nicht mehr in den Händen von Reschke oder Hoeneß, so dürfte Nagelsmanns Verbindung zu den Bayern schon ein Indiz für ein gegenseitiges Interesse sein.

"Dass Julian vom Alter her irgendwann mal Bayern-Trainer werden kann oder werden wird, da gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit. Die sportliche Qualität steht außer Frage bei Nagelsmann. Das ist ein total außergewöhnlicher Trainer. Das ist ein Juwel auf dem Trainermarkt", adelt Reschke den RB-Coach. Allerdings will er sich an weiteren Spekulationen nicht beteiligen, zumal Hansi Flick ja noch immer im Amt ist. "Die Münchner haben mit Hansi Flick momentan einen hervorragenden Trainer. Er hat dort unglaubliche Arbeit geleistet. Was sich dort wann und wie entwickelt, ist zu spekulativ", erklärt er.

Nagelsmann bei Flick-Abgang wohl erste Wahl

Nach den jüngsten Aussagen der Verantwortlichen scheint die Zukunft von Flick immer ungewisser zu sein. Derzeit sieht vieles nach einem Abgang des 56-Jährigen in Richtung DFB-Team aus. Es ist also gut möglich, dass Nagelsmann schon in absehbarer Zeit wieder zu Verhandlungen in München erscheint. Alles deutet darauf hin, dass dieser die erste Wahl als Nachfolger darstellen würde. Bei den Leipzigern würde man auch auf keinen Dietmar Hopp mehr treffen und demnach in den Verhandlungen die Ellenbogen ausfahren. Eine Einigung mit RB wäre mutmaßlich bei einer Ablösesumme in Höhe von 10-15 Millionen möglich.

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