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Real Madrid

Real Madrid und der Fluch gegen die königlichen Spielverderber aus Sevilla

Guido Müller
Wieder kein Tor gegen Betis: Vinicius und Benzema trauern einer Großchance hinterher
Wieder kein Tor gegen Betis: Vinicius und Benzema trauern einer Großchance hinterher / Denis Doyle/Getty Images
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Mit dem zweiten Punkteverlust binnen einer Woche hat es Real Madrid verpasst, Kapital aus der Niederlage von Tabellenführer Atlético Madrid in Bilbao zu schlagen. Doch angesichts des Gegners vom vergangenen Samstag konnte das auch nicht wirklich überraschen.

Denn der hieß Betis Sevilla. Ober Real Betis Balompié, wie der Klub ganz offiziell heißt. Soviel Zeit muss sein.

Und wenn dieser Klub, der den royalen Zusatz ebenso in seinem Vereinsnamen stehen hat wie sein berühmtes Vorbild aus der Hauptstadt, in den letzten vier Jahren zur Auswärtsaufgabe nach Madrid gereist ist, kam er danach stets mit etwas Zählbarem zurück an die Ufer des Guadalquivir (der von den Römern übrigens "baetis" genannt wurde, von daher der Klub-Name).

Betis seit vier Jahren ungeschlagen und unbezwungen im Bernabéu-Stadion

Begonnen hat dieser neueste Fluch der weißen Klubgeschichte am 20. September 2017. Es war der fünfte Spieltag der Spielzeit 2017/18. Ein Spiel, das in den meisten Fällen wohl remis ausgegangen wäre, entschieden die Andalusier in der letzten Minute durch einen Kopfball von Sanabria am Ende etwas glücklich für sich.

Mehr als eineinhalb Jahre später, am Ende der Spielzeit 2018/19, konnten die Béticos erneut im Bernabéu-Stadion triumphieren. Diesmal gar mit 2:0 (Tore von Loren und Jesé).

Quique Setien, Manager
Gewann mit Betis zweimal in Folge bei Real Madrid: Quique Setién / Quality Sport Images/Getty Images

Vielleicht haben sich just zu dieser Zeit die Verantwortlichen beim FC Barcelona zum ersten Mal ernsthaft mit dem Namen Quique Setién beschäftigt. Immerhin zeichnete der kantabrische Coach für beide beschriebenen Siege als Trainer verantwortlich.

Betis indes ging in die Folgesaison (2019/20) ohne Setién als Cheftrainer. Doch auch unter dessen Nachfolger Rubi blieben die Verdiblancos (die Grün-Weißen) im dritten Liga-Spiel in Folge bei Real ungeschlagen - und unbezwungen.

Denn erneut schafften die Hausherren es nicht, auch nur einen Treffer gegen den Gast aus Andalusien zu erzielen. Am Ende stand ein 0:0.

Das auch am vergangenen Samstag nach neunzig Minuten Bestand hatte. Zum vierten Mal in Folge war es den Königlichen somit nicht gelungen, gegen Betis einen Treffer im heimischen Bernabéu-Stadion zu erzielen. Gegen keinen anderen Gegner weisen die blancos (im selben Zeitraum) eine solche Bilanz auf.

"Finale" zwischen Barça und Atlético am Spieltag 35 - mit Real als lachendem Dritten?

Dass die Ausgangslage in der heimischen Liga trotzdem sogar verbessert werden konnte, lag an der gestrigen 1:2-Niederlage des (Noch-)Tabellenführers Atlético Madrid bei Athletic Bilbao. Die den Erzrivalen FC Barcelona aber wohl noch mehr gefreut haben dürfte.

Denn gewönnen die Katalanen am kommenden Donnerstag (19.00 Uhr) ihr Nachholspiel gegen den FC Granada, würden sie sich fünf Spieltage vor Saisonschluss an den Rojiblancos (und an den Königlichen) vorbeischieben.

Das direkte Aufeinandertreffen zwischen Culés und Colchoneros am 35. Spieltag (am 8. Mai, 16.15 Uhr) käme dann einer Art Finale um die Meisterschaft gleich.

Von dessen Ausgang wiederum auch Real Madrid als lachender Dritter profitieren könnte. Eines ist mal klar: soviel Spannung im Meisterrennen wie in der spanischen Liga hätten wir hierzulande wohl nur all zu gern.

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