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Sergio Ramos

Real Madrid und Sergio Ramos scheinen doch noch zueinander zu finden

Guido Müller
Verdammt dazu, sich zu verstehen: Real-Boss Florentino Pérez und sein Kapitän Sergio Ramos
Verdammt dazu, sich zu verstehen: Real-Boss Florentino Pérez und sein Kapitän Sergio Ramos / Denis Doyle/Getty Images
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Wenn du denkst es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her... Unter dieses Motto könnte man die jüngste Entwicklung in den seit Monaten laufenden Vertragsverhandlungen zwischen Real Madrid und Sergio Ramos (35) stellen.


Denn nachdem es in den vergangenen Wochen immer mehr danach ausgesehen hat, dass sich beide Parteien in diesem Sommer, und nach insgesamt sechzehn Jahren der Zusammenarbeit, trennen würden, scheint es jetzt kurz vor ultimo doch noch zu einer letzten Wendung zu kommen.

Treffen zwischen Pérez und Ramos am vergangenen Freitag

Am vergangenen Freitag jedenfalls überraschte die plötzliche Ankunft von Sergio Ramos, gegen ein Uhr mittags, alle Anwesenden in der Ciudad Deportiva, dem Trainingszentrum der Madrilenen in Valdebebas.

Einem Bericht der as zufolge war der Capitano gekommen, um sich mit Klub-Chef Florentino Pérez zu treffen. Als beide schließlich, einige Stunden später, und getrennt voneinander, die Büros des riesigen Sportkomplex verließen, stand ihnen jeweils ein Lächeln ins Gesicht geschrieben.

Ein Durchbruch in den seit geraumer Zeit festgefahrenen Verhandlungen scheint somit erreicht.

Für beide Seiten sicherlich erleichternd. Denn entgegen des von der Klubseite gehegten Verdachts, Sergio Ramos habe schon längst Übereinkunft mit einem anderen Klub erzielt, scheint dies nicht der Fall zu sein.

Sevillan Sergio Ramos (R) vies with Leva
Spielte bis 2005 bei seinem Stammverein FC Sevilla: Sergio Ramos / CRISTINA QUICLER/Getty Images

Zuletzt war von einem Angebot seitens des FC Sevilla die Rede, die dem Routinier eine Art Rentenvertrag bis über seine aktive Karriere hinaus angeboten hätten.

Beide Seiten ohne echte Druckmittel in der Hand

Doch offenbar hatte Sergio Ramos nie wirklich die Absicht, Madrid und die Königlichen zu verlassen. Da er aber mit seinem Druckmittel (sprich: handfestes und unterschriftsreifes Interesse anderer Klubs) bei Pérez nicht durchkam, beharrte dieser wiederum auf der für Spieler über 30 gängigen Strategie, nur Einjahresverträge anzubieten.

Dies wiederum wollte Sergio Ramos, ganz in der Tradition eines stolzen Andalusiers, nicht akzeptieren.

Doch auch der Klub musste erkennen, dass seine Strategie einigermaßen auf Sand gebaut war. Denn mit Raphel Varane, dessen Vertrag im Sommer nächsten Jahres ausläuft, hat der etatmäßig zweite Innenverteidiger in der Mannschaftshierarchie bislang nicht mal ansatzweise Signale dahingehend ausgesendet, unbedingt in Madrid bleiben zu wollen.

Mittlerweile sollen die Real-Verantwortlichen auch bereits fest davon ausgehen, dass der Franzose mit einem anderen Klub (PSG?) in Kontakt steht und wären zu entsprechenden Verhandlungen bereit.

Von einem Verkauf des Weltmeisters von 2018, dessen Marktwert aktuell auf 70 Millionen Euro taxiert wird, erhoffen sich die Madrilenen einen Erlös zwischen 40 und 50 Millionen Euro.

Doch das Horrorszenario, beide Stamm-Innenverteidiger binnen weniger Wochen zu verlieren, wollte sich der Klub natürlich auch nicht antun. Von daher der vermeintliche "Rückzieher" des Klubs - und die Unterredung zwischen Pérez und Ramos am Freitag.

Doch noch ist nichts endgültig geklärt. Und somit steht auch weiterhin nicht fest, welche der beiden Parteien nun etwas mehr auf seinen Verhandlungspartner zugehen muss.

Ein Jahr und zehn Prozent weniger - stimmt Ramos nun zu?

Wie die as berichtet, sei der Klub bereit, die anfängliche Offerte (deren Haltbarkeitsdatum eigentlich schon vor Wochen abgelaufen ist) erneut auf den Tisch zu legen. Das würde nichts anderes als ein weiteres Vertragsjahr zu um zehn Prozent verringerten Bezügen bedeuten.

Sergio Ramos käme dann auf ein Nettogehalt von etwa 11,7 Millionen Euro. Und müsste - im Falle seiner Zusage - im kommenden Jahr erneut über seine Zukunft im Estadio Santiago Bernabéu verhandeln.

Sicherlich verkraftbar für einen 35-Jährigen, der praktisch die Hälfte seines Lebens dort verbracht hat, und in den letzten Wochen und Monaten aufgrund von Verletzungsproblemen nicht wirklich Werbung in eigener Sache machen konnte.

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