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Marsch lobt Moribas Potential - verlangt aber Geduld von ihm

Nikolas Pfannenmüller
RB Leipzigs Neuzugang Ilaix Moriba wird nach dem 3:0-Sieg gegen den VfL Bochum von Trainer Jesse Marsch geherzt.
RB Leipzigs Neuzugang Ilaix Moriba wird nach dem 3:0-Sieg gegen den VfL Bochum von Trainer Jesse Marsch geherzt. / Alex Grimm/Getty Images
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Erst kurz vor Ende des Transferfensters im Sommer wechselte Ilaix Moriba vom FC Barcelona zu RB Leipzig. Er absolvierte nicht die Vorbereitung mit den Sachsen und muss sich aktuell zunächst hinten anstellen. Sein Trainer Jesse Marsch hält große Stücke auf Moriba, ruft ihn aber zur Geduld auf.


Es ist nie einfach, wenn ein Spieler während der laufenden Saison zu einem neuen Team stößt. Die Startelf der Mannschaft ist meist schon zementiert und der Trainer behält sich nur punktuelle Änderungen vor, um das Teamgefüge nicht auseinander zu bringen. Für einen jungen Spieler wie Ilaix Moriba könnte so ein Neustart, dazu noch in einem ihm unbekannten Land, noch schwieriger sein als für erfahrene Profis.

Der 18-Jährige wechselte am 31. August, also am letzten Transfertag, für 16 Millionen Euro vom FC Barcelona zu RB Leipzig. Weitere sechs Millionen an Bonuszahlungen könnten noch dazukommen. Moriba ist eine Investition für die Zukunft, das wissen die Verantwortlichen in Leipzig. Ausgebildet wurde der zentrale Mittelfeldspieler in der Jugendakademie La Masia. In der vergangenen Spielzeit kam Moriba erstmals auf Einsätze für die erste Mannschaft von Barça, in La Liga stand er immerhin vier Mal in der Startelf.

Moriba hat Großes vor

Moriba hat hohe Erwartungen an sich selbst, er will auf lange Sicht kein Mitläufer, sondern ein Leistungsträger sein. "Ich will selber nicht irgendein Spieler sein, ich will selber auch Geschichte schreiben im Fußball", sagte er bei seiner Vorstellung in Leipzig.

Gegenwärtig muss Moriba sich allerdings noch mit einer Rolle als Reservist zufriedengeben. Während er gegen Bayern München und den 1. FC Köln noch nicht im Kader war, konnte er gegen Hertha BSC, Manchester City und den FC Brügge das Spiel seiner Kollegen zumindest von der Bank aus verfolgen. Seine Bundesliga-Premiere gab Moriba am Samstag beim 3:0-Sieg gegen den VfL Bochum. In der 79. Minute wurde der gebürtige Guineer für Kevin Kampl eingewechselt.

"Er ist unzufrieden“, hatte sein neuer Trainer Jesse Marsch vor dem Bochum-Spiel gesagt. Sein Chef weiß um die Ambitionen seines Schützlings, ist sich aber auch darüber im Klaren, dass der Plan mit Moriba auf Nachhaltigkeit angelegt ist. Es geht nicht darum, das Talent zu verheizen, sondern langsam an die Bundesliga und Champions League heranzuführen. Moriba hat bei Leipzig einen Vertrag bis 2026 unterschrieben.

Marsch sieht großes Potential in Moriba

"Er ist 18 Jahre alt. Und er will alles jetzt sofort", sagte Marsch mit einem hörbaren Lachen nach Moribas ersten Pflichtspielminuten beim Erfolg über Bochum. Auch wenn Moriba noch keine große Rolle inne hat, zeigt sich Marsch begeistert vom Potential des Youngsters. "Er ist ein Spezialspieler. Er sieht den einfachen Weg mit dem Ball, hat ein Gefühl für Fußball", so der US-Amerikaner.

Auch der andere Spielstil in Deutschland verglichen mit dem in Spanien, ist für Moriba Neuland. Dort gehe es viel um Ballbesitz, in der Bundesliga sei aber die Intensität das Wichtigste, erklärte Marsch. Mit der richtigen Energie und Einstellung sieht der 47-Jährige Moriba dennoch für den deutschen Fußball gerüstet: "Die Entscheidung, hierher zu kommen, war richtig und wichtig. Wenn er seine Qualität am Ball mit der nötigen Intensität kombiniert, kann er eine große Entwicklung nehmen und ein großer Spieler werden."

Überangebot im Leipziger Mittelfeld

Je nach Betrachtungsweise herrscht im zentralen Mittelfeld von RB Leipzig jedoch ein Luxusproblem oder ein intensiver Konkurrenzkampf. Kevin Kampl, Tyler Adams, Amadou Haidara und Konrad Laimer sind Moriba momentan noch einen Schritt voraus. "In einem Kader wie unserem, mit so vielen guten Jungs, muss er sich jede Einsatzminute verdienen", sagte Marsch.

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