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Leipzig taumelt vor dem Champions-League-Kracher bei Man City: Hat RB trotzdem eine Chance?

Dominik Hager
Ein echter Stolperstart: Leipzig muss nicht gerade zum optimalen Zeotpunkt gegen Manchester City ran
Ein echter Stolperstart: Leipzig muss nicht gerade zum optimalen Zeotpunkt gegen Manchester City ran / RONNY HARTMANN/Getty Images
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Der RB Leipzig durfte sich bei der Champions-League-Auslosung nicht gerade über Losglück freuen. Mit Paris-Saint-Germain und Manchester City hat der deutsche Vize-Meister zwei absolute Top-Favoriten vor die Nase gesetzt bekommen. Am Mittwochabend steht das erste Auswärtsspiel bei den Skyblues statt. Wir wollen uns mal anschauen, wie die Chancen für RB stehen.


Bereits jetzt deutet sich an, dass der RB Leipzig vor einer schweren Saison steht. Neben den beiden Innenverteidigern Dayot Upamecano und Ibrahima Konaté hat kurz vor Transferschluss auch noch Mittelfeld-Chef Marcel Sabitzer das Team verlassen. In der Bundesliga bekamen die Sachsen dafür prompt die Quittung. Drei Niederlagen in vier Spielen, darunter eine 1:4-Pleite gegen Bayern zeigen ganz gut, dass Leipzig derzeit kein Top-Team ist.

Allerdings lügt die Tabelle im Falle der Leipziger auch ein wenig. Insbesondere das 1:4 gegen die Münchner war nicht so deutlich, wie es das Ergebnis vermuten ließ. Tatsächlich gab es mehrere Abseits- und Elfmeterentscheidungen, die zwar richtig aber ziemlich knapp waren. Generell kann man die Auftritte aus der Bundesliga meist nicht 1:1 auf die Champions League transferieren - sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.

André Silva ist die Trumpfkarte von RB Leipzig

Es gibt durchaus ein paar Dinge, die den Leipzigern Hoffnung machen können. Mit André Silva verfügt man inzwischen immerhin wieder über einen Tor-Garanten im Angriff. Genau dieser hat den Leipzigern im letzten Jahr gefehlt. Gleiches gilt für Manchester City, welches durch das Fehlen einer Neun im vergangenen Jahr am Champions-League-Titel gescheitert war. Im Gegensatz zu Leipzig konnten die Skyblues aber keinen neuen Top-Stürmer für sich gewinnen.

An manchen Tagen läuft die City-Offensive dennoch auf Hochtouren. Dann gibt es aber eben auch diese Tage, an denen vorne kein Ball rein will. Konsequenterweise setzte es in der Premier League beispielsweise eine 0:1-Schlappe gegen die Tottenham Hotspurs.

Kevin De Bruyne
Kevin De Bruyne fehlt gegen Leipzig / Visionhaus/Getty Images

RB muss hoffen, dass der amtierende Meister genau einen solchen Tag erwischt. Durch die Verletzung von De Bruyne fehlt immerhin der Ankerpunkt im City-Offensivspiel. Gelingt es dem Team, lange die Null zu halten, geht womöglich etwas über eine Einzelaktion.

Mit Forsberg, Nkunku und Olmo stehen drei Kreativspieler im Kader, die immer eine zündende Idee haben können. Klar ist, dass sich die Leipziger nicht viele Chancen erspielen werden können. Darum müssen die wenigen Möglichkeiten genutzt werden. Die Hoffnungen liegen hier ganz klar auf den Abschlussqualitäten von André Silva.

Um aber überhaupt in die Situation zu kommen, wird viel Laufarbeit nötig sein. Manchester City versteht es wie kaum ein anderes Team, Ball und Gegner laufen zu lassen. Lauf- und kampfstarke Spieler wie Konrad Laimer, die das ganze Spiel über die Kreise der gegnerischen Spieler stören können, sind sicherlich von Vorteil.

Fast alles spricht für Manchester City: Leipzig hofft auf ein Wunder

Viel mehr gibt es aber auch nicht, dass den Leipzigern Hoffnung machen kann. Selbstredend ist City auf (fast) jeder Position besser besetzt, als es der Bundesligist ist. Die Abwehr des Premier-League-Klubs ist seit Jahren eingespielt und gehört mit Spielern wie Walker oder Rúben Dias zu den stärksten Europas. Die Leipziger Defensive muss sich hingegen noch finden, da Upamecano und Konaté weg sind und sich Angeliño und Mukiele in einer schwachen Form befinden.

Im zentralen Mittelfeld verfügt Leipzig mit Kampl, Laimer, Haidara und Adams über vier Spieler, die allesamt über ein ähnliches Niveau verfügen, wovon jedoch keiner zur Spitzenklasse gehört. Der Stabilisator und Taktgeber fehlt jedoch nach dem Sabitzer-Abgang, da auch Kampl nicht gerade in Top-Form ist. Manchester City kann hingegen Stars wie Rodri, Fernandinho und Gündoğan aufbieten.
Es wäre schon überraschend, wenn das Leipziger Mittelfeld dieser Qualität standhält.

Sollten die Skyblues wie erwartet das Zentrum dominieren, bekommen auch die starken Leipziger Offensivspieler weniger Aktionen. Die Qualität der Offensive ist dank Olmo, Nkunku, Szoboszlai, Forsberg und Silva nicht wesentlich geringer als die der Cityzens. Es kommt aber auch darauf an, ob diese entfaltet werden kann.

Generell scheint Leipzig noch in einer Phase zu sein, in der sich das Team noch finden muss. Es kommt auch nicht überraschend, dass der Wechsel von Nagelsmann zu Marsch ein wenig zäher vonstattengeht. Manchester City und Pep Guardiola haben als funktionierendes Gespann die deutlich besseren Aussichten.

Im Endeffekt wäre ein Leipziger Punktgewinn zu diesem Zeitpunkt fast schon eine Sensation. Diese gibt es jedoch immer wieder. Die Skyblues müssen dazu nur beim Lokal-Rivalen nachfragen, der am Dienstag gegen die Young Boys verlor.

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