Frauen-EM

"Ende der Traumreise" - Die Pressestimmen zum geplatzten EM-Traum

Daniel Holfelder
Deutschland verlor das EM-Finale mit 1:2 nach Verlängerung
Deutschland verlor das EM-Finale mit 1:2 nach Verlängerung / Harriet Lander/GettyImages
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Deutschland hat es nicht geschafft, eine hervorragendes Turnier mit dem EM-Titel zu krönen. Die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg unterlag Gastgeber England in einem umkämpften Finale mit 1:2 nach Verlängerung. Die Reaktion der deutschen Medien war von großer Enttäuschung geprägt, während die britische Presse ihre Lionesses gebührend feierte.


Pressestimmen aus Deutschland

Kicker: "Schock in der Verlängerung: DFB-Frauen verlieren ohne Popp EM-Finale gegen England. Der ganz große Wurf blieb den DFB-Frauen verwehrt. Ohne die verletzte Kapitänin Alexandra Popp verloren sie das EM-Finale gegen England in der Verlängerung mit 1:2. Für die Lionesses ist es der erste EM-Titel."

Bild: "Wieder Wembley-Betrug. Deutschland weint mit unseren Fußball-Frauen – und ärgert sich über den neuen Wembley-Betrug! Bei der 1:2-Pleite nach Verlängerung werden wir fast genau 56 Jahre nach dem Skandal um das Wembley-Tor schon wieder betrogen."

Sport1: "Deutschland verliert das EM-Finale gegen England auf dramatische Weise. Schon vor dem Anpfiff müssen die DFB-Frauen einen Schock hinnehmen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Nach dem Drama fließen die Tränen. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen verliert das EM-Finale in London gegen England auf dramatische Weise in der Verlängerung. Das Team überzeugt – aber Kapitänin Alexandra Popp fehlt."

Spiegel: "England feiert historischen Sieg in Wembley. In einem langen EM-Finale hat die DFB-Elf mit 1:2 das Nachsehen: Die Engländerinnen erkämpfen sich vor heimischer Kulisse den Sieg in der Verlängerung. Den entscheidenden Treffer erzielt Chloe Kelly."

Süddeutsche Zeitung: "England besiegt Deutschland - Schock in der 110. Minute. Im tosenden Wembley-Stadion muss die deutsche Auswahl den kurzfristigen Ausfall von Kapitänin Popp verkraften und unterliegt England in der Verlängerung. Das Finale ist geprägt von Zweikämpfen - und mindestens einer strittigen Elfmeterszene."

Soccerdonna: "Ende der Traumreise für deutsche Fußballerinnen - 'Es tut weh'. Was für ein Spektakel im Fußball-Tempel Wembley. England und Deutschland liefern sich vor der EM-Rekordkulisse ein großes Duell - mit einem Happy End für die Gastgeberinnen. Das DFB-Team musste dabei ohne die verletzte Kapitänin Alexandra Popp auskommen."

Pressestimmen aus England

90min UK: "Der Sieg bei der Euro 2022 war ein Triumph für alle Vorkämpferinnen [des Frauenfußballs]: Die Dick, Kerr Ladies, die vor einem Jahrhundert vor fünfstelligen Zuschauerzahlen spielten, Patricia Gregory, die es wagte zu fragen, warum Frauen nicht Fußball spielen dürfen, die Lowestoft Ladies, die Maßstäbe in Sachen Professionalität setzten, aber ein Opfer der widrigen damaligen Umstände waren, Hope Powell, die um Profiverträge kämpfte. Die Liste ließe sich noch viel weiter fortsetzen. [...] Den Einfluss, den diese Mannschaft auf die nachfolgenden Generationen haben wird, werden wir noch jahrelang landauf, landab sehen können."

Guardian: "England wird Europameister 2022, nachdem Kelly Deutschland in der Verlängerung versenkt hat. Ekstase. Rekorde purzelten, Emotionen tobten und Herzen zersprangen. Dank einer bärenstarken Leistung Englands und des ersten Länderspieltores von Chloe Kelly gewann das Team in der Verlängerung mit 2:1 gegen den achtmaligen Rekordeuropameister Deutschland und sicherte sich damit die erste große Trophäe - die erste für England seit 1966."

Mirror: "IT CAME HOME! England schlägt Deutschland mit 2:1 und gewinnt das EM-Finale nach 56 Jahren voller Schmerz - nachdem Chloe Kelly in der Verlängerung einen Treffer erzielt und sich beim Feiern das Trikot vom Leib reißt."

Telegraph: "England besiegt Deutschland im Finale der Euro 2022 dank eines Treffers von Chloe Kelly in der Verlängerung. England hat seine erste große Trophäe gewonnen. Chloe Kellys Tor in der Verlängerung überwältigte den alten Rivalen Deutschland in einem dramatischen und historischen Finale, das von einer faszinierten, rekordverdächtigen Zuschauerzahl für ein Frauenfußballspiel in Großbritannien verfolgt wurde."

Daily Mail: "Die Nation bricht in Begeisterungsstürme aus, als Chloe Kelly mit einem Tor in der Verlängerung den Sieg für die Lionesses erringt, angefeuert von Prinz William, 90.000 Fans im Wembley-Stadion und Millionen Zuschauern zu Hause. Englands Lionesses waren heute Abend der Stolz der Nation, nachdem Chloe Kelly sie mit ihrem 2:1-Siegtor gegen Deutschland im Finale der Europameisterschaft 2022 in die Geschichtsbücher eingetragen hatte."

BBC: "England hat Geschichte geschrieben, indem es sein erstes großes Frauenturnier in einem dramatischen Finale der Euro 2022 gegen den alten Rivalen und achtmaligen Europameister Deutschland in Wembley gewann.“

Daily Star: "Englands Lionesses gewinnen die Europameisterschaft, weil Super-Stürmerin Chloe Kelly den Fußball nach Hause bringt. Genießen Sie es und saugen Sie es in sich auf. Fast sechs Jahrzehnte fußballerischen Leids sind nun vorbei. Endlich ist es geschafft - und als Wembley einen historischen Moment in der Geschichte des britischen Sports feierte, fühlte es sich an wie eine Art Fußball-Nirwana.“

Internationale Pressestimmen

Der Standard (Österreich): "England nach Sieg gegen Deutschland erstmals Europameister - Das Sommermärchen ist perfekt: 2:1-Erfolg der Lionesses vor finaler Rekordkulisse im Wembley. Nach Toren von Toone bzw. Magull gelang der Engländerin Kelly in der Verlängerung der entscheidende Treffer."

Neue Züricher Zeitung (Schweiz): "Den Engländerinnen gelingt, was dem Männerteam in zehn Anläufen verwehrt geblieben ist – sie werden Europameisterinnen."

As (Spanien): "England hat eine neue Königin."

Le Figaro (Frankreich): "Sarina Wiegman wurde nicht umsonst zur besten FIFA-Trainerin des Jahres 2017 und 2020 gewählt. Fünf Jahre nach dem Gewinn der Europameisterschaft am Steuer der Niederlande behielt die Niederländerin ihre Krone, diesmal aber mit England."

Politiken (Dänemark): "Endlich hat es geklappt: Football's coming home. Ein mitreißendes und dramatisches Finale vor den Augen des größten Publikums eines EM-Spiels jemals endete mit einem Sieg für die Heimmannschaft. Ein internationaler Fußballklassiker setzte den gelungenen Schlusspunkt der Frauen-EM - und Deutschland gewann am Ende ausnahmsweise nicht.“

Verdens Gang (Norwegen): "Wembley war voller englischer Siegestränen, aber es waren Alexandra Popps verzweifelte, leere Augen, die den stärksten Eindruck hinterließen. Dies war schließlich ihre EM. Sie war auf dem Weg, die Königin der Europameisterschaft zu werden, als der größte Fußballtag ihres Lebens vorbei war, bevor er richtig begonnen hatte. Stattdessen wurde es Englands EM. Der Fußball ist nach Hause gekommen."

Aftonbladet (Schweden): "Fußball ist ein einfacher Sport. 22 Spielerinnen versuchen, in 90 oder 120 Minuten die meisten Bälle ins jeweilige Tor zu schießen. Am Ende gewinnt die Mannschaft, die währenddessen die wenigsten Probleme, die besten Spielerinnen auf der Bank und die beste Trainerin an der Seitenlinie hat. Nach vielem Wenn und Aber ist das England."


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