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Premier-League-Regularien: Wie viel darf Newcastle ausgeben?

Nikolas Pfannenmüller
Grund zum Jubeln hat Newcastle United auf dem Spielfeld aktuell kaum, aber die Zukunft könnte vielversprechend sein.
Grund zum Jubeln hat Newcastle United auf dem Spielfeld aktuell kaum, aber die Zukunft könnte vielversprechend sein. / Sebastian Frej/MB Media/GettyImages
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Seit knapp drei Wochen gehört Newcastle United dem saudischen "Public Investment Fonds" (PIF). Das Konsortium soll über reichlich Geld verfügen und möchte Newcastle an die Spitze der Premier League führen. Doch wie viel Geld kann der Klub überhaupt ausgeben, insbesondere im Hinblick auf die Regularien der Liga? Und warum greift bei den Magpies das Financial Fairplay (noch) nicht?


Das Financial Fairplay (FFP) wurde 2010 als Nachfolge-Konzept des UEFA Klublizenzierungsverfahrens vorgestellt und 2013 eingeführt. "Beim Financial Fairplay geht es darum, die finanzielle Gesundheit des europäischen Klubfußballs zu verbessern", heißt es darin. Verhindert werden soll dadurch, dass Klubs mehr Geld ausgeben als sie einnehmen.

Für Newcastle United gelten zunächst einmal die "profit and sustainability rules"

Innerhalb des Bewertungszeitraums von drei Jahren ist es Klubs gestattet, fünf Millionen Euro mehr auszugeben als sie einnehmen. Maximal darf der Verlust auf 30 Millionen Euro ansteigen, vorausgesetzt die Klubeigentümer oder ein Investor können die finanziellen Einbußen unmittelbar auffangen. Seit 2015 müssen Investionen in Stadien, Trainingseinrichtungen, Frauenfußball oder in die Nachwuchsförderung nicht mehr in die Rechnung einbezogen werden.

Wie das Reglement mit Sponsoring umgeht, ist juristisch nicht abschließend geklärt. Das Financial Fairplay gilt allerdings nur für Klubs, die am internationalen Wettbewerb teilnehmen. Der Tabellen-19. der Premier League aus Newcastle gehört aktuell nicht dazu. Die Premier League hat bezüglich der finanziellen Regularien ein abweichendes Reglement, das in den "profit and sustainability rules" zu finden ist.

Premier-League-Klubs dürfen 15 Millionen Pfund Miese innerhalb von drei Jahren machen, aber die Eigentümer können weitere 90 Millionen Pfund in Form von Aktien einbringen, um diesen Betrag auf 105 Millionen Pfund zu erhöhen.

Wegen der Pandemie lockerte die Premier League ihre Regularien

Da infolge der Pandemie die Einnahmen enorm zurückgingen, lockerte die Liga ihre Standards. Momentan ist also auch ein größerer Verlust erlaubt. Da der frühere Besitzer Mike Ashley eher ein Sparfuchs war, geht Newcastle ohne Einschränkungen in die kommenden Transferperioden und könnte nun in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld als andere Klubs ausgeben. In nur zwei Saisons in den letzten zehn Jahren hat Newcastle einen Verlust in die Bücher geschrieben.

Wenn beispielsweise ein Spieler für 30 Millionen Pfund mit einem 5-Jahres-Vertrag gekauft wird, würde die jährliche Abschreibung in den Büchern 6 Millionen Pfund betragen, eben 30 Millionen Pfund geteilt durch 5 Jahre.

Newcastle könnte laut dem Twitter-Kanal von @Swiss Ramble in der Winter-Transferperiode viel mehr als die immer durch die Medien geisternden 200 Millionen Euro ausgeben. Allerdings würde der Klub damit seinen Spielraum für die Folgejahre erheblich belasten. Offenbar wollen die Magpies ohnehin erst einmal kleinere Brötchen backen.


Für weitere Informationen zum Thema stehen der Twitter-Thread von @Swiss Ramble und ein Bericht der Times zur Verfügung.

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