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Premier League diskutiert zwischenzeitliche Corona-Pause - The Show Must Go On?!

Dec 31, 2020, 10:52 AM GMT+1
Sollte der Ball in der Premier League für eine kurze Pause nicht mehr rollen?
Sollte der Ball in der Premier League für eine kurze Pause nicht mehr rollen? | Pool/Getty Images
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Hohe Zahlen von Coronafällen und mehrere Spiel-Verlegungen in der Premier League: Der englische Fußball diskutiert derzeit, wenn auch etwas hinter vorgehaltener Hand, über eine etwaige Corona-Pause von zwei, drei Wochen. Eine Entscheidung ist dabei alles andere als einfach, weder in die eine, noch in die andere Richtung.

Im Gegensatz zur Bundesliga, wo es bei den nun zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs verpflichtenden Corona-Testreihen offenbar keine oder kaum Probleme mit positiven Tests gibt, ist die Premier League derzeit vergleichsweise stark betroffen.

Zwei Spiele mussten im Dezember bereits abgesagt und verlegt werden. Am Montag traf es die Partie zwischen Manchester City und dem FC Everton aufgrund von Covid-Fällen bei den Cityzens, am Mittwochabend durften Tottenham Hotspur und der FC Fulham nicht gegeneinander antreten - was erst wenige Stunden vor dem Abpfiff entschieden und bekanntgegeben wurde. Dass es so lange Ungewissheit gab und man bis kurz vor knapp nicht wusste, ob man spielen kann, sorgte auch bei Spurs-Coach José Mourinho für Frust. Diesen teilte er über seinen Instagram-Account mit den Fans.

Aufgrund dieser Vorfälle und vor dem Hintergrund der offenbar noch ansteckenderen Corona-Mutation, die speziell in England vorherrscht, gibt es Diskussionen über einen zwischenzeitlichen Stopp des Spielbetriebs. Was sich auf der einen Seite so leicht und problemlos anhören mag, mal eben zwei, drei Wochen zu pausieren um die Lage (vielleicht) zu beruhigen, stellt sich in der Realität jedoch ganz anders da.

Allardyce fordert "eine Unterbrechung des Stromkreises" - Solskjaer verweist auf engen Terminplan

Sam Allardyce, Trainer bei West Bromwich Albion, ist ein Befürworter einer solchen Unterbrechung. "Ich mache mir große Sorgen um mich selbst und den Fußball im Allgemeinen. Wenn das getan werden muss, müssen wir es tun," erklärte er (via Sport1). Big Sam, so sein Spitzname, weiter: "Die Sicherheit aller ist wichtiger als alles andere. Ich bin 66 Jahre alt und will kein Corona bekommen." So könne man eigentlich nur "das Richtige tun" und das wäre seiner Auffassung nach "eine Unterbrechung des Stromkreises".

Sam Allardyce sieht eine Pause des Spielbetriebs als notwendig an
Sam Allardyce sieht eine Pause des Spielbetriebs als notwendig an | Shaun Botterill/Getty Images

Deutlich leichter gesagt, als getan. Der Terminkalender ist schon jetzt sehr gut gefüllt, dazu kommen sehr bald auch wieder die Spiel in den europäischen Wettbewerben der Champions League und Europa League hinzu. Ein solcher Alleingang der Premier League wäre daher nicht nur sehr schwierig umzusetzen, er würde wohl auch ein Nachteil der englischen Klubs in den weiteren Wettbewerben gleichkommen.

Auch Ole Gunnar Solskjaer, Trainer von Manchester United, kann sich eine solche Pause nicht vorstellen: "Wann sollen wir die Spiele spielen? Wir alle wissen, dass dieses Jahre so schwierig ist. Aber ich denke nicht, dass das Stoppen der Spiele eine große Veränderung bewirken wird." Diesen Ansatz findet man auch in der Bundesliga: Da der deutsche Profifußball nachweislich nicht als Treiber der Pandemie gilt, durch die strengen Regeln und regelmäßige Tests sogar ein verhältnismäßig sicheres Umfeld für die Beteiligten bieten kann, darf er auch in Lockdown-Zeiten weiterlaufen. Dieser Hintergrund wird sich auch in England wiederfinden.

Auch United-Coach Solskjaer hat einen wichtigen Punkt vorzubringen
Auch United-Coach Solskjaer hat einen wichtigen Punkt vorzubringen | Sam Bagnall - AMA/Getty Images

Es ist und bleibt eine komplizierte Situation, gerade in den Wintermonaten, in denen sich die Verbreitung des Virus stark erhöht hat. Je mehr Fälle in der allgemeinen Bevölkerung, desto eher auch Fälle im Fußball - das ist klar. Schließlich haben auch die Spieler, Trainer und Betreuer Familien zu Hause. Partner, die arbeiten und einkaufen gehen. Dort besteht immer und grundsätzlich ein Risiko in solchen Zeiten.

So lässt es sich leicht sagen, es brauche nun eine Pause, das wäre ein alternativloser Weg. Allerdings wäre es auch vermessen, dem Fußball - egal ob nun in England, Deutschland oder sonst wo - in die "Brot und Spiele"-Schublade zu packen, wo ohne Rücksicht auf Verluste weitergemacht wird. Es ist kompliziert und durch den ohnehin schon straffen Spielplan nochmal bedeutend schwieriger, eine solche Entscheidung zu fällen. Der terminliche Rahmen dieser Saison würde bei einer Unterbrechung nicht mehr eingehalten werden können. Das gilt es grundsätzlich zu vermeiden.

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