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Champions League

Pires erklärt: Der große Unterschied zwischen dem FC Bayern und PSG

Dominik Hager
Die Stars im Fokus: Neymar, Mbappé und Messi
Die Stars im Fokus: Neymar, Mbappé und Messi / Xavier Laine/Getty Images
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Paris Saint-Germain hat im Sommer mit den Verpflichtungen von Messi, Donnarumma, Ramos, Hakimi und Wijnaldum die vielleicht größte Transfer-Offensive der Fußball-Geschichte gestartet. Der Ligue-1-Klub ist auf jeder Position mit der absoluten Elite besetzt und kann sich mit dem Blick auf die Namen eigentlich nur selbst schlagen. Die französische Fußball-Legende Robert Pires erkennt aber auch einen Schwachpunkt.


Mit einem Unentschieden gegen den FC Brügge ist das Star-Ensemble Paris Saint-Germain wenig beeindruckend in die neue Champions-League-Saison gestartet. Vielleicht war das 1:1 ja schon das erste Indiz, dass es für den Hauptstadt-Klub womöglich doch nicht ganz so leicht mit den großen Zielen wird. Der frühere Arsenal-Star offenbart schon ziemliche Zweifel.

"Damit der Traum wahr wird, muss Paris Saint-Germain eine Einheit auf dem Platz bilden. Das ist bis heute nicht der Fall und mit Sicherheit die aktuell größte Baustelle für Pochettino", bemängelte Pires im Interview mit dem kicker.

Es ist seit jeher einfacher, mit ein bisschen Geld eine Reihe an Top-Spielern herzustellen, als eine wirklich nahezu unbezwingbare Mannschaft zu formen. Pires fühlt sich an die "Galaktischen" von Real Madrid zurückerinnert, die trotz Spieler wie Figo, Ronaldo, Beckham, Zidane und Raul zwischen 2003 und 2007 die Königsklasse nicht gewinnen konnten.

Robert Pires
Robert Pires wurde mit Frankreich Welt- und Europameister / Jean Catuffe/Getty Images

Pires erklärt Unterschied zwischen Bayern und Paris: Beim FC Bayern ist immer vom Klub die Rede

Demnach sieht der frühere Außenbahnspieler auch ein Team, dass Paris mit ganz anderen Tugenden den Rang ablaufen könnte.

"Paris muss ab sofort als Mannschaft funktionieren, sonst wird es nichts mit der Champions League, und da denke ich sofort an ein Team, das es wie kein anderes in Europa seit Jahren verkörpert. Bayern München", stellte Pires fest.

Der deutsche Rekordmeister hat es dem einstigen Weltklasse-Spieler absolut angetan.

"Ich bewundere den Verein, der eine klare Philosophie hat und immer wieder beweist, dass die Institution FC Bayern über jedem Spieler steht. Egal ob Manuel Neuer, Robert Lewandowski oder Joshua Kimmich, sie sind alle nicht wichtiger als der FC Bayern", führte er aus.

Genau an dieser Stelle erkennt Robert Pires auch den Unterschied zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain.

"Es ist in München immer vom Klub die Rede und das finde ich wunderbar und beeindruckend. In Paris ist es umgekehrt. Es wird nie über den Verein gesprochen, sondern stets über einzelne Spieler wie Mbappé, Messi oder Neymar. Das ist es, was mich immer wieder stört", stellte er fest und führte fort: "In dieser Hinsicht sollten sich die Pariser am FC Bayern orientieren, wenn sie international ihre Ziele erreichen möchten", forderte er.

Während beim FC Bayern das ganze Team in der Defensive mitarbeitet, wirkten Spieler wie Mbappé und Neymar diesbezüglich oft lustlos.

Pires fordert Umdenken bei PSG: "Das ist elementar"

Mit Messi ist nun ein weiterer Spieler dabei, der sich nicht gerne an der Arbeit gegen den Ball beteiligt. Demnach könne es bei Paris laut Pires nur funktionieren, "wenn das Mittelfeld die Drecksarbeit leistet, sich diszipliniert verhält und für eine gute Balance sorgt".

Allerdings muss sich beim Verein laut Pires grundlegend was ändern, damit man zu den ganz Großen gehört.

"Die Vereinsoberen müssen dafür sorgen, dass nicht mehr ständig über einzelne Spieler berichtet wird, sondern über die ganze Mannschaft. Solange PSG nicht versteht, dass kein Spieler über dem Verein steht, wird dieser Verein nie auf Europas Thron landen. Das ist elementar, wenn man solche Ambitionen hat", geht er mit dem Top-Klub hart ins Gericht.

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