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Peter Knäbel will bei S04 sofort loslegen - und "die Zukunft für Schalke mit Schalkern gestalten"

Simon Zimmermann
Peter Knäbel will den Neustart auf Schalke sofort beginnen
Peter Knäbel will den Neustart auf Schalke sofort beginnen / SASCHA SCHUERMANN/Getty Images
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Peter Knäbel wurde am Mittwochnachmittag auf Schalke als neuer Sportvorstand vorgestellt. Der 54-Jährige will die Erfahrungen der vergangenen Wochen nutzen, um den Neustart sofort einzuleiten. Helfen soll ein Team, das die Schalke-DNA in sich trägt. Und ein neuer Sportdirektor.


Schalke hat einen neuen Sportvorstand gefunden. Peter Knäbel wird von der Interims- zur Dauerlösung. Was die Fans eher weiter spaltet und den Frust ob der verpassten Chance auf eine Rückkehr von Ralf Rangnick größer werden lässt. Die Hauptschuld daran trage der Aufsichtsrat - so die einhellige Meinung.

Rangnick ausgeklammert dürfte die Beförderung des 54-Jährigen aber der logische Schritt gewesen sein. Zum einen, weil nicht wirklich Kandidaten in Aussicht und verfügbar waren, die eine bessere Lösung versprochen hätten. Zum anderen aber auch, weil Knäbel mit seinem Helfer-Team bereits wichtige Planungen angestoßen hat, den Verein von der Knappenschmiede an bereits kennt und in den vergangenen Wochen ein aus Schalke-Sicht erfrischend seriöses Bild abgegeben hat.

"Ich habe die letzten vier Wochen bereits einen tieferen Einblick gewinnen können", erklärte Knäbel auf einer PK zur Bekanntgabe seiner Beförderung. Drei Punkte seien ihm dabei "sehr wichtig" gewesen:

  1. "Wir gehen den gemeinsam eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Wir werden die Zukunft für Schalke mit Schalkern wie Norbert Elgert, Mathias Schober, Gerald Asamoah und Mike Büskens gestalten. Wir wollen die gesamte Belegschaft mitnehmen."
  2. "Der Fußball muss in den Vordergrund, nachdem zuletzt viele kontroverse Diskussionen entstanden sind. In meinem Vereinsverständnis diskutiert man kontrovers. Aber wenn eine Entscheidung gefällt ist, trägt man sie gemeinsam nach innen und außen weiter."
  3. "Wir können uns jetzt personell und strukturell langfristig aufstellen. Wir haben die Planungssicherheit, die wir brauchen. Wir werden alles daransetzen, dass wir Schalke auf ein sehr gutes Fundament bauen."

Auch der zeitliche Ablauf habe für den 54-Jährigen gepasst. Bis Ostern wollte Knäbel nach eigener Aussage Klarheit haben - kurz vor Ostern hat er sie nun bekommen. "Ich freue mich, dass die Wahl des Aufsichtsrats einstimmig auf mich gefallen ist", so Knäbel.

Knäbel: "Keine Zeit für die nächste Saison zu üben"

Der neue Sportvorstand der Knappen betonte, dass es jetzt darum gehe, sofort die Zukunft des Klubs zu gestalten. "Wir haben keine Zeit, für die nächste Saison zu üben", stellte er klar. Vielmehr müsse man " jetzt schon beginnen und alle Abläufe aufeinander abstimmen, damit wir mit Schwung in die neue Saison starten können. Das ist sehr wichtig bei der Herkulesaufgabe, die auf uns wartet".

In Bezug auf die Kaderplanung ging Knäbel realistischerweise auf das Unterhaus ein: "Wir müssen in erster Linie Qualität haben. Wir gehen nicht blauäugig in die Zukunft und studieren die zweite Liga intensiv. Es ist ein sehr physischer Fußball."

Man müsse den Spagat schaffen, zwischen "Kampf annehmen", aber auch die nötige "fußballerische Qualität" zeigen, um die Bundesliga-Rückkehr anvisieren zu können. "Mentalität" und "druckresistente Spieler" brauche es dafür.

Gefunden werden sollen diese im Idealfall in Zusammenarbeit mit einem neuen Sportdirektor. Wer das werden soll, ließ Knäbel offen. "In absehbarer Zeit" werde man eine gute Lösung für Schalke finden. Geht man nach den Worten des neuen Sportvorstandes könnte oder gar sollte das jemand sein mit einer Schalke-Vergangenheit.

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