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DFB-Team

Olympia: Deutschland verliert hochverdient gegen Brasilien

Stefan Janssen
Richarlison (r., mit Claudinho) erzielte in den ersten 30 Minuten einen Hattrick.
Richarlison (r., mit Claudinho) erzielte in den ersten 30 Minuten einen Hattrick. / Toru Hanai/Getty Images
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Die deutsche Mannschaft hat im ersten Gruppenspiel des Fußballturniers der Olympischen Spiele in Tokio eine Niederlage kassiert: Gegen die favorisierten Brasilianer unterlag die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz mit 2:4, wobei der Spielverlauf wesentlich deutlicher war.

Deutschland war gegen die hochklassig besetzte Auswahl Brasiliens in der ersten Hälfte mehr oder weniger chancenlos. Der Olympia-Sieger von 2016 begann im Angriff zum Beispiel mit Antony von Ajax Amsterdam, Matheus Cunha von Hertha BSC und Richarlison vom FC Everton. Letzterem gelang innerhalb der ersten 30 Minuten auch direkt ein lupenreiner Hattrick, sodass Brasilien schnell mit 3:0 vorne lag.

Deutschland kam dagegen offensiv fast überhaupt nicht vor, den ersten (harmlosen) Torschuss gab Nadiem Amiri in der 25. Minute ab. Zur Pause stand es dann 0:3, aber auch nur, weil Florian Müller in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs noch einen von Benjamin Henrichs verursachten Handelfmeter - geschossen von Cunha - parierte und Brasilien generell noch zahlreiche dicke Chancen vergab.

Zur zweiten Halbzeit reagierte Stefan Kuntz und brachte Jordan Torunarigha in der Abwehr für Amos Pieper ins Spiel. Deutschland kam auch etwas besser aus der Kabine und obwohl es hinten nach wie vor Lücken gab, ging nun auch etwas nach vorne. In der 58. Minute versenkte Nadiem Amiri einen zunächst geblockten Schuss per Direktabnahme zum 1:3 und gab noch einmal Hoffnung, die aber kurz darauf vermeintlich zerschlagen wurde, als Kapitän Maximilian Arnold die Gelb-Rote-Karte sah. Eine sehr harte Entscheidung des generell schwachen Schiedsrichters, doch trotzdem war Deutschland ab der 63. Minute in Unterzahl.

Gelaufen war die Partie damit aber noch nicht, denn Brasilien schien sich seiner Sache jetzt ziemlich sicher zu sein und ließ stark nach. Deutschland konnte so durch den eingewechselten Frankfurter Ragnar Ache gut zehn Minuten vor Schluss den Anschlusstreffer erzielen und schöpfte neuen Mut.

Leider kam das Aufbäumen aber zu spät, Brasilien brachte den Vorsprung nicht nur ins Ziel, Bayer-04-Stürmer Paulinho machte mit dem 4:2 in der Nachspielzeit sogar vorzeitig den Deckel auf diesen hochverdienten Sieg. Die Moral in Unterzahl kann dem deutschen Team aber Mut für den weiteren Turnierverlauf geben.

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