90min
Rivalen

Das Nordlondoner Derby könnte die Saison von Arsenal und Tottenham entscheiden

Tal Lior
Harry Kane ist in dieser Begegnung der Top-Scorer
Harry Kane ist in dieser Begegnung der Top-Scorer
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Auf dem Papier steht beim Nordlondoner Derby am Sonntag nicht viel auf dem Spiel, vor allem, wenn man es mit den letzten Begegnungen vergleicht.

In der vergangenen Saison kämpften Tottenham und Arsenal die meiste Zeit über um einen Platz in der Europa Conference League - und es deutet wenig darauf hin, dass es dieses Mal anders sein wird.

Das Spiel könnte jedoch für beide Vereine richtungsweisend sein.

Arsenal und die Spurs haben beide einen (bestenfalls) durchwachsenen Start in die Saison hingelegt. Nach drei Niederlagen in Folge zu Beginn der Saison haben sich die Gunners mit zwei 1:0-Siegen gegen Norwich City und Burnley zurückgemeldet.

Tottenhams Blitzstart wurde durch die aufeinanderfolgenden 0:3-Niederlagen gegen Crystal Palace und Chelsea zunichte gemacht.

Beide Klubs befinden sich im Umbruch, und das Spiel am Sonntag wird zeigen, wie es um die beiden Teams steht. Es wird den Trainern Mikel Arteta und Nuno Espirito Santo die Gelegenheit geben, Fragen zu ihren Fähigkeiten zu beantworten, den Neuaufbau zu leiten.

Nuno Espirito Santos größtes Problem war bisher der erschreckende Mangel an Kreativität bei den Spurs. Nur eine Mannschaft hat in dieser Saison in der Premier League weniger Torschüsse abgegeben - Leicester City. Und das war auch nicht das einzige Problem der Spurs.

Wenn sie sich dann doch einmal eine Chance erspielt haben, fehlte ihnen der nötige Killerinstinkt. Das zeigt sich auch in den Zahlen: Die Spurs haben einen um 1,6 schlechteren xG-Wert als ihre Gegner - ein Wert, den nur wenige Mannschaften vorweisen können.

Die mangelnde Torausbeute der Spurs hat die uralte Debatte aufgeworfen, ob Harry Kane zu tief spielt. Diese Bedenken werden sich bald in Luft auflösen, wenn er am Sonntag trifft, wie schon so oft in diesem Spiel. Kane hat bereits 11 Tore gegen die Gunners erzielt, und es würde nicht überraschen, wenn er auch in diesem Spiel wieder für klare Verhältnisse sorgen würde.

Ben White
Bleibt Arsenals Abwehr rund um Ben White standhaft? / Nathan Stirk/Getty Images

Während Nuno Zweifel an seiner Fähigkeit hat, die Kreativität seiner Spieler freizusetzen, sind die Probleme von Arteta weitreichender. Wie bei den Spurs ist auch bei Arsenal die Abschlussquote peinlich, und auch hinter der Abwehr stehen trotz erheblicher Investitionen in letzter Zeit große Fragezeichen.

Die Gunners liegen in der Premier League derzeit um erschreckende 4,1 Punkte unter ihrem xG-Wert. Gegen die Spurs ist es an der Zeit, dass sich die Leistungsträger Pierre-Emerick Aubameyang und Alexandre Lacazette in Szene setzen.

Bei den Spurs wird sich auch zeigen, ob Arsenals neu formierte Abwehr auf der Höhe der Zeit ist. Der 50-Millionen-Pfund teure Ben White und Neuzugang Takehiro Tomiyasu werden sich in der Abwehr wahrscheinlich zu Gabriel und Kieran Tierney gesellen - eine Vierergruppe, die zusammen noch kein Gegentor kassiert hat, auch wenn sie bisher nur gegen Burnley und Norwich gespielt hat.

Die wenigen Gegentore sind zwar vielversprechend, doch die Abwehr ließ 38 Schüsse gegen zwei der schwächsten Offensivmannschaften der Liga zu, und die Spurs werden - trotz ihrer jüngsten Probleme - mit Abstand der härteste Test sein.

Vor dem Duell am Sonntag herrscht also bei allen Managern eine große Unsicherheit. Um 18:30 Uhr werden wir eine weitaus bessere Vorstellung davon haben, wie die Saison der beiden Teams verlaufen wird, was dieses Derby im Norden Londons zu einem wichtigen Spiel macht.

Dieser Artikel ist Teil der 90min-Serie "Rivalen". Für mehr klicken Sie hier.

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