Noch ein Sieg zur Meisterschaft: Bayern lässt Serie auch gegen Bremen nicht reißen

Nach einem 3:0-Erfolg gegen Bremen braucht Bayern nur noch einen Sieg, um sich frühzeitig die Meisterschaft zu sichern. Nach einer Halbzeit auf Augenhöhe durften die Münchnerinnen durch einen Triple-Schlag jubeln.
Magdalena Eriksson brachte die Bayern mit ihrem Kopfballtreffer auf die Siegerstraße
Magdalena Eriksson brachte die Bayern mit ihrem Kopfballtreffer auf die Siegerstraße / Eurasia Sport Images/GettyImages
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Durch einen 3:0-Sieg gegen Werder Bremen kommt der FC Bayern München dem Ziel der Titelverteidigung in der Frauen-Bundesliga einen entscheidenden Schritt näher. Trotz einer starken ersten Hälfte der Gäste, machte der FCB durch Tore von Magdalena Eriksson, Jovana Damnjanović und Georgia Stanway im zweiten Durchgang kurzen Prozess. Mit drei Punkten im nächsten Spiel könnten die Münchnerinnen bereits frühzeitig die Meisterschaft klarmachen.

Die Mission Titelverteidigung ging Bayern-Coach Alexander Straus mit zwei Veränderungen im Vergleich zum vergangenen Spiel gegen den MSV Duisburg (5:1) an. Die zuletzt angeschlagene Sarah Zadrazil nahm auch bei dieser Partie zunächst auf der Bank Platz und wurde von Samantha Kerr ersetzt. Zudem starteten Tuva Hansen und Jovana Damnjanović für Linda Sembrant und Linda Dallmann. Auch bei Werder gab es zwei Wechsel: Emilie Bernhardt ersetzte Michaela Brandenburg in der Verteidigung, während Hanna Nemeth für Michelle Weiß in die Startelf rückte.

Auffällig war, dass bei Bremen nur fünf Auswechselspielerinnen auf der Bank Platz nahmen, beim FCB waren es hingegen acht. Grund dafür war die Abstellung von drei Spielerinnen für die zweite Riege in der Regionalliga Nord, die Tags zuvor einen 6:0-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig verbuchte.

Michaela Brandenburg
Werder Bremen konnte sich trotz eines guten ersten Durchgangs nicht belohnen / Boris Streubel/GettyImages

Mit gewohnt viel Ballbesitz ging es für die Bayern los. Die erste gute Chance erhielt Lea Schüller, die per Steilpass tief in der gegnerischen Hälfte in Szene gesetzt wurde. Die zuletzt treffsichere Stürmerin scheiterte jedoch an Livia Peng im Tor der Gäste, die mit einer guten Parade klärte. Im Gegenzug erkämpfte sich auch Bremen von Anfang an Spielanteile und schaffte es einige Male per Standardsituationen tiefer in die Bayern-Hälfte. Ein Abschluss ließ jedoch vergeblich auf sich warten. Trotzdem gelang es häufig, schon früh durch ein aggressives Pressing in Ballbesitz zu gelangen. Nur das Umschalten sollte noch nicht so ganz klappen, zu ungenau fielen die Pässe im Anschluss an den Ballgewinn aus.

Auch wenn der FCB klar den Ton angab, liefen aufgrund der kompromisslosen Abwehrarbeit von Werder nur wenige Angriffe in Hälfte eins bis vor das gegnerische Tor. Die Mannschaft von Thomas Horsch schaffte es in den meisten Situationen, schnell in die Kompaktheit zurückzukehren, um anschließend im Verbund gegen den Ball zu verteidigen.

Die nächste Annäherung der Bayern erfolgte - wie so häufig bei der besten Standard-Mannschaft der Liga - nach einem Eckball. Die Hereingabe von Klara Bühl fand in der Spielertraube eine Mitspielerin, die per Kopf zum Abschluss kam. Bevor das Leder jedoch die Linie überquerte, war Peng zur Stelle. Wenig später probierte es Pernille Harder aus halblinker Position mit einem Lupfer über die Schlussfrau. Doch auch dieser Versuch rauschte sowohl am Pfosten als auch an der bereit stehenden Damnjanović vorbei, worauf es torlos in die Pause ging.

Jovana Damnjanovic
Jovana Damnjanovic traf sehenswert zum 2:0 / Oliver Hardt/GettyImages

Die Münchnerinnen kamen sogleich voller Tatendrang aus der Kabine. Zuerst war es Harder, die nach einer Flanke von Schüller nur knapp verpasste. Darauf kam es bei der darauf folgenden Ecke so, wie es kommen musste: Flanke Bühl, Kopfball Eriksson, Führung für den FCB (48.). Wie so häufig in der Rückrunde fällt das erste Bayern-Tor nach einem ruhenden Ball - trotz dieses Wissens konnte auch Bremen dies nicht verhindern.

Und der Zug kam gerade erst ins Rollen. Nina Lührßen erlaubte sich im linken Mittelfeld einen Fehlpass, worauf die Bayern sofort umschalteten. Damnjanović nahm den Ball kurz hinter der Mittellinie in Empfang und drückte gleich auf den Abzug. Da Peng weit mit aufgerückt war, flog der Schuss über sie hinweg ins Netz zum 2:0 (58.). Von dem starken Defensivverhalten der Bremerinnen war auf einmal nur noch wenig zu sehen. Sogar einen von Georgia Stanway verursachten Elfmeter konnte Werder nicht zum eigenen Vorteil nutzen. Die gefoulte Weidauer trat selbst an, scheiterte jedoch an Mala Grohs, die ihren Ruf als Elfmeterkillerin nach dem DFB-Pokalspiel gegen Frankfurt somit erneut bestärkte.

Ab sofort kamen nur noch die Münchnerinnen zum Zug. Harder hatte aus spitzem Winkel das leere Tor vor Augen und traf nur den Pfosten. Der Schlusspunkt erfolgte dann ein weiteres Mal per Weitschuss von der Mittellinie, dieses Mal in Form von Georgia Stanway (90.+5), die zum 3:0-Endstand traf und die Bayern-Fans zum dritten Mal an diesem Abend zum Jubeln brachte.


Die Bayern können übernächste Woche mit einem Sieg über Bayer Leverkusen die Meisterschaft klarmachen (04. Mai, 12:00 Uhr). Für Bremen geht es einen Tag später gegen Tabellenschlusslicht Duisburg (18:30 Uhr), deren Abstieg bereits feststeht.