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International

Comeback-Drama in der Nations League: Theo Hernandez schießt Frankreich ins Finale

Simon Zimmermann
Der Schuss ins Glück: Theo Hernandez erzielt den Siegtreffer
Der Schuss ins Glück: Theo Hernandez erzielt den Siegtreffer / Laurence Griffiths/GettyImages
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Frankreich dreht das Nations-League-Halbfinale gegen Belgien und gewinnt nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2. Theo Hernandez schießt Les Bleus in dramatischen Schlussminuten ins Endspiel gegen Spanien.


Tore:
1:0 - Yannick Carrasco (37. Minute)
2:0 - Romelu Lukaku (41.)
2:1 - Karim Benzema (62.)
2:2 - Kylian Mbappé (69., Foulelfmeter)
2:3 - Theo Hernandez (90.+1)


Wer folgt Spanien ins Nations-League-Finale? Am Donnerstagabend ermittelten Belgien und Frankreich im Juve-Stadion zu Turin den Endspielgegner von La Roja.

Bei den Franzosen stand das Bürderpaar Theo und Lucas Hernandez in der Startelf, ebenso wie Bayern-Verteidiger Benjamin Pavard. Les-Bleus-Coach Didier Deschamps setzte auf ein 3-4-3-System und stellte den Weltmeister so in einer ähnlichen Formation auf wie die Roten Teufel, die schon seit Jahren auf eine Dreierabwehrkette vertrauen. Bei den Belgiern musste Trainer Roberto Martinez auf den angeschlagenen Thorgan Hazard verzichten, der bereits nach Dortmund zurückgereist ist.

Fast schon erwartbar ging die Partie nicht ganz so schwungvoll los wie am Abend zuvor Italien gegen Spanien. Die erste ganz dicke Chance hatten dennoch die Belgier schon in Minute vier. Kevin De Bruyne zog aus kurzer Distanz ab und zwang Torhüter Hugo Lloris zu einer sensationellen Parade.

Belgien dominiert die erste Hälfte

Für lange Zeit war es das dann aber schon mit Großchancen in Durchgang eins, in dem Belgien gegen Ende mehr und mehr die Spielkontrolle übernahm.

Mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause belohnten sich die Roten Teufel dann auch. Die Bayern-Verteidiger Pavard und Hernandez sahen dabei jeweils nicht ganz glücklich aus. Und auch Keeper Lloris hatte bei beiden Treffern zumindest ein wenig seine Aktien im Spiel.

Zunächst reichte Atletico-Flügelspieler Yannick Carrasco auf Vorlage von De Bruyne ein kurzer Hacken um an Pavard vorbei zu kommen und ins kurze Eck einzuschieben. Der Ball war zwar noch von Koundé ganz leicht abgefälscht, veränderte seine Flugkurve aber nicht entscheidend. Lloris war allerdings schon auf dem Weg in die lange Ecke und konnte nicht mehr reagieren.

Vier Minuten später schlug Belgiens Tormaschine zu. Von De Bruyne angespielt setzte Lukaku gekonnt seinen Körper ein, um sich gegen Hernandez durchzusetzen. Aus extrem spitzem Winkel wuchtete er die Kugel über Lloris hinweg ins Tor. Für Frankreichs Kapitän sicher nicht einfach zu halten, allerdings machte er bei seiner Abwehraktion keine all zu glückliche Figur.

Frankreich mit Doppelschlag durch Benzema und Mbappé

Die Franzosen waren in Durchgang zwei darum bemüht den Anschluss zu erzielen. Nach knapp einer Stunde erhöhte Les Bleus den Druck. Mbappé setzte sich stark durch und drang in den belgischen Sechzehner ein. Der PSG-Superstar legte auf den heranstürmenden Griezmann quer, der aus drei Metern nur noch einschieben brauchte. Allerdings verstolperte der Atletico-Rückkehrer den Ball und setzte die Kugel knapp neben das Tor.

In der 62. Minute war es dann aber so weit. Wieder dribbelte Mbappé durch die belgischen Reihen und legte auf Benzema auf, der sich mit ganz viel Willen durchsetzen konnte und aus der Drehung gekonnt abschloss - nur noch 1:2 aus Sicht der Franzosen.

Nur zwei Minuten später hatte Griezmann die Chance auf den Ausgleich, schien den Ball aber zu lange zu halten. Auf den ersten Blick konnte Tielemanns die Aktion klären, Griezmann ging dabei zu Boden. Der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert entschied zunächst auf Weiterspielen. Doch der VAR schaltete sich ein - Siebert schaute sich die Szene am Monitor an und gab Elfmeter. Die richtige Entscheidung. Kylian Mabppé ließ Courtois vom Punkt keine Chance und glich die Partie wieder aus.

Antoine Griezmann, Youri Tielemans
Tielemans traf eindeutig den Fuß von Griezmann - Elfmeter / Pool/GettyImages

Theo Hernandez schießt Frankreich in dramatischen Schlussminuten ins Finale

Im Anschluss war die Partie deutlich offener. Chancen gab es auf beiden Seiten. Zunächst parierte Lloris einen Gewaltschuss von De Bruyne stark. Wenig später musste Courtois eine Glanzparade gegen den eingewechselte Aurelien Tchouameni zeigen.

Kurz vor Schluss hatte Mbappé den Siegtreffer auf dem Fuß, zielte aber knapp neben das Tor. Praktisch im Gegenzug war 'Big Rom' erneut zur Stelle. Die Hereingabe von Carrasco drückte der Chelsea-Stürmer über die Linie. Doch der Jubel erstickte schnell: Lukaku stand bei der Flanke mit der Fußspitze im Abseits - kein Tor.

Das Drama in den Schlussminuten fand in der 90. Minute seine Fortsetzung. Pogba zirkelte einen Freistoß perfekt über die Mauer, traf aber nur den belgischen Querbalken. Nur Sekunden später rollte der nächste französische Angriff auf das belgische Gehäuse zu. Theo Hernandez nutzte einen Abpraller und drosch die Kugel vom Strafraumeck ins Netz. Der erste Länderspieltreffer für den Milan-Linksverteidiger.

Es war der letzte Akt der turbulenten Schlussphase. Frankreich trifft damit am Sonntagabend (20.45 Uhr) im Kampf um die Nations-League-Krone auf Spanien.

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