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Nach erfolgreicher Präsidentschaftswahl: Laporta könnte Messi-Abgang verhindern

Christopher Kleis
Mar 8, 2021, 8:31 PM GMT+1
Joan Laporta wurde mit überwältigender Mehrheit zum neuen Barca-Präsidenten gewählt.
Joan Laporta wurde mit überwältigender Mehrheit zum neuen Barca-Präsidenten gewählt. | LLUIS GENE/Getty Images
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Seit Sonntagnacht steht fest, wer zukünftig die Geschicke des FC Barcelona lenken wird. Joan Laporta wurde mit einer eindeutigen Mehrheit ins Amt gewählt. Es ist bereits seine zweite Legislatur beim katalanischen Vorzeige-Club. Die erste ging als die erfolgreichste Zeit des Vereins in die Geschichte ein. Für den wechselwilligen Lionel Messi könnte Laporta jetzt zum Haupt-Argument für einen Verbleib werden.

Laporta will Messi halten - Er weiß um dessen Zugkraft

Wer Joan Laporta beim Erzählen über den argentinischen Superstar zuhört, bekommt eine Ode an Schwärmerei vorgesetzt. Laporta kennt den einst so schüchternen Jungen schon, seit der bei Barca aufgenommen wurde. Von 2003 bis 2010 war Laporta bereits Präsident bei den Katalanen und verfolgte natürlich mit großem Interesse, wie sich sein Schützling entwickelte. Er wurde zum besten Spieler der Welt. Für Laporta ist er sogar der beste Spieler der Geschichte.

Barcelona's Argentinian forward Lionel M
Laporta (l.) und Messi (r.) kennen sich schon lange. | JOSEP LAGO/Getty Images

Gleich in seiner ersten Rede nach dem erneuten Amtsantritt macht der Rechtsanwalt klar, dass die Vereins-Legende auf jeden Fall in Barcelona bleiben soll. Dabei schwingt er zwar mächtig die Nostalgie-Keule, aber appelliert auch geschickt an das Herz von Messi. „Vor zwanzig Jahren gab ein kleiner Bub namens Leo Messi sein Debüt in der Jugendmannschaft von Barca. Zu sehen, dass der beste Spieler der Welt heute zur Abstimmung kommt, ist ein klares Zeichen dafür, was wir immer wieder sagen: Leo liebt Barca. Der beste Spieler der Welt liebt Barca und ich hoffe, das ist ein Zeichen dafür, dass er in Barcelona bleiben wird, was wir alle wollen.“

Es ist ein klares Signal. Ganz frei übersetzt möchte er eine ganz bestimmte Botschaft senden. Die lautet ganz simpel "Wir sind der FC Barcelona. Wir haben den besten Spieler der Welt bei uns. Mit ihm können wir alles erreichen." Und er hat damit nicht Unrecht. Auch wenn Lionel Messi gerade zu Saisonbeginn Startschwierigkeiten hatte, findet er aktuell wieder zu seiner Stärke zurück. In gewohnter Manier führt er mit 19 Toren die Torschützenliste in Spanien an. Er ist mit acht Vorlagen geteilter bester Assist-Geber. Und zu Wunderdingen ist er auch im gestandenen Fußballalter immer noch fähig. Das macht ihn nicht aus mehreren Sichtweisen wertvoll für den Verein.

Barca will Umbruch weiter vorantreiben - Laporta möchte ihn um Messi herum aufbauen

Pedri
Der junge Pedri ist ein Spieler der nächsten Barca-Generation. | Soccrates Images/Getty Images

Im vergangenen Sommer wurden vermehrt Stimmen laut, die meinten, Messi werde für Barcelona immer mehr zu Belastung. Im Spiel wirkte er teilweise geradezu lustlos. Die 2:8-Niederlage gegen den FC Bayern München stand sinnbildlich für die Krise eines ganzen Vereins und von Lionel Messi. Mittlerweile hat er den Spaß am Kicken wiedergefunden. Vieles spricht dafür, dass die miese Stimmung mit Ex-Präsident Bartomeu zusammenhing, der ihn nicht gehen lassen wollte. Für Laporta wird Messi so zum Trumpf bei Transfers.

Denn wer auf so hohem Niveau spielt, wie der FC Barcelona, möchte auch stets mit den besten der besten zusammenspielen. Gerade für viele jüngere Spieler ist Lionel Messi immer noch der Grund, warum sie mit dem Fußball spielen angefangen haben. Für sie ist es natürlich eine gewaltige Verlockung, eines Tages mit dem Rekord-Weltfußballer zusammen zu spielen. Aber auch erfahrene Akteuere wie David Alaba können nachhaltig profitieren. Messi möchte hochkarätige Verstärkungen sehen, um bei seinem Herzens-Verein zu bleiben. Mit ihm im Team kann Laporta diese Verstärkung ins Camp Nuo holen.

Es ist also ein Wechselspiel zwischen dem neuen Präsidenten und seinem ernannten Messias. Der sportliche Wert des Argentiniers ist mittlerweile wieder unumstritten. Genau so gelöst wie auf dem Spielfeld, sah man ihn am Sonntag auch bei der Wahlabgabe. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht warf er seinen Umschlag in die Urne. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass er Joan Laporta gewählt hat.

Laporta will Messi mit vernünftigem Angebot locken - Barca steht vor dem Bankrott

Laporta weiß um die finanzielle Situation des Vereins. Sonst wäre er nicht als Kandidat angetreten. Er sieht das ganze als eine schwierige, aber keine unlösbare Aufgabe. Der Vertrag von Lionel Messi ist einer der größten Kostengründe. Im letzten Sommer hätte Barca noch eine Ablöse generieren können. Aber das ist Geschichte. Laporta möchte dem Superstar auf jeden Fall ein neues Angebot unterbreiten. Diesmal mit besseren Konditionen für den FC Barcelona.

Ilaix Moriba, Lionel Messi
So will man Messi in Barcelona sehen: jubelnd. | Soccrates Images/Getty Images

"Wir werden ihm ein wirtschaftliches Angebot machen, damit er sich geschätzt fühlt.“ Mit Wertschätzung möchte es der neue starke Mann also versuchen. Er weiß, dass Messi eine der höchsten Einnahmequellen der Katalanen ist, auch wenn er horrende Kosten verursacht. Laporta wird nicht müde zu betonen "Messi generiert mehr Geld, als er kostet!" Selbst wenn Messi in den nächsten Jahren an Leistung einbüßt, sein finanzieller Wert für das Unternehmen Barcelona ist immens.

Laporta wird von jetzt an alle Hebel in Bewegung setzen, um seinen Ausnahme-Spieler in der spanischen Mittelmeer-Metropole zu halten. Er weiß, dass neue Stars nur kommen werden, wenn Messi bleibt und Messi nur bleibt, wenn neue Stars kommen. Die beiden kennen sich bereits lange und wissen, was sie aneinander haben. Zusammen haben sie mit Pep Guardiola die erfolgreichste Zeit des Vereins zu verantworten, nachdem der Club Anfang der 2000er eher im Mittelmaß versank. Genau dieser Punkt ist der große Trumpf im Ärmel des neuen Präsidenten. Er hat es schon einmal geschafft, Barca wieder zu Größe zu führen. Jetzt soll Lionel Messi um (fast) jeden Preis bleiben, um es gemeinsam erneut zu packen.

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