Das Champions-League-Halbfinale im Jahr 2010 zwischen Inter Mailand und dem FC Barcelona gehört mittlerweile schon zum Legendentum des europäischen Fußballs. Vor allem im Rückspiel im Nou Camp schlugen die Emotionen hohe Wellen. Jetzt verriet der damalige Inter-Trainer José Mourinho der Gazzetta dello Sport (via marca.com) Details über eine bestimmte Szene des Spiels.


Das Hinspiel hatten die Nerazzurri mit einer beispiellosen Kampfleistung (und maximaler Effektivität) mit 3:1(nach 0:1-Rückstand) für sich entschieden. Doch angesichts der geballten Offensiv-Power der Katalanen wetteten damals nicht wenige, dass die Spanier diesen Rückstand vor eigenem Publikum sicher aufholen würden.


Barça-Bank jubelt bei Mottas Platzverweis


Und es lässt sich ja auch gut an für die Mannen von Pep Guardiola. Von Anfang an übernehmen sie im mit 98.000 Zuschauern gefüllten Rund die Initiative, schnüren die Lombarden regelrecht ein. Allein: es fehlt an klaren Torchancen. Doch dann kommt die 28. Minute - und der Platzverweis gegen Inters Thiago Motta. Und während sich der von ihm vermeintlich schwerst gefoulte Sergio Busquets noch am Boden windet, dabei aber ab und zu die Reaktionen des Schiris beobachtend, beordert Guardiola seinen Stoßstürmer Zlatan Ibrahimovic an die Seitenlinie. Und in diesem Moment "klinkt" sich auch Mourinho in deren Unterhaltung.


Es wurde viel geredet an jenem Abend...

"Feiert nicht zu früh!"


"Als Busquets beinahe besinnungslos auf dem Boden lag", kommentiert Mourinho die damalige Szene nicht ohne Ironie, "befand ich mich genau zwischen der gegnerischen Bank, unserer Bank und dem Ort, wo Thiago Motta des Feldes verwiesen wurde. Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, wie die gesamte Barça-Bank aufsprang und jubelte. Als hätten sie das Finale schon erreicht. Dann sah ich Guardiola, wie er Ibra zu sich rief." Woraufhin sich Mou den beiden näherte. "Sie sprachen über taktische Umstellungen, über Strategien von 11 gegen 10. Und ich sagte nur:'Feiert nicht zu früh. Die Party ist noch nicht vorbei.'"


Und tatsächlich sollte es weitere 55 Minuten dauern, ehe Messi und Co. ihren ersten Treffer des Abends erzielten. Da die Italiener aber die restlichen zehn Minuten schadlos überstanden, schafften sie es am Ende tatsächlich, der "Hölle von Barcelona" lebend zu entkommen. Für Mourinho bis heute, wie er nicht müde wird zu erzählen, seine "schönste Niederlage".