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Mislintats Vertrag läuft aus - Bleibt der Sportdirektor dem VfB Stuttgart erhalten?

Florian Bajus
Bis 2021 der Sportdirektor des VfB Stuttgart: Sven Mislintat
Bis 2021 der Sportdirektor des VfB Stuttgart: Sven Mislintat / DeFodi Images/Getty Images
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Sven Mislintat ist bis 2021 an den VfB Stuttgart gebunden. Der Sportdirektor hätte kein Problem damit, seinen Vertrag zu verlängern, wie er gegenüber dem kicker verriet - Eile scheint in den Gesprächen aber nicht zu herrschen.

Seit seiner Tätigkeit als Chefscout von Borussia Dortmund ist bekannt, dass Sven Mislintat ein Auge für junge und talentierte Spieler hat. Diese Qualität ist auch ersichtlich geworden, nachdem er im April 2019 das Amt des Sportdirektors beim VfB Stuttgart übernommen hatte. Nach dem Abstieg krempelte Mislintat den Kader im Einklang mit den Verantwortlichen um, ließ 22 Spieler ziehen und verpflichtete insgesamt 17 Neuzugänge mit einem Altersdurchschnitt von 21,7 Jahren. Am teuersten war der damals 19-jährige Außenbahnspieler Silas Wamangituka, der von acht Millionen Euro vom Paris FC verpflichtet wurde.

Anders als unter Michael Reschke, der nach der Rückkehr in die Bundesliga vor drei Jahren auf viel Erfahrung setzte, geht Mislintat den Weg mit jungen Spielern auch nach dem Aufstieg weiter. Mit einem Altersschnitt von 23,9 Jahren stellt der VfB hauchdünn hinter RB Leipzig (23,8 Jahre) den zweitjüngsten Kader aller Bundesligisten, mit Pellegrino Matarazzo wurde zudem zum Jahreswechsel ein Trainer verpflichtet, der ein Händchen für die Youngsters hat und ihnen Mut und Selbstvertrauen einflößt.

Nach der Rückkehr in die Bundesliga hat die deutlich jüngere Mannschaft des VfB Stuttgart erste Ausrufezeichen gesetzt
Nach der Rückkehr in die Bundesliga hat die deutlich jüngere Mannschaft des VfB Stuttgart erste Ausrufezeichen gesetzt / Maja Hitij/Getty Images

In dieser Saison geht es einzig und allein um den Klassenerhalt, bisher hinterlässt der VfB aber einen ordentlichen Eindruck. Die Mannschaft macht Spaß, lässt sich von Rückständen nicht unterkriegen und gibt bis zur letzten Sekunde alles. Nach vier Spielen stehen bereits sieben Punkte zu Buche, der 2:0-Auswärtserfolg bei der ambitionierten Berliner Hertha war bereits das dritte Ausrufezeichen nach dem Remis gegen Leverkusen (1:1) und dem 4:1-Sieg in Mainz.

Mislintat: "Der VfB liegt auf der Pole-Position"

Fraglich ist allerdings, wie lange die Schwaben noch auf Baumeister Mislintat vertrauen können. Der 47-Jährige hatte zunächst einen Vertrag bis 2021 erhalten, nach aktuellem Stand dürften die Klubverantwortlichen eine Verlängerung keineswegs ablehnen. Mislintat selbst äußerte sich gegenüber dem kicker zurückhaltend: "Für jeden gilt das Leistungsprinzip. Auch für mich. Aktuell ist das eine schöne Momentaufnahme. Wir werden uns alles noch ein paar Wochen anschauen und dann etwas intensiver reden." Gleichzeitig gab er seine persönliche Präferenz preis: "Ich kann nur für mich sprechen: Der VfB liegt auf der Pole-Position."

Gut möglich also, dass beide Parteien den eingeschlagenen Weg gemeinsam fortsetzen werden.

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