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Mintzlaff: Kein Leipziger ist unverkäuflich - selbst Nagelsmann nicht

Oliver Mintzlaff
Unverkäuflich, so RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, ist nicht einmal Trainer Julian Nagelsmann | DeFodi Images/Getty Images

Wegen der Corona-Pandemie will RB Leipzig keinen Spieler für unverkäuflich erklären. "Es gibt immer eine Schmerzgrenze", betonte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff - sogar bei Trainer Julian Nagelsmann.

RB Leipzig hat eine erfolgreiche Saison 2019/20 hinter sich. Die Roten Bullen feierten in der Bundesliga die Herbstmeisterschaft, beendeten die Spielzeit auf dem dritten Tabellenplatz und feierten in Lissabon den Einzug ins Halbfinale der Champions League. Trotz des sportlichen Erfolges habe der Klub jedoch mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen, sagte Mintzlaff im Interview mit dem Sportbuzzer: "Wir sind wie alle anderen Vereine auch durch Corona gebeutelt." Auch die Ausschüttungen der UEFA würden wegen der Geisterspiele keine allzu große Finanzspritze darstellen: "Es fehlen sechs Spiele mit einer Millionen-Einschaltquote. Dementsprechend wird auch weniger ausgeschüttet. Ein Großteil geht sowieso und das völlig zu Recht an die Mannschaft."

Das Transferbudget ist infolgedessen nicht allzu groß, und viel Zeit bleibt den Verantwortlichen in der Kaderplanung nicht mehr. Das Aufgebot soll zu Saisonbeginn stehen, kündigte Mintzlaff an: "Wir wollen und werden diesen Termin einhalten. Unser Kader ist sehr gut, da muss nur an wenigen Stellschrauben gedreht werden."

So bemühe man sich weiterhin um den Verbleib von Linksverteidiger Angelino, außerdem werde Ausschau nach einem weiteren Stürmer gehalten. Die Einnahmen aus dem Transfer von Timo Werner zum FC Chelsea (ca. 53 Millionen Euro) reichen laut Mintzlaff aber nicht aus: "Wir können die Ablöse nicht komplett in einen neuen Stürmer reinvestieren, das gibt der Etat nicht her."

Markus Kroesche
RB-Sportdirektor Markus Krösche muss auf dem Transfermarkt kreative Lösungen finden - und womöglich den ein oder anderen Leistungsträger verkaufen | Alexander Hassenstein/Getty Images

Weitere Spielerverkäufe, die zusätzliche Gelder in die Kassen spülen, schließt er aufgrund dessen nicht aus: "Es gibt immer eine Schmerzgrenze. Wenn jetzt ein völlig unmoralisches Angebot kommt, müssen wir nachdenken. Aber wir gehen nicht davon aus, dass das in dieser Krisen-Zeit kommen wird." Das gelte sogar für Julian Nagelsmann, mit einem vorzeitigen Abschied des Trainers rechnet der 45-Jährige aber nicht: "Julian ist jetzt ein Jahr bei uns. Und er wurde nicht Achter oder Siebter und muss Europa-League-Quali spielen. Er spielt mit uns wieder in der Champions League. Julian hat einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Ohne Ausstiegsklausel. Er ist längst nicht fertig mit RB Leipzig."