Paris SG

Mbappé-Rempler gegen Messi: Paris Saint-Germain und das Egoismus-Problem

Daniel Holfelder
Kylian Mbappé
Kylian Mbappé / Soccrates Images/GettyImages
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Seit nunmehr zehn Jahren arbeitet Paris Saint-Germain am Gewinn der Champions League. Der Katar-Klub kann vor Finanzkraft kaum laufen und leistet sich mit Kylian Mbappé, Neymar und Lionel Messi eine der exquisitesten Angriffsreihen im Weltfußball. Trotzdem wird der Henkelpott auch dieses Jahr nicht in die französische Hauptstadt wandern. Warum, zeigt das jüngste Ligaspiel gegen Montpellier. Kommentar


Nicht, dass PSG die Partie gegen die Südfranzosen verloren hätte. Ganz im Gegenteil: Die Rot-Blauen knüpften nahtlos an das 5:0 zum Auftakt gegen Clermont an und gewannen mühelos mit 5:2. Alles bestens also im Prinzenpark?

Nein. Das Duell gegen Montpellier offenbarte einmal mehr, dass die Pariser an einem chronischen Egoismus-Problem leiden, das auch der neue Trainer Christophe Galtier nicht lösen wird. Wollte Galtier tatsächlich so etwas wie Teamgeist in seiner Truppe etablieren, müsste er nämlich mindestens Superstar Kylian Mbappé rauswerfen. Dass Präsident Nasser Al-Khelaifi, der den Angreifer erst im Sommer mit einem Fantasievertrag ausgestattet hat, das zulässt, ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein Bundesligaabstieg der Bayern.

Mbappe erwies sich gegen Montpellier erneut als infantile Diva, diskutierte mit Neymar, der neben seinem Sturmkollegen inzwischen fast zum Heiligen Martin mutiert, über die Ausführung eines Elfmeters und stellte genervt die Arbeit ein, wenn er den Ball nicht zugespielt bekam. Aber Mbappé setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Bevor er mit Neymar über den Strafstoß verhandelte, ließ es es sich der 23-Jährige (!) nicht nehmen, den siebenmaligen Weltfußballer und womöglich besten Spieler aller Zeiten Lionel Messi anzurempeln und danach so zu tun, als sei dieses Verhalten das Normalste der Welt. Eine Schande, nicht mehr und nicht weniger.

Eine Reaktion von Trainer Galtier oder Kapitän Marquinhos blieb wie erwartet aus, gehören Allüren der hochbezahlten Superstars doch seit Jahren zum guten Ton bei PSG und sind fest in der Identität des Klubs verankert. Darin liegt auch der Grund, warum der französische Abo-Meister in der Champions League regelmäßig leer ausgeht. Daran wird sich, sollte nicht ein Wunder geschehen, auch in dieser Spielzeit nichts ändern.


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