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Wird Hummels zum Problem für den BVB?

Jan Kupitz
Mats Hummels erlebte gegen Bayern einen gebrauchten Abend
Mats Hummels erlebte gegen Bayern einen gebrauchten Abend / Joosep Martinson/GettyImages
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Die Schiedsrichter-Diskussion um Felix Zwayer schlug nach dem Klassiker hohe Wellen! Einer, dem die Diskussionen nicht ganz unrecht sein dürften, ist Mats Hummels. Denn dadurch rückte seine an diesem Abend katastrophale Leistung ein wenig in den Hintergrund.


Die Niederlage gegen den FC Bayern war aus Sicht des BVB mindestens ärgerlich. Zum einen, weil das Schiedsrichtergespann die kniffligen Entscheidungen allesamt gegen die Dortmunder traf. Zum anderen, weil wieder einmal individuelle Böcke für die Gegentore sorgten. Und nicht zum ersten Mal in dieser Saison war Mats Hummels beteiligt.

Aufgrund von Patellasehnenproblemen war der Abwehrboss der Dortmunder nur schwer in die Saison gekommen. Immer wieder musste er aussetzen, seine Probleme merkte man ihm auf dem Rasen bei nahezu jeder Aktion an.

Mittlerweile sollte der 32-Jährige aber wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein - und dafür sorgen, dass der BVB solche Spiele wie gegen die Bayern bestenfalls gewinnt. Denn es lag keinesfalls an der Offensive um den wieder einmal grandiosen Erling Haaland, dass am Ende kein Zähler für Schwarz-Gelb raussprang. Die Abwehr steht im Fokus und muss liefern - und mit ihr allen voran Hummels, der als Abwehrchef und Führungsspieler in diesen Spielen einfach da sein muss. Das darf und sollte man von einem Spieler wie ihm erwarten.

Doch statt der verlässliche Anker zu sein, war er ausgerechnet derjenige, der das schwarz-gelbe Schiff zum Kentern brachte. Sein haarsträubender Abspielfehler führte zum 1:1 - ein Fehler, der eigentlich nur einem Jugendspieler passiert.

Dazu verschuldete er den Elfmeter, der letztlich zum 2:3 führte. Ob der Pfiff gerechtfertigt war oder nicht, darüber lässt sich streiten. DFB-Videobeweis-Boss Jochen Drees bezeichnete das VAR-Einschreiten und den Elfmeter jedenfalls als "korrekt".

Worüber sich hingegen nicht streiten lässt, ist, wie plump und ungelenk Hummels in der Situation zum Ball ging und es somit überhaupt erst ermöglichte, dass der VAR einschreiten konnte. Auch hier muss sich ein Spieler wie Hummels anders verhalten.

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Hummels mit gesenktem Kopf / INA FASSBENDER/GettyImages

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass Hummels in dieser Saison ein unglückliches Bild abgab. Der Schnellste war er nie, doch mittlerweile sind seine Geschwindigkeitsdefizite schon besorgniserregend. Mit quirligen und wendigen Gegenspieler kommt Hummels immer schlechter zurecht, auch seine Handlungsschnelligkeit ist nicht mehr auf höchstem Niveau - statt seine Abwehrkollegen zu führen und anzuleiten, hat er genug mit sich selbst zu tun.

Es ist unverkennbar, dass Manuel Akanji mittlerweile der wahre Leader der Abwehr ist.

"Es ist bekannt, dass Mats Probleme hat, wenn er in Laufduelle gehen muss - das ist dem Alter geschuldet", stichelte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bei Bild-TV gegen seinen ehemaligen Schützling. "Wenn das Spiel auf ihn zukommt und er in der Box steht, dann ist er noch gut." Gut, aber nicht mehr herausragend. Und überhaupt: Szenen, in denen der BVB vor dem eigenen Strafraum mauert, gibt es selten.

Und auch TV-Experte Didi Hamann lästerte bei Sky90: "Natürlich ist es eine Personalie, die die Dortmunder von Woche zu Woche sehr intensiv anschauen müssen. Über kurz oder lang brauchen sie einen zweiten Innenverteidiger. "

Hummels als Topverdiener - aber nicht als Topspieler

Mit einem kolportierten Gehalt von zehn Millionen Euro (via statista) zählt Hummels zu den Topverdienern des BVB. Zu den Topspielern zählt er jedoch seit Wochen nicht mehr - und wenn er dann auch noch in den großen Spielen entscheidend patzt, wirft das kein allzu gutes Licht auf den 32-Jährigen.

Immerhin sucht Hummels keine Ausreden und gab sich bei Instagram selbstkritisch: "Eine ganz unglückliche Niederlage für uns und ein extrem gebrauchter Tag für mich. Erst der dicke Fehler vor dem 1:1 und dann noch sehr unglücklich den Elfer zum 2:3 verursacht. Ich hätte der Mannschaft gerne geholfen, das ist mir leider nicht gelungen. Als Sportler definiert man sich vor allem darüber, wie man auf (solche) Misserfolge reagiert!"

An diesen Worten wird er sich in den kommenden Wochen messen lassen müssen.

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