Borussia Mönchengladbach

Marco Rose geht zum BVB - was wird aus Hannes Wolf?

Stefan Janssen
Hannes Wolf (r.).
Hannes Wolf (r.). / Pool/Getty Images
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Dass Hannes Wolf im letzten Sommer nach Mönchengladbach kam und so viel Spielzeit bekommt, hängt mit Trainer Marco Rose zusammen. Nachhaltig überzeugt hat der Österreicher aber noch nicht. Wie wird es mit ihm weitergehen, wenn Rose zum BVB gegangen ist?

Nachdem Borussia Mönchengladbach am Montag bekannt gegeben hatte, dass Marco Rose den Verein in Richtung Borussia Dortmund verlassen wird, hatte es unzählige Gerüchte gegeben. Eines davon betraf auch Hannes Wolf: Er soll nämlich einer der Akteure gewesen sein, die die Nachricht besonders "geschockt" hätte. Dass das alles "Lügen" waren, sagte Sportdirektor Max Eberl auf der Pressekonferenz sehr deutlich und emotional.

Und doch ist es nicht unwahrscheinlich, dass Wolf im ersten Moment nicht gerade bester Laune war, als er vom Wechsel des Trainers erfuhr. Denn Rose wird ein wesentlicher Grund dafür gewesen sein, dass der Österreicher im vergangenen Sommer aus Leipzig an den Niederrhein wechselte. Rose trainierte Wolf schon in der U16 von RB Salzburg, die beiden kennen sich bestens. Nachdem der 21-Jährige im September den Siegtreffer gegen seinen Ex-Klub erzielte hatte, drückte ihn Rose besonders fest. Es war ein spezielles Tor für Wolf, der damit angekommen schien.

Marco Rose beglückwünscht Hannes Wolf nach seinem Siegtor gegen Leipzig.
Marco Rose beglückwünscht Hannes Wolf nach seinem Siegtor gegen Leipzig. / UWE KRAFT/Getty Images

Schien. Denn nach wie vor hat der U21-Nationalspieler einen schweren Stand bei den Fohlen. Die Geduld, die Rose nach der Verpflichtung Wolfs forderte, hat er bekommen. Er war in Leipzig schließlich lange verletzt gewesen und brauchte Zeit. Doch inzwischen sind einige Monate vergangen, in denen der Offensivmann da ist und auch regelmäßig spielte. Die Leistungen lassen dennoch zu wünschen übrig.

Es ist durchaus fragwürdig, wieso Wolf im offensiven Mittelfeld immer wieder den Vorzug vor zum Beispiel Laszlo Benes erhielt, der dann die Flucht nach Augsburg antrat, obwohl er in keiner Weise überzeugte. Die Flexibilität spricht für ihn, er spielt ja auch oft auf dem Flügel, aber sonst? Den Einsatz kann man ihm nicht absprechen, Wolf läuft und arbeitet viel. Der Ertrag ist aber eben gering. Doch Rose setzt immer wieder auf ihn. Ob das ein anderer Trainer auch so machen wird?

Wolf flüchtete vor Nagelsmann zu Rose

In Leipzig unter Julian Nagelsmann jedenfalls hatte Wolf große Probleme. Nach seiner Verletzung bekam er kaum Spielzeit und wollte im Januar 2020 schon weg. "Wir können nicht jeden, der unzufrieden ist, abgeben oder verleihen", meinte Nagelsmann daraufhin (via RBlive): "Es gehört in einer Karriere dazu, mal ein Tal zu durchlaufen, etwas Negatives durchzustehen, dranzubleiben, nicht zu hadern." Es müsse eine Tugend sein, "mal stetig an etwas dranzubleiben, auch wenn eine Phase einer Karriere mal nicht so gut verläuft. Ich mag es nicht, dass man immer vor allem wegläuft."

Ein halbes Jahr später ging Wolf dann eben doch, und zwar zu Borussia Mönchengladbach - oder besser gesagt: zu Marco Rose. Was Spielzeit und Perspektive angeht, die richtige Entscheidung. Bis zum Saisonende wird er sicher noch viele Gelegenheiten haben, auf dem Platz zu stehen, denn die Gladbacher spielen ja noch drei Wettbewerbe.

Die Einsätze werden auch ein kleines Bewerbungsschreiben an den neuen Trainer sein. Aus Sicht der Gladbacher ist zu hoffen, dass Wolf wieder zu seiner alten Stärke aus Salzburger Zeiten findet, als er sowohl in der österreichischen Bundesliga als auch in der Europa League überzeugte. Dann kann er ein großer Gewinn für die Mannschaft sein. Es ist allen Seiten zu wünschen. Es würde aber nicht überraschen, wenn er ansonsten ab Sommer deutlich weniger Spielzeit bekommt.

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