From Hero to Zero: Licht und Schatten bei Sané-Vorstellung gegen Dortmund

Dominik Hager
Der Auftritt von Leroy Sané lässt Raum für Diskussionen
Der Auftritt von Leroy Sané lässt Raum für Diskussionen / Alexander Hassenstein/GettyImages
facebooktwitterreddit

Der FC Bayern musste in Dortmund mit dem Ausgleichstreffer von Anthony Modeste einen späten Rückschlag hinnehmen. Insbesondere nach der Roten Karte von Kingsley Coman gerieten die Münchner gehörig unter Druck und mussten mit Mann und Maus verteidigen. Nur einer nahm diese Aufgabe nicht zur Genüge wahr. Die Rede ist von Leroy Sané, der einen Auftritt mit Licht und Schatten bot.


Mit einem starken Abschluss aus etwa 20 Metern erzielte Leroy Sané gegen Borussia Dortmund nicht nur das 2:0, sondern auch sein wettbewerbsübergreifend neuntes Saisontor. Eine grandiose Bilanz, weswegen man eigentlich meinen müsste, dass die Münchner den 26-Jährigen auf Händen tragen sollten. Ganz so leicht ist die Wirklichkeit aber nicht immer. Sein Auftritt gegen Dortmund lässt jedenfalls kontroverse Ansichten zu.

Leistungssteigerung in Hälfte zwei: Sané wird fast zum Matchwinner

In Durchgang eins ging bei Sané in Summe sehr wenig. Zwar konnte er den ersten Münchner Abschluss nach einer halben Stunde verzeichnen, brachte ansonsten aber genauso wenig auf die Kette wie seine Offensivkollegen. Nach der Pause sahen wir dann einen wie verwandelten Sané. Zunächst packte er seine Dynamik und seine Abschlussqualität aus und konnte auf 2:0 erhöhen.

Kurz darauf bereitete er eine Großchance von Jamal Musiala vor, die dieser jedoch nicht nutzen konnte. Bringt der Youngster die Kugel im Tor unter, steht es 3:0 und nichts brennt mehr an. Leroy Sané wäre fraglos als einer der Matchwinner aus der Partie gegangen.

Anfall von Mentalitätslosigkeit: Sané in der Kritik

Letztlich kam jedoch alles anders. Zwar kann man Sané keine direkte Schuld an den beiden entscheidenden Gegentreffern geben, jedoch war es auch seine fehlende Arbeitsmoral, die den FC Bayern im entscheidenden Moment geschadet hat. Der Offensivspieler wirkte regelrecht abwesend, als die zehn verbliebenen Münchnern versucht haben, den knappen Vorsprung zu verteidigen.

Bände sprach die Szene, als er nach einem Befreiungsschlag nach einer Dortmunder Ecke nicht entscheidend gegen den letzten verbliebenen BVB-Spieler in den Zweikampf ging. Mit ein wenig mehr Einsatz hätte er diesen zu einem Fehler treiben können und womöglich das freie Tor vor sich gehabt, da sich BVB-Keeper Meyer noch in der Bayern-Hälfte befunden hatte. Sané allerdings blieb stehen und störte seinen Gegenspieler nicht mal ansatzweise bei dem Versuch, den Ball wieder Richtung Bayern-Strafraum zu schießen.

Es sind genau diese Szenen und Anfälle von Mentalitätslosigkeit, die man bei Sané schon häufiger beklagt hat und die dieser einfach nicht raus bekommt. Passiert sowas dann in der Endphase des Klassikers, fällt die Kritik berechtigterweise hart aus.

Diskussionswürdige Szene gegen Adeyemi: Versehen oder Tätlichkeit?

Zudem fiel Sané in der Nachspielzeit ein weiteres Mal unangenehm auf, indem er Adeyemi im Fallen mit den Stollen an der Schulter traf. Ob diese Szene aus Absicht geschah oder nicht, ist enorm schwer aufzulösen. Klar ist aber auch, dass die Rote Karte durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Hierbei sei immerhin anzumerken, dass Sané kein Akteur ist, der zu Roten Karten neigt. Letztlich hat es der 26-Jährige aber dennoch geschafft, nach dem Spiel im Brennpunkt der Berichterstattung zu stehen - und das nicht unbedingt positiv.

Dabei sollte man aber der Fairness halber nicht die erneut desaströse Leistung von Offensiv-Kollegen Serge Gnabry totschweigen. Dieser war in der ersten Halbzeit derart unsichtbar, dass die Münchner auch da schon praktisch mit zehn Mann gespielt haben. Bei Sané hingegen war zumindest hier und da auch Licht zu sehen.


Alles zum FC Bayern bei 90min:

facebooktwitterreddit