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Lethargie und Tristesse in Dortmund: Irgendwie sind wir doch alle der BVB

Oscar Nolte
Der BVB befindet sich im Loch
Der BVB befindet sich im Loch / Lars Baron/Getty Images
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Der BVB scheint sich aufzugeben. Von einem Kampf konnte gegen Eintracht Frankfurt nun wahrlich nicht die Rede sein. Die Niederlage gegen die Adler bedeutet, dass sich die Borussia vermutlich auf eine Saison in der Europa League einstellen muss und es damit eine Verlängerung dieser verkorksten Saison geben wird. Und irgendwie geht es uns doch allen so.


Leere Stadien, hängende Köpfe, Lethargie und kein Silberstreif am Horizont: der BVB steckt tief im Lockdown. Es gibt sie ja, die guten Ansätze, die kurzen Momente von Aufbruchstimmung; doch schließlich obsiegt in Dortmund in dieser Saison dann doch die Tristesse. Irgendwie ist der Fußball beim BVB zur Nebensache geworden.

Und geht es uns nicht allen so? Die Dynamik des Lebens - die Pandemie beraubt sie uns. Wir funktionieren nur noch am Leistungsminimum und blicken der Zukunft sorgenvoll entgegen. Ja, wir stemmen uns dagegen und tun, was wir können und was wir müssen; doch einen Plan gibt es nicht wirklich, nur Chaos, Impfstau und anwachsende Lethargie. Mit seinem Fußball spricht uns der BVB doch wirklich aus der Seele.

BVB geht auf dem Zahnfleisch

Vielleicht ist der schwarz-gelbe Tank auch einfach leer gefahren. Ohne die 80.000, die jeden zweiten Samstag für die Mannschaft brennen, ohne anhaltende Erfolgsserien und ohne wirkliche Perspektive zerfällt der BVB in sich selbst. Gemessen an den Leistungen in dieser Saison steht der Verein aktuell da, wo er hingehört: im Mittelmaß. Nichts anderes war der Auftritt am Samstag gegen Eintracht Frankfurt. Dort zeigte sich auch, warum die SGE und den BVB aktuell sieben Punkte trennen: Frankfurt will es einfach mehr.

Die Analysen solcher Spiele sind in Dortmund nicht mehr angemessen. Lethargie, Spieler, die weder Leistung noch Wille auf 100 Prozent abrufen, fehlende Struktur und keine wirkliche Idee: der BVB spiegelt die vergangenen anderthalb Jahre wunderbar wieder. Butter bei die Fische: die Saison ist gelaufen. Für die Champions League ist die Mannschaft in diesem Jahr einfach nicht gut genug, das wird Manchester City am Dienstag demonstrieren. Die einzige Hoffnung, die bleibt, ist der DFB-Pokal. Dann kann die Spielzeit sogar noch versöhnlich enden.

Erling Haaland
Die Königsklasse muss der BVB wohl abhaken / Pool/Getty Images

Und dann? Wie soll es in Dortmund weitergehen? Erling Haaland und Jadon Sancho wollen den Verein offenbar verlassen. Bei Kapitän Marco Reus deutet aktuell vieles darauf hin, dass er seinen Zenit überschritten hat. Auch Mats Hummels wird nicht jünger. Dan-Axel Zagadou findet nicht in die Spur; sein Körper macht ihm immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Die schwarz-gelben Außenverteidiger sind aktuell mitunter nicht einmal Bundesliga-tauglich. Und zwischen den Pfosten muss eigentlich auch ein Umbruch initiiert werden. Mit der Europa League als Pfand dürfte der BVB auf dem Transfermarkt allerdings nicht die besten Karten haben.

BVB im Lockdown: wo ist die Perspektive?

Was fehlt, ist die Perspektive. Eine klare Timeline, wann die Tristesse endlich endet. Es gibt Hoffnungsschimmer, natürlich. Mit Marco Rose kommt ein neuer, vielversprechender Trainer, der in den vergangenen Wochen doch aber irgendwie auch Rost angesetzt hat. Die Abteilung Jugend forscht liest sich mit Moukoko, Bellingham, Reyna, Morey oder Knauff ordentlich - daraus muss aber etwas Nachhaltiges entstehen, woran der BVB in den vergangenen Jahren stets scheiterte. Die Rückkehr der Fans in die Stadien dürfte Aufwind bringen, doch wann? - wir wissen es nicht.

Es ist ein toxischer Zustand, in dem sich der BVB - in dem wir uns befinden. Ungewissheit, falsche Versprechen und schwindende Kraft: der Lockdown zehrt die Ressourcen und Kapazitäten auf. Es braucht nun einen silbernen Streifen am Horizont, etwas, das uns aus unserer Lethargie befreit und nachhaltige Aufbruchsstimmung erzeugt. Nur was, wer und wann? Durchhalten lautet die Devise - bei uns und in Dortmund.

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