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Ledley King vs Tony Adams: Die Einschätzung, wer in Topform besser war

Jan Kupitz
Ledley King vs Tony Adams
Ledley King vs Tony Adams / 90min
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Im Nordlondoner Derby trafen einige der besten Verteidiger des englischen Fußballs aufeinander, wobei der eine oder andere Star sogar die unverzeihliche Entscheidung traf, das weiße Trikot mit dem roten zu tauschen oder umgekehrt.

Zwei Männer, die ihren Farben immer treu geblieben sind, sind Ledley King von Tottenham Hotspur und Tony Adams von Arsenal. Beide waren Kapitän ihres jeweiligen Vereins, wurden zu Legenden für ihre Fans und beendeten ihre Karriere genau dort, wo sie sie begonnen hatten.

Tony Adams, Ledley King
Zwei der besten Verteidiger der Premier-League-Geschichte / Christopher Lee/Getty Images

Die Fans der Gunners werden behaupten, dass Adams einer der - wenn nicht sogar der - beste Innenverteidiger ist, den die Premier League je gesehen hat, während die Anhänger der Spurs von Kings Engagement, seiner Klasse und seiner Aufopferung für den Verein, den sie beide geliebt haben, schwärmen werden.

Aber welcher Spieler war besser? 90min ist bereit, die Debatte zu klären.


Merkmale eines modernen Verteidigers

Ledley King
Ledley King gibt die Richtung vor / Gary M. Prior/Getty Images

Eine einfache Idee, um zwei Spieler zu vergleichen, deren Karrieren sich gekreuzt haben, aber größtenteils in unterschiedlichen Epochen stattfanden, ist, sich vorzustellen, wie sie im modernen Spiel abschneiden würden. King fällt mir sofort als ein Mann ein, dessen Stil in der heutigen Premier League gut funktionieren würde.

Er war stark, schnell, intelligent, hatte eine hervorragende Spielübersicht und war immer an der richtigen Stelle, um gefährliche Angriffe zu unterbinden. Darüber hinaus würde er auch zu den aktuellen Anforderungen an Verteidiger passen, die immer mehr zu vielseitigen Fußballern werden - man könnte ihn in jeder der aktuellen Spitzenmannschaften der Liga für den Spielaufbau gebrauchen.

Adams ist eher ein 'klassischer englischer Innenverteidiger'. Er hat in jedem Spiel sein Herz auf dem Platz gelassen und war die Verkörperung von Leidenschaft und Siegeswillen. Auch wenn er im modernen Spiel natürlich ein hervorragender Verteidiger wäre, gibt es einen Grund, warum er in der früheren, körperbetonten Ära so erfolgreich war.

Vorteil: Ledley King


Zweikampfverhalten am Boden und in der Luft

Tony Adams of Arsenal and Teddy Sheringham of Manchester United
Tony Adams warf sich in jeden Zweikampf rein / Shaun Botterill/Getty Images

King war natürlich ein hervorragender Verteidiger im Zweikampf, aber seine wahren Stärken lagen in seinem Stellungsspiel und seiner Übersicht. Er ließ sich nur selten von einem Angreifer überrumpeln und verstand das Spiel mit Leichtigkeit.

Seine Genauigkeit im Zweikampf spiegelte sich auch in seiner Disziplinarakte wider, denn in seiner gesamten Karriere kassierte er nur acht Gelbe Karten - selbst für jemanden, dessen Karriere frühzeitig im Alter von 31 Jahren beendet wurde, ist das außergewöhnlich wenig.

Wenn es um die routinemäßige Abwehrarbeit geht, die ein Innenverteidiger jede Woche leisten muss, gab es nur wenige effizientere oder beeindruckendere Verteidiger als Adams. Er war ein imposanter Gegner, der jedem Stürmer 90 Minuten lang das Leben schwer machte.

Der Verteidiger war auch in der Luft überragend und scheute nie ein Kopfballduell. Er war ein Berg von einem Fußballer und einer der kämpferischsten und rücksichtslosesten Innenverteidiger, denen man je begegnet ist. Adams ist unübertroffen.

Vorteil: Tony Adams


Qualitäten mit dem Ball am Fuß

Ledley King
Ledley King konnte gut mit dem Ball umgehen / Stu Forster/Getty Images

Schon in jungen Jahren beeindruckte King alle im Norden Londons mit seiner Fähigkeit, den Ball am Fuß zu haben. Seine unbestechliche Ruhe bei Pässen aus dem Rückraum und bei der Balleroberung auf dem Spielfeld bestätigten den Verdacht, dass er der 'real deal' ist.

Sein Spielverständnis und seine Fähigkeiten im Umgang mit dem Ball wurden mit dem großen Bobby Moore verglichen - und wenn dein Name in einem Atemzug mit Englands Weltmeisterschaftskapitän genannt wird, dann weißt du, dass du etwas Besonderes an dir hast.

Adams war jedoch nicht so sehr ein Synonym für seidigen Fußball - zumindest nicht zu Beginn. Er begann als knallharter Innenverteidiger, passte sein Spiel langsam an, um den Ball nach vorne zu tragen und seine technischen Fähigkeiten zu verbessern. Dennoch war er nicht auf demselben Niveau wie King.

Vorteil: Ledley King


Zuverlässigkeit

Tony Adams
Auf Tony Adams war stets Verlass / Clive Brunskill/Getty Images

Diese Kategorie ist Kings Kryptonit. Für viele Zuschauer hatte der Mann von den Spurs alle Attribute, um eine Legende der Premier League und Englands zu werden - aber sein Körper ließ ihn im Stich. In der Saison 2004/05 kam er in allen 38 Spielen zum Einsatz, in der Saison 2007/08 kam er nur viermal und in der Saison 2010/11 sechsmal zum Einsatz.

Schließlich musste King seine Ambitionen, seine Karriere fortzusetzen, aufgeben und trat 2012 im Alter von 31 Jahren zurück.

Tony Adams hingegen hatte einfach den Körperbau, um alle Zusammenstöße und Schläge, die er einstecken musste, zu verkraften, und wurde zu einer festen Größe in der Arsenal-Abwehr. Von 1986 bis 2001 kam Adams in jeder Saison auf mindestens 20 Ligaeinsätze, in acht Spielzeiten sogar auf 30 Einsätze.

Wenn man einen Mann brauchte, um den man seine Verteidigung aufbauen konnte, dann war Adams dieser Mann. Er war immer auf dem Platz, egal was passierte, und aus diesem Grund gewinnt er diese Runde.

Vorteil: Tony Adams

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