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Paris SG

Kylian Mbappe will PSG-Verbleib nicht mehr ausschließen

Jan Kupitz
Bleibt Mbappe doch bei PSG?
Bleibt Mbappe doch bei PSG? / Catherine Steenkeste/Getty Images
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Fünf Wochen nach dem Ende der Transferperiode bricht Kylian Mbappe sein Schweigen. Nachdem er bereits bei RMC Sport über seinen Wechselwunsch in diesem Sommer gesprochen hatte, legte er im Interview mit L'Equipe nach. Einen Verbleib bei PSG will er nicht mehr komplett ausschließen.


Gegenüber RMC Sport hatte der 22-jährige Angreifer erstmals das bestätigt, was die Fußballwelt bereits im Sommer von verschiedenen Medien erfahren hatte: Er wollte PSG verlassen! Wichtig war ihm in diesem Zuge, dass der französische Topklub eine angemessene Ablöse erhielte, um einen adäquaten Ersatz verpflichten zu können. Doch zu seinem Erstaunen lehnten die Paris-Bosse sämtliche Offerten für Mbappe ab.

Im Interview mit L'Equipe äußerte er sich ausführlicher zu seinen Wechselgedanken, der Ankunft von Lionel Messi und seiner Zukunft.

Kylian Mbappe...

über seinen Wechselwunsch: "Zu Beginn bat ich um etwas Bedenkzeit. Vor der EURO habe ich dem Verein gesagt, dass ich nicht verlängern möchte, und nach der EURO habe ich gesagt, dass ich gehen möchte. Mein Ziel war es, dass alle Hand in Hand vorankommen, der abgebende Verein, der aufnehmende Verein und ich. Dass wir den bestmöglichen Deal aushandeln und durch die Vordertür hinausgehen. Ich wollte meinem Verein auch die Zeit lassen, einen Nachfolger zu finden. Dass alle zufrieden sind und ich meinen Weg gehen kann."

warum er wechseln wollte: "Ich dachte, dass mein Abenteuer [bei PSG] vorbei sei. Ich wollte etwas anderes entdecken. Ich war schon sechs oder sieben Jahre in der französischen Liga. Ich habe Paris gegeben, was ich wollte, und ich denke, ich habe es gut gemacht. Aus dem Jugendbereich ins Profigeschäft zu wechseln und das zu schaffen, was ich getan habe, halte ich für etwas Bemerkenswertes. Es steht jedem frei, seine eigenen Schlüsse zu ziehen, aber das ist meine Einschätzung. Der Weggang war der logische nächste Schritt."

ob Real Madrid der interessierte Klub war: "Ja, natürlich. Real hat ein Angebot gemacht. Ich hänge an Paris, und wenn ich diesen Sommer gegangen wäre, dann nur zu Real."

über Gedanken, zu streiken: "Nein, denn das wäre undankbar gewesen. Es wäre undankbar gegenüber einem Verein gewesen, der mich mit 18 Jahren aufgenommen und mir vier Jahre lang viel gegeben hat. Zudem will ich immer spielen, um zu zeigen, dass ich ein Spitzenspieler bin, dass mich nichts aus der Ruhe bringt, auch nicht ein gescheiterter Transfer, und dass ich bis zum letzten Tag den Unterschied ausmachen kann. Zu keinem Zeitpunkt der Saison werdet ihr ein Verhalten nach dem Motto "Ihr habt mich nicht gehen lassen, ich werde es ruhig angehen lassen" von mir sehen. Ich liebe den Fußball zu sehr und habe zu viel Respekt vor dem Verein und vor mir selbst, als dass ich mich auch nur für ein Spiel schonen könnte."

über Pfiffe der PSG-Fans: "Ich habe die Sache anders gesehen. Ich sagte mir, dass ich an ihrer Stelle auch gebuht hätte. Wer wusste bei diesem Transfer schon was? Wir haben viele Dinge gehört. Ich habe mir nicht gesagt: "Nach allem, was ich getan habe, buhen sie mich aus", nein, ich habe es als ein Zeichen der Zuneigung verstanden. Sie wollten nicht, dass ich gehe, das heißt, ich bin wichtig. Ich war mit mir selbst im Reinen über diese Situation."

über Messis Ankunft und ob sie seine Entscheidung beeinflusst hat: "Nein, denn ich treffe keine Entscheidungen aus einem plötzlichen Impuls heraus. Ich hatte meine Entscheidungen getroffen und lange und gründlich darüber nachgedacht. Ich hätte nie gedacht, dass er hierher kommt! Er ist einer der seltenen Spieler, die für mich in die Kategorie "unmöglich, mit ihm zu spielen" fallen. Für mich war es klar, dass er Barcelona nie verlassen würde. Ich genieße jeden Moment an seiner Seite. Man darf nicht vergessen, dass es ein Privileg bleibt. Er ist jemand, der den Fußball liebt. Er spricht mit jedem, er versucht, sich auf seine Weise zu integrieren, auch wenn er ein bisschen schüchtern ist. Aber auf dem Spielfeld ist er nicht schüchtern."

über das Veto der PSG-Bosse: "Wenn dein Präsident vor der ganzen Welt sagt, dass du nicht wechseln und auch nicht ablösefrei gehen wirst... damals war ich ein bisschen besorgt, ich will nicht lügen. Ich habe mir gesagt: Wenn ich nicht ablösefrei gehen darf, was wird dann mit mir geschehen? Danach distanziert man sich und sagt sich, dass sie damit ihre Verbundenheit zeigen wollen. Es bedeutet, dass der Verein mich mag und mich nicht gehen lassen will."

ob sein Wechsel 2022 beschlossen ist: "Ich bin jetzt lange genug im Fußball, um zu wissen, dass die Wahrheit von gestern nicht unbedingt die von heute und auch nicht die von morgen ist. Wenn man mir gesagt hätte, dass Messi bei PSG spielen würde, hätte ich es nicht geglaubt. Man weiß also nie, was passieren wird."

über eine mögliche Verlängerung bei PSG: "Ich werde mich nicht wie ein Heuchler verhalten und ein Plädoyer abgeben, wie: "Oh, ich weiß nicht." In diesem Sommer war meine Ambition klar: Ich wollte gehen und dem Verein die besten Voraussetzungen bieten, um meinen Nachfolger zu finden. Im Moment ist meine Zukunft nicht meine Priorität. Ich habe in diesem Sommer schon viel Energie vergeudet, das ist anstrengend. Was meine Situation betrifft, so haben wir seit eineinhalb, zwei Monaten, seit ich gesagt habe, dass ich gehen will, nicht mehr über eine Vertragsverlängerung gesprochen."

über seinen Streit mit Neymar: "Ja, ja, ich habe es gesagt. Das sind Dinge, die im Fußball immer wieder vorkommen. Es muss nur etwas sein, das nicht nachwirkt. Deshalb habe ich gleich danach mit ihm darüber gesprochen, nachdem es so aufgebauscht wurde. Wir hatten in der Vergangenheit schon einige solcher Auseinandersetzungen, und das wird auch weiterhin so sein, denn wir wollen gewinnen. Ich respektiere den Spieler und den Mann, und ich bewundere, was er ist. Aber das war's, ich war nicht zufrieden mit einem Pass. Eines Tages ist mir das auch passiert, ich habe den Pass nicht gegeben und er war nicht zufrieden. Aber es gibt kein Problem."

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