DFB-Team

Kritik an Hansi Flick: Ist der DFB-Trainer zu konfliktscheu?

Dominik Hager
Hansi Flick steht unter Zugzwang
Hansi Flick steht unter Zugzwang / Markus Gilliar - GES Sportfoto/GettyImages
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Der Zauber von Hansi Flick ist ein wenig verflogen. Der DFB-Coach, der beim FC Bayern grandiose Erfolge feierte, konnte der Nationalmannschaft noch keinem neuen Glanz verleihen. Stattdessen scheint das nächste ganz große Debakel nur noch zwei Tage entfernt zu sein. Laut BILD-Angaben wird Flick intern vorgeworfen, zu nett zu sein und Konflikte zu sehr zu vermeiden.


Hat Hansi Flick nach seinem Zerwürfnis aus Bayern-Zeiten mit Hasan Salihamidzic keine Lust mehr auf Konflikte? Es sieht ein wenig danach aus. Bereits vor dem Turnier verzichtete der Bundestrainer auf den bekannt meinungsstarken und immer den Finger in die Wunde legenden Mats Hummels. Der BVB-Verteidiger hätte Unruhe ins Team bringen, aber auch Missstände klar ansprechen können. Flick entschied sich für den bequemen Weg und nahm Hummels nicht mit. Dies ist noch gewissermaßen verständlich, da es dem Routinier für den Flick-Fußball an Tempo fehlt.

Goretzka für Gündogan: Ein Harmonie-Wechsel?

Weitaus weniger Verständnis kann man für die Auswechslung von Ilkay Gündogan aufbringen. Der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0 war der beste DFB-Akteur auf dem Platz und wurde trotzdem nach einer guten Stunde vom Platz genommen. Für den Manchester-City-Star kam Leon Goretzka, der überraschend nur auf der Bank saß.

Die Einwechslung für Gündogan hatte dann aber mehr den Anschein, als würde Flick den Bayern-Profi milde stimmen wollen. In der Mannschaft war laut BILD-Angaben von einem "Harmoniewechsel" die Rede. Konfliktvermeidung ist aber nicht die erste Bürgerpflicht eines DFB-Trainers, der sein Handeln auf den Erfolg ausrichten muss.

Muss Flick Kimmich nach rechts hinten schicken?

Den einfachen Weg ging Hansi Flick auch bei Joshua Kimmich. Trotz der gewaltigen Probleme der DFB-Elf auf der Rechtsverteidiger-Position, baute der DFB-Coach auf dessen bevorzugten Position im zentralen Mittelfeld. Immerhin sollen Flick und Kimmich im Vorfeld besprochen haben, dass der Spieler im Notfall auch rechts hinten auflaufen soll. Dieser Notfall scheint nun gegen Spanien gekommen zu sein.

Gegen die Männer von der iberischen Halbinsel benötigt es im Gesamten einen aggressiveren Auftritt. Nach dem Japan-Spiel analysierte Flick die Niederlage zunächst nüchtern und ließ es nicht zum Donnerwetter kommen. Vielleicht kann aber nur das dem Team jetzt noch helfen.


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