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Eintracht Frankfurt

Kostic muss in Frankfurt bleiben - Wie geht es für den Eintracht-Star jetzt weiter?

Simon Zimmermann
Filip Kostic bleibt bei der Eintracht
Filip Kostic bleibt bei der Eintracht / Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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Filip Kostic ist weiter Spieler von Eintracht Frankfurt. Amin Younes auch. Wie geht die SGE mit den abwanderungswilligen Stars um? Am Ende bleibt wohl nur eine Business-Entscheidung!


Die turbulenten Transfertage bei der Frankfurter Eintracht haben ein jähes Ende genommen. Die möglichen Deals mit Filip Kostic, Amin Younes oder auch Daichi Kamada sind allesamt gescheitert. Vor allem das Theater um Kostic schlug bei der SGE hohe Wellen. Der 28-jährige Serbe wollte seinen Wechsel zu Lazio Rom mit einem Streik erzwingen.

Am Ende wurde es aber nicht aus Kostic' Wunsch. Wie es nun weitergeht, scheint zumindest von Vereinsseite klar: Mit dem 28-Jährigen sollen ernste Gespräche geführt werden, dazu wird eine Geldstrafe fällig - dennoch soll Kostic wieder ins Team integriert werden. Schließlich war er in den vergangenen Jahren einer der wichtigsten Eintracht-Spieler und besitzt noch einen gültigen Vertrag bis 2023.

Krösche und Glasner wollen Kostic wieder integrieren

"Unsere Aufgabe ist, die wirtschaftliche und sportliche Stabilität von Eintracht Frankfurt zu gewährleisten. Das ist natürlich auch in diesem Fall so. Filip Kostic ist ein guter Junge und ein hervorragender Fußballer. Wir sind überzeugt, dass er auch künftig eine wichtige Säule unserer Mannschaft sein kann", öffnete SGE-Sportvorstand Markus Krösche bereits die Tür.

"Die Geschehnisse vom vergangenen Freitag werden wir im Sinne unserer gemeinsamen Ziele aufarbeiten und dann auch abhaken. Wir werden als Einheit die nächsten Spiele angehen", sagte SGE-Coach Oliver Glasner (via Bild).

Ex-Spieler Alexander Schur, der mittlerweile als Markenbotschafter für die Eintracht tätig ist, sieht die Sache gegenüber der Bild aber nicht ganz so einfach aus der Welt geräumt: "Mit einer Geldstrafe ist das nicht getan. Als Trainer musst du einer Mannschaft auch klare Regeln vorgeben. Vielleicht sitzt Kostic zwei Spiele auf der Tribüne. Dann wird er daran denken, dass er mit Serbien zur WM will. Und dafür muss er ja Leistung bringen. Zuerst mal muss er sich entschuldigen!"

Wie geht man mit einem Streik-Profi um?

Kostic weilt aktuell bei der Nationalmannschaft. Trotz seines Streiks darf man davon ausgehen, dass er sich bald wieder das SGE-Trikot überstreifen wird. Ähnlich dürfte das auch bei Amin Younes der Fall sein, der wegen Gehaltseinbußen lieber das Weite in Richtung Arabien suchen wollte.

Amin Younes
Auch Amin Younes kickt weiter für die SGE / Lars Baron/Getty Images

Deutlich ablesbar ist bei den beiden SGE-Stars, dass ihre finanzielle Interessen an erster Stelle standen und wohl weiter stehen. Doch gerade bei Kostic ist der sportliche Wert viel zu groß, um von nun an auf ihn zu verzichten (und keinen Gegenwert in Form einer Ablöse zu erhalten). Wie geht man also nun weiter vor?

Das wahrscheinlichste Szenario ist eine öffentliche Entschuldigung von Kostic und eine schnelle Rückkehr ins Team. Younes dagegen wird wohl einfach zähneknirschend akzeptieren müssen, dass er künftig weniger verdient - sportlich ist er aktuell ohnehin im Hintertreffen.

Kostic und Younes nur ein Abbild des Fußball-Geschäfts

Ganz so leicht werden die Eintracht-Fans aber nicht zur Tagesordnung zurückkehren. Gerade Kostic, ein Liebling der Anhänger, hat das Tischtuch zumindest bis zum Zerreißen angeschnitten. Am Ende sind den SGE-Verantwortlichen dennoch die Hände gebunden. Auf den Serben kann man einfach nicht verzichten, ohne die sportlichen Erfolge zu gefährden. Bringt er also wieder seine gewohnte Leistung, könnte sein Streik in einigen Monaten zur Randnotiz verkommen sein.

Spätestens im kommenden Sommer wird man in Frankfurt aber wieder vor ähnlichen Problemen stehen. Denn die Beispiele von Kostic und Younes sind eben bloß Beispiele von vielen - und schon lange keine Ausnahmen mehr (frag nach in Bremen). Martin Hinteregger hatte sogar Verständnis für seinen Teamkollegen gezeigt. Eben jener Hinteregger, der zuletzt erklärte, dass das Fußball-Geschäft das hässlichste der Welt sei.

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