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Es wird Zeit, dass Thiago und Alaba beim FC Bayern verlängern!

David Alaba, Thiago
Für den Erfolg des FC Bayern sind David Alaba und Thiago unverzichtbar (v.l.) | TF-Images/Getty Images

Bei den laufenden Vertragsgesprächen des FC Bayern stehen zwei wichtige Personalien aus. Thiago und David Alaba lassen noch immer auf ihre Unterschrift warten, jedoch sollten sich die Verantwortlichen darum bemühen, so schnell wie möglich Nägel mit Köpfen zu machen. Es wird Zeit - denn es handelt sich nicht nur um zwei einfache Spieler, sondern auch um zwei Führungskräfte und wichtige Persönlichkeiten.

Thiago lässt die Kritik verstummen

Thiago muss sich seit fast sieben Jahren an hohen Erwartungen messen lassen. Kein Wunder: Wenn ein Pep Guardiola so energisch auf einen Transfer drängt und öffentlich "Thiago oder nix" einfordert, dann muss sein Wunschspieler auch besondere Qualitäten haben. Doch die Zeit beim FC Bayern war aufgrund vieler Verletzungen nicht immer einfach für den Mittelfeld-Dirigenten, der in dieser Rückrunde sein ganzes Können zur Schau stellt.

Thiago Alcântara
In dieser Saison offenbart Thiago sein gesamtes Potenzial | Visionhaus/Getty Images

Thiago wirkt unscheinbarer als Xavi oder Andres Iniesta, aber er ist elementar für das Spiel der Bayern. Als unheimlich intelligenter Spielgestalter harmoniert er mit Joshua Kimmich auf der Doppelsechs, zudem wirft er sich in viele Zweikämpfe und bereinigt Situationen im eigenen Drittel. Vor seinem verletzungsbedingten Ausfall war Thiago überall auf dem Spielfeld anzutreffen, und stets wusste er, wohin er das Spiel zu verlagern hat.

Er lässt seine Kritiker endlich verstummen, und mit der Vertragsverlängerung könnten Klub und Spieler ein Statement setzen. Über eine Rückkehr nach Spanien soll er nachgedacht haben, in der Vergangenheit wurde er des Öfteren mit Ex-Klub Barcelona in Verbindung gebracht. Doch wer sieht, mit wie viel Herzblut Thiago spielt und wie er mit Mannschaftskollegen und Fans jubelt, der weiß: Längst sind München und der FC Bayern seine zweite Heimat geworden. Mit dieser Mannschaft und diesem Trainer kann er in den kommenden Jahren noch viele weitere Titel gewinnen, auch die Champions League wäre unter normalen Umständen ein realistisches Ziel.

Schlüsselfigur Alaba

Dasselbe gilt für David Alaba. 2008 nach München gekommen, hat der Österreicher wenige Jahre später den Durchbruch geschafft. Besonders förderlich war eine Kurzleihe zur TSG Hoffenheim, bei der er sich auf die Bayern vorbereitet hat. Nach vielen Jahren als einer der besten Linksverteidiger der Welt dürfte er Alphonso Davies diesen Platz überlassen und künftig in der Innenverteidigung vorangehen. Alaba ist ein Führungsspieler, gibt viele Kommandos und verschafft dem Spiel gegen den Ball Struktur. Spielerisch bildet er mit Lucas Hernandez ein herausragendes Duo, das sich viele Meter nach vorne traut und das Spiel klug ankurbelt. Mit dem Ball am Fuß agiert er beinahe als Sechser - seine ihm häufig nachgesagte Wunschposition -, wobei er auch gegen den Ball überragt.

Aufgrund seines starken Positionsspiels kann Alaba viele Bälle ablaufen, zudem geht er in Zweikämpfen sicher zu Werke. Einzig für Kopfballduelle wirkt er nicht gerüstet - Niklas Süle wird nach seiner Rückkehr Abhilfe schaffen. Solange Flick an der Seitenlinie steht, dürfte Alaba aber der Abwehrchef sein, Süle wird dagegen mit Hernandez um den freien Platz daneben kämpfen müssen.

David Alaba
Vom Linksverteidiger zum Abwehrchef: David Alaba ist unverzichtbar | DeFodi Images/Getty Images

Auch Alaba fühlt sich in München wohl, er weiß, was er an dem Verein hat. Und doch, so heißt es, schlummert der Traum von einem Wechsel nach Spanien in ihm. Doch was kann er mit Real Madrid oder dem FC Barcelona gewinnen, was er mit den Bayern nicht schon gewonnen hat? Auch wenn in der jüngeren Vergangenheit nicht immer alles rund gelaufen ist, der deutsche Rekordmeister zählt noch immer zu den besten und erfolgreichsten Vereinen Europas. Die gesunde wirtschaftliche Führung erlaubt es, ein stabiles Grundgerüst auf allen Ebenen aufzubauen - so auch in der Mannschaft.

Will der FC Bayern erfolgreich sein, braucht er auch Thiago und Alaba

Neben Manuel Neuer, Thomas Müller und Robert Lewandowski zählen Thiago und Alaba zu den Schlüsselspielern, die von der neuen Generation unterstützt werden. Im Verbund ergibt sich daraus eine Mannschaft, die in diesen Tagen keine Konkurrenz fürchten muss. Die Meisterschaft ist in Reichweite, ebenso der DFB-Pokal - und wenn die Champions League im August tatsächlich wieder losgeht, ist noch immer alles drin.

Ich hoffe inständig, dass nach Flick, Müller und Neuer auch Thiago und Alaba ihre Verträge verlängern. Beide Verluste würden sowohl menschlich als auch sportlich schwer wiegen, es wären Eckpfeiler, die plötzlich wegbrechen würden. Außerdem haben sie noch genügend Zeit, um später für einen anderen Verein zu spielen. Bei einer Verlängerung bis 2023 wäre Thiago zum Vertragsende 32 Jahre alt, Alaba 31. Trotz der immer jünger werdenden Mannschaften wären im Anschluss noch immer drei oder vier Jahre auf hohem Niveau möglich - Franck Ribéry und Arjen Robben haben es eindrucksvoll vorgemacht. Genau wie die ehemalige Flügelzange sind Thiago und Alaba verdiente Spieler, ihre Zeit in München ist aber noch lange nicht abgelaufen.