1. FC Köln

Köln geht mit Mini-Etat in die neue Saison: "Fesseln an der Kaderplanung"

Yannik Möller
Christian Keller (Archivbild)
Christian Keller (Archivbild) / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages
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Christian Keller, der neue Sportchef beim 1. FC Köln, hat große Herausforderungen bei wenig Möglichkeiten zu bewältigen. Schon jetzt zeichnet sich ein notwendiger Mini-Etat für die kommende Saison ab.


Keinen Tag zu früh hat Christian Keller seinen neuen Job in Köln aufgenommen. Der 43-Jährige ist der neue Sport-Geschäftsführer des Klubs und damit der neue Sportchef.

"Die Zeit drängt. April ist nicht der früheste Zeitpunkt, um anzufangen", gab er zu Amtsantritt selbst zu (Zitate via Bild). Und das ist noch recht freundlich ausgedrückt: Im Mai endet die aktuelle Saison, allerspätestens dann laufen die Vorbereitungen für die neue Saison schon ganz konkret an. Normalerweise beginnen schon Wochen und Monate zuvor die ersten Skizzierungen.

Die wurden beim Effzeh ohne Keller vorgenommen - zwangsweise. So stellen sich für ihn große Herausforderungen, für die er weder viel Zeit noch viel Geld zur Verfügung hat. Dennoch will er mit Tatendrang beginnen: "Ich kenne den Schattenkader und weiß, was vorgearbeitet wurde. Jetzt gilt es, die Vorarbeit in Entscheidungen umzumünzen."

Keller mit herausforderndem Effzeh-Einstieg: "Brauchen viele kreative Lösungen"

Doch werden sich die Entscheidungen alles andere als einfach gestalten. Mehrere Neuzugänge sind notwendig, es stehen wichtige Vertragsgespräche aus und zugleich muss ein harter Sparkurs beibehalten werden.

Laut Bild plant der Klub, mindestens vier neue Spieler verpflichten zu wollen. Zu schmal würde der Kader für die kommende Saison sonst ausfallen. Schon bei diesem Aspekt zeigt sich die Schwierigkeit: Mit möglichst wenig Ausgaben, bei einem so kleinen Gehaltsrahmen wie möglich, soll das Team bestenfalls weiter verbessert werden.

Gleichzeitig soll nicht nur mit Steffen Baumgart verlängert werden. Auch Salih Özcan soll gehalten werden, während Jonas Hector nicht schon 2023 in die Fußballer-Rente gehen darf und Anthony Modeste gefühlt tagtäglich betont, wie wichtig für ihn die Planungssicherheit und somit eine baldige Auskunft seitens des Vereins ist.

"Ich habe alle Aufgaben auf dem Schirm und werde mich allen widmen", versprach Keller. Dabei muss er aber auch einen strengen Blick auf die Finanzen werfen.

Der frühere Regensburg-Geschäftsführer (2013 bis 2021) hat bereits erklärt, "den geringsten Personalaufwand in der Profi-Abteilung" der letzten Jahre planen zu müssen. Dafür sei ein Minus von etwa 20 Prozent notwendig. Umgerechnet bedeutet das einen Mini-Etat, der gerade mal um die 46 Millionen Euro umfassen würde - liegt der aktuelle Etat Bild-Infos zufolge bei etwas unter 60 Millionen Euro.

"Wir brauchen viele kreative Lösungen", wusste Keller zu betonen. Viele Aufgaben, teils ziemlich schwierige, bei nahezu gebundenen Händen - und das zu einem späten Zeitpunkt. Der neue Sportchef ist um seinen Einstieg wahrlich nicht zu beneiden.


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